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Hann Münden Rat der Stadt steckt den rechtlichen Rahmen für die Entwicklung des Handels
Die Region Hann Münden Rat der Stadt steckt den rechtlichen Rahmen für die Entwicklung des Handels
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15:35 28.06.2019
Der Rat der Stadt Hann. Münden hat sein Einzelhandelskonzept überdacht. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Hann. Münden

Ein neues Einzelhandelskonzept hat der Rat der Stadt Hann. Münden am Donnerstag beschlossen. Es setzt unter anderem der umstrittenen Entwicklung des C. F. Schröder-Geländes Grenzen.

„Gut drei Jahre lang hat der Rat an dem Einzelhandelskonzept gearbeitet“, berichtete Lena Kürschner (Grüne). „Viele Seiten Papier“ hätten die Ratsmitglieder durchgearbeitet, „zahllose Sitzungen“ absolviert. Abgestoßen habe sie das „Gezerre“ von Interessenvertretern. Es habe Versuche gegeben, das Konzept den Wünschen von Projektentwicklern anzupassen, die „mit viel Geld“ winkten; anstatt erst einmal ein Konzept zu entwickeln, das den Interessen der Stadt Rechnung trage. Sie seit dankbar für die „restriktive Raumordnung des Landes“, die vielen Investorenplänen „den Riegel vorschieben“ würde.

„Fesseln der Raumordnung“

Über die „Fesseln der Raumordnung“, schimpfte dagegen Ulrich Reichel (CDU). Sie hinderten Hann. Münden an der Ausweisung von Einzelhandelsflächen. Sie sei notwendig, um die Kaufkraft der Stadt stärker zu binden. Ein Fünftel des Geldes, das in der Dreiflüssestadt ausgegeben werden könne, fließe ab. An die Herausforderungen Mündens, sich zwischen den Oberzentren Kassel und Göttingen zu behaupten, erinnerte Joachim Atzert (SPD).

Vollsortimenter auf C. F. Schröder-Gelände möglich

Kirsten Klein (Linke) äußerte Kritik am neuen Konzept. Es ermögliche, dass der Drogeriemarkt in der Altstadt, einer der wichtigen Frequenzbringer, Konkurrenz durch einen zweiten Drogeriemarkt im Außenbereich erhalte. Geschwächt würde die Altstadt zudem durch die Ermöglichung eines, wenn auch kleinen Vollsortimenters auf dem C. F. Schröder-Geländes in Neumünden. Für die Entwicklung der Industriebrache machte sich Franz Bitz (Bürgerforum Münden) stark. Es schmerze ihn, wenn stattdessen „fruchtbarer Acker“ versiegelt werde.

Grundlage für Investorenanfragen

Thorsten Schmook (SPD) betonte, dass sich der Einzelhandel verändert. Dem trage die Stadt durch die Anpassung ihres Konzepts, das von der Mündener Gilde mitgetragen werde, Rechnung. „Die Stadt verfügt nun über eine Grundlage, um auf Investorenanfragen rasch antworten zu können“, erklärte Kurt Koppetsch (SPD).

Plastik beschäftigt den Rat

Vermehrte Anstrengungen zur Vermeidung von Plastik und einem größeren Schutz der Umwelt hat Ines Albrecht-Engel (Müna) am Donnerstag im Rat der Stadt Hann. Münden gefordert

Einmalgeschirr soll künftig bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum verboten werden, verlangte die Ratsfrau in ihrem Antrag. Die Stadt müsse mit Bußgeldern gegen Bürger vorgehen, die Zigarettenstummel oder Kaugummis auf die Straße werfen. Mit Geldstrafen will Albrecht-Engel abendliche Rundfahrten durch die Altstadt und das Stehen von Autos mit laufendem Motor unterbinden. Sie regt zudem kompostierbare Hundekotbeutel und das Aufstellen eines Trinkwasserbrunnens zum Auffüllen von Mehrwegflaschen an.

Keine Abstimmung mit den anderen Fraktionen

Die Kommunalpolitikerin machte Druck. Der Rat solle sofort über den Antrag entscheiden. So könne er den Schülern der „Fridays for Future“-Demonstrationen beweisen, dass die Politik rasch „in die Puschen“ komme. „Wenn sie so wenig Geduld haben, warum haben sie sich dann nicht im Vorfeld mit den Fraktionsvorsitzenden abgestimmt und einen gemeinsamen Antrag auf dem Weg gebracht“, erkundigte sich Daniel Bratschek (parteilos).

Verweisung in den Umweltausschuss

„Wenn etwas Hand und Fuß haben soll, dann braucht das Zeit“, erklärte Franz Bitz (Bürgerforum Münden). „In der Sache sind wir uns einig“, versicherte Markus Jerrentrup (CDU). Der Antrag mache aber auf ihn den Eindruck, als sei er „mit der heißen Nadel gestrickt“. So gebe es zum Beispiel auch Bio-Einmalgeschirr. Der Umweltausschuss solle in Ruhe über den Antrag diskutieren und ihn gegebenenfalls überarbeiten. Dem schloss sich der Rat an.

Von Michael Caspar

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