Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hann Münden Sexueller Missbrauch mit Hilfe von Facebook-Chats
Die Region Hann Münden Sexueller Missbrauch mit Hilfe von Facebook-Chats
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 27.02.2018
Symbolbild
Symbolbild Quelle: dpa
Anzeige
Hann. Münden

Die Strafverfolgungsbehörde wirft ihm insgesamt 42 Straftaten vor. Für die ersten zwölf Taten solle er eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten erhalten, für die übrigen Taten eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten. In der Summe wäre dies eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren.

Dass die Staatsanwaltschaft in diesem Verfahren zwei Anträge stellte, liegt nach Angaben einer Gerichtssprecherin daran, dass aufgrund eines anderen Strafverfahrens juristisch gesehen eine Zäsur eingetreten ist. So ist in die erste beantragte Strafe ein Urteil des Amtsgerichts Hamm einbezogen. Dieses hatte den 34-Jährigen im September 2016 zu einem Jahr Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt. Der Angeklagte hätte demnach einen Teil der Taten, für die er jetzt vor Gericht steht, unter laufender Bewährung verübt.

Der Anklage zufolge soll der 34-Jährige im Frühjahr 2015 über Facebook Kontakt zu zwei damals elf und zwölf Jahre alte Brüdern aufgenommen haben. Er habe die in Idar-Oberstein wohnenden Jungen dann in Chats dazu animiert, immer extremere sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen und ihm entsprechende Fotos und Videos zuzusenden. Dafür habe er ihnen unter anderem Amazon-Gutscheine und Handy-Guthaben geschenkt. Einmal soll er sich mit dem älteren Bruder in einem Wäldchen getroffen und diesem ein iPhone im Wert von 600 Euro geschenkt haben. Anschließend habe er ihn mehrfach missbraucht.

Die Plädoyers fanden ebenso wie zuvor die Beweisaufnahme unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach Angaben der Gerichtssprecherin stellte die Nebenklage keinen konkreten Antrag. Der Verteidiger habe sich für eine vorrangige Unterbringung des Angeklagten in der Psychiatrie ausgesprochen.

Von Heidi Niemann