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Hann Münden Sistergold begeistert mit Saxofon-Facetten
Die Region Hann Münden Sistergold begeistert mit Saxofon-Facetten
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15:41 30.12.2018
Das Saxofon-Quartett Sistergold zu Gast im Welfenschloss in Hann. Münden.
Das Saxofon-Quartett Sistergold zu Gast im Welfenschloss in Hann. Münden. Quelle: Markus Riese
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Hann. Münden

Zum zweiten Mal nach 2016 sorgte das Saxofon-Quartett Sistergold für Begeisterungsstürme im ausverkauften Rittersaal des Welfenschlosses Hann. Münden. 300 Besucher nutzten am Sonnabend die Einladung des Mündener Kulturrings, zum Jahresausklang noch einmal ein ungewöhnliches, aber durchweg unterhaltsames Programm auf höchstem musikalischem Niveau zu erleben. Die vier Ladys spielten so ziemlich alles, was mit Saxofonen spielbar ist – von Jazz und Klassik über Blues und Klezmer bis hin zu Pop und Funk.

Stimmungsvoll: Sistergold im Rittersaal in Hann. Münden. Quelle: Markus Riese

Bekannte Songs in neuem Gewand

Den manchmal eigenwilligen Genre-Mix setzten die vier studierten Musikerinnen aus Kassel, Hannover und Hildesheim dabei bewusst als Stilmittel ein. Sie führten das Publikum mit charmanten und oft humoristischen Moderationen stilvoll durch die verschiedenen Gattungen. Neben Bariton-, Tenor-, Alt- und Sopran-Saxofonen kamen auch Klarinetten zum Einsatz. Viele bekannte Stücke waren zu hören, häufig jedoch etwas anders als gewohnt.

Schnell zeigte sich: Die vier Saxofon-Schwestern haben besonders viel Spaß daran, Songs neu zu arrangieren und diese Arrangements mit authentisch wirkender Spielfreude auf die Bühne zu bringen – passende Choreografien inklusive. Da wurde nach Herzenslust gesteppt, getanzt, darstellerisch performt, mit dem Publikum interagiert – und manchmal auch ein wenig experimentiert.

Temperamentvoll: Sistergold. Quelle: Markus Riese

Ob nun Klassiker wie „Take Five“ von Paul Desmond oder „Hit the road Jack“ von Ray Charles: Sistergold verstand es meisterhaft, auch großen Werken einen eigenen Stempel aufzudrücken, ohne die Titel dabei zu verunstalten. Die beiden einstündigen Sets unter der gemeinsamen Überschrift „Glanzstücke“ vereinten dabei viele Lieblingstitel der Künstlerinnen, namentlich Kerstin Röhn (die „Baritonesse“), Sigrun Krüger (die „Tenor-Königin“), Elisabeth Flämig (die „Frau mit drei Lungenflügeln“) und Inken Röhrs (geballtes Temperament, verteilt auf 1,64 Meter Gesamthöhe).

Freihändig: Sistergold. Quelle: Markus Riese

So gehörten der „Backstage Blues“ von Wolfgang Schlüter ebenso zum Repertoire wie „Chan Chan“ aus „Buena Vista Social Club“, die West-Side-Story-Titel „I feel pretty“ und „Gee, Officer Krupke“, Sholom Secundas 30er-Jahre-Gassenhauer „Bei mir biste scheen“ (eigentlich „Bei mir bistu shein“) oder auch Händels „Ankunft der Königin von Saba“. Direkt auf Klassik folgte mit „Blondes Gift“ eine äußerst funkige Eigenkomposition von Kerstin Röhn – übrigens der einzigen nicht-blonden Künstlerin des Abends. Mit „Earl Queen“ sollte im zweiten Durchgang ein weiterer selbst geschriebener Titel folgen, diesmal aus der Feder von Elisabeth Flämig.

Erste Einblicke ins Programm 2019

Dass „Ain’t she sweet“ als einstige Titelmelodie der „Knoff-Hoff-Show“ in Erinnerung gerufen wurde, wirkte ebenso sympathisch wie die Zusammenstellung eines Abba-Medleys mit den Titeln „Money, Money, Money“, „The winner takes it all“ und „Thank you for the music“. Sistergold probierte sich an diesem Abend aber auch selbst aus und baute Stücke eines neuen Programms ein, das 2019 Premiere feiern soll.

Sistergold spielt Abba-Medley im Schauspielhaus Hannover:

Hängen blieben neben vielen weiteren Ohrwürmern nicht nur die Zugaben „Puttin’ on the Ritz“ und „Mackie Messer“, sondern auch die Erkenntnis, dass Saxofone erstaunliche Töne erzeugen und bemerkenswerte Geschichten erzählen können – vom Meeresrauschen bis zum gackernden Huhn. Und selbst das wirkte bei Sistergold höchst professionell.

Das Saxofon-Quartett Sistergold zu Gast im Welfenschloss in Hann. Münden. Quelle: Markus Riese

Von Markus Riese

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