Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hann Münden Sparkasse Duderstadt erhält Bankdienstleistungen aufrecht
Die Region Hann Münden Sparkasse Duderstadt erhält Bankdienstleistungen aufrecht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:27 18.03.2020
Die Sparkasse Duderstadt bleibt für den Publikumsverkehr geschlossen. Quelle: Franke
Anzeige
Duderstadt

Die Geschäfte gehen weiter, aber die Filialen bleiben für den Kundenverkehr geschlossen, so stellt sich die derzeitige Situation seit Mittwoch bei der Sparkasse Duderstadt dar. „Wir haben die Kommunikation umgestellt, aber wir sind natürlich telefonisch oder auch über den digitalen Weg erreichbar“, berichtet Vorstandsvorsitzender Uwe Hacke. Sein Institut sei gut aufgestellt. „Im Falle, das jemand krank wird, haben wir für alles Back-up-Lösungen.“

Für Hacke ist die Schließung der einzig richtige Schritt. „Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir in den Schalterräumen einige Ansteckungs-Hotspots haben. Und wenn es stimmt, dass die Viren vier Stunden überleben, dann müssten wir ja alle vier Stunden alles desinfizieren“, erläutert Hacke die Problematik.

Anzeige

Positives Feedback

Er hat schon sehr viel positives Feedback für die Entscheidung bekommen. Das Anrufaufkommen sei verständlicherweise hoch, Kunden zeigen sich besorgt angesichts der Entwicklung. „Die Türen für die Laufkundschaft sind geschlossen, aber wir sind trotzdem da. Wir sind konsequent im Sinne der langfristigen Aufrechterhaltung der Abläufe“, verdeutlicht der Vorstandsvorsitzende. Alle Dienstleistungen, insbesondere die Beratung, die Geldversorgung und der Zahlungsverkehr seien aber voll umfänglich gewährleistet, beruhigt Uwe Hacke die Kunden.

Auch die Versorgung der mittelständischen Betriebe in der Region in Bezug auf Liquidität. „Es wird akribisch an Hilfsprogrammen gearbeitet. Und wir beobachten die Entwicklungen sehr genau, möchten für unsere Kunden das Optimale herausholen, wollen keine Schnellschüsse machen.“ Aktuelle Informationen dazu befänden sich auch auf der Webseite.

Ein Teil seiner Mitarbeiter sitzt im Homeoffice. „Allerdings werden keine Kundendaten mit nach Hause genommen“, berichtet Hacke. Darüber hinaus sind alle sensiblen Bereiche räumlich voneinander getrennt. „Die haben wir auf zwei Standorte verteilt.“ So schlimm das Thema auch sei, es bestünde ein ausgesprochen gutes Miteinander in dieser schwierigen Situation, stellt der Sparkasse-Chef fest.

VR-Bank Mitte: Einige Filialen noch geöffnet

Die VR-Bank Mitte beobachtet die Situation sehr intensiv, wie Vorstandsmitglied Björn Henkel berichtet.

Geöffnet sind noch folgende Filialen:

Region Duderstadt (Duderstadt, Gieboldehausen, Rittmarshausen)

Region Eschwege (Eschwege, Hessisch Lichtenau, Reichensachsen, Waldkappel)

Region Northeim/Rosdorf (Elliehausen, Geismar, Katlenburg, Northeim, Rosdorf)

Heiligenstadt/Leinefelde (Dingelstädt, Heiligenstadt, Leinefelde, Niederorschel, Worbis)

Witzenhausen (Bad Sooden-Allendorf, Witzenhausen)

Geschlossen sind derzeit:

Filiale Wanfried

Filiale Treffurt

Filiale Großalmerode

Filiale Sieboldshausen

Filiale Bilshausen

Filiale Seulingen

Filiale Langenholtensen

Filiale Nesselröden

Filiale Bickenriede

Filiale Teistungen

Filiale Großbodungen

Filiale Uder

Darüber hinaus wird auch der Bankbus bis auf Weiteres nicht verfügbar sein.

„Wir haben seit dem 12. März einen Krisenstab, der mindestens zweimal am Tag tagt, und der bewertet, wie die aktuelle Situation ist“, erläutert Henkel. Mitarbeiter, die eine Kinderbetreuung gewährleisten müssen, haben die Möglichkeit, zwei Tage bezahlten Sonderurlaub zu nehmen. Darüber hinaus ist die Telefonfiliale personell aufgestockt worden, um die Kunden schnellstmöglich beraten zu können. „Wir haben eine Annahmequote von 90 Prozent“, berichtet Henkel, der gemeinsam mit seinen Kollegen situativ und bedacht handeln, seinen Kunden aber weiterhin den größtmöglichen Service bieten möchte.

Kreissparkasse Northeim: Hauptstelle geschlossen

Die Kreissparkasse Northeim hat ihre Hauptstelle „Am Münster“ in Northeim seit Dienstag, 17. März, geschlossen, ebenso wie die Ein-Personen-Filialen in Höckelheim, Sudheim, Sebexen und Oldenrode/Düderode. Die größeren Geschäftsstellen bleiben nach Auskunft von KSN-Pressesprecher Gernot Bollerhei „von Bodenfelde bis Lindau“ weiterhin – wie gewohnt – geöffnet, die Bargeldversorgung im Geschäftsgebiet der Kreissparkasse sichergestellt. Die Begründung, ausgerechnet die Northeimer Hauptstelle zu schließen, liefert er gleich nach: „Dort arbeiten wichtige, systemrelevante Personen, die dafür sorgen, dass der Betrieb insgesamt sichergestellt ist.“ Beide Selbstbedienungs-Bereiche in der Hauptstelle seien zugänglich, dort gibt es Bargeld, der Zahlungsverkehr sei problemlos möglich. „Und wer bei uns eine schriftlich ausgefüllte Überweisung einwirft, kann sicher sein, dass diese auch bearbeitet wird“, sagt Bollerhei.

Die von der Schließung betroffenen Mitarbeiter arbeiten, soweit möglich, vom Homeoffice aus. Unaufschiebbare Kundentermine werden wahrgenommen. „Sie können sich aber wahrscheinlich vorstellen, dass beispielsweise die Altersvorsorge-Beratung gerade nicht so gefragt ist“, sagt der Pressesprecher, der seitens der Kunden viel Verständnis für die derzeitige Situation erfahren hat. „Die Resonanz ist positiv, es gibt wenige Beschwerden. Mittlerweile ist angekommen, wie ernst die Lage ist“, sagt Bollerhei.

Sparkasse Münden

Noch läuft der Betrieb bei der Sparkasse Münden. „Zum derzeitigen Zeitpunkt haben wir Schließungen beziheungsweise die Fokussierung auf ausgewählte Standorte diskutiert aber uns bisher dagegen entschieden“, sagt Sparkassen-Vorstand Thomas Scheffler. „Wir beobachten die Situation und auch das Verhalten unserer Kunden sehr genau.“ Der Verlauf der Pandemie schließe aber weitere Maßnahmen nicht aus, erklärte Scheffler am Mittwoch.

Die Sparkasse Münden habe den „großen Vorteil“, dass sie in der Hauptstelle und der Geschäftsstelle in Landwehrhagen über sogenannte Diskretkassen verfügen. „Hier sind die Mitarbeiter zumindest durch eine Glasscheibe geschützt und können Transaktionen, die bisher in den Servicebereichen stattgefunden haben, durchführen“, erläutert Scheffler weiter. Außerdem sollen in Kürze Plexiglasaufsteller und -schilder aufgestellt werden, die eine Übertragung von Viren via Tröpfcheninfektion möglichst verhindern sollen. „Ansonsten versuchen wir den Kundenverkehr einzuschränken, Homeoffice zu nutzen und alle technischen Möglichkeiten vollends auszuspielen", sagt Scheffler. „Aktuell haben wir etwa 10 bis 15 Prozent unserer Mitarbeiter mit entsprechenden Zugangsmöglichkeiten ausgestattet. Weitere sollen folgen.“

Servicebereiche sind geschlossen

Servicebereiche selbst seien an den beiden Standorten allerdings geschlossen, an allen Standorten aber noch Ansprechpartner anzutreffen. „Die Selbstbedienungsbereiche stehen unverändert zur Verfügung und werden regelmäßig auf Funktion geprüft und in gebotenen Abständen gereinigt“, sagt Scheffler.

Nach Schefflers Einschätzung zeigten Kunden Verständnis für die Situation und seien bemüht, „von sich aus Kontakte einzuschränken, um so den Aufforderungen der Bundesregierung nachzukommen“. Wichtige Beratungstermine würden aber wahrgenommen, soweit möglich beschränke man sich auf Telefonkontakte oder Mails.

Einschränkungen von Dienstleistungen gibt es bei der Sparkasse Münden noch nicht. „Alle Bereiche sind voll funktionsfähig, wobei wir das Angebot jeweils auf Situation, Notwendigkeit und Kundennachfrage abstimmen“, erläutert Scheffler. Telefon und Online-Banking würden derzeit stärker genutzt. „Natürlich versuchen wir – wie viele Arbeitgeber – unsere Mitarbeiter räumlich voneinander zu trennen, um ein Risiko zu minimieren. Leichte Zeitverzögerungen sind daher nicht auszuschließen“, sagt Scheffler.

Telefonfiliale unverändert im Einsatz

Scheffler rät den Kunden sich „auf die notwendigen, wichtigen Beratungsgespräche und Transaktionen“ zu beschränken, E-Mail, Internetfiliale und Telefon zu nutzen. „Unsere Telefonfiliale ist unverändert im Einsatz und wird durch weitere Mitarbeiter unterstützt“, sagt Scheffler.

Um die Bargeldversorgung der Bevölkerung sicherstellen, griffen inzwischen Notfallpläne. Sie sei nicht in Gefahr. „Sowohl unsere Dienstleister, als auch unsere Mitarbeiter sind auf die aktuelle Situation vorbereitet“, sagt Scheffler.

Als Übertragungsweg für Corona scheide Bargeld laut Fachleuten aus. „Es gibt keinerlei Belege dafür, dass das Virus durch Banknoten oder Münzen verbreitet wird“, sagt Scheffler.

Volksbank Kassel Göttingen

Wie die Volksbank Kassel Göttingen auf ihrer Homepage mitteilt, hält die Genossenschaftsbank ihre Filialen „bis auf Weiteres geöffnet“. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, den Online- und Telefon-Service zu nutzen, da soziale Kontakte weitestgehend eingeschränkt werden sollen.

Lesen Sie auch:

Die Autoren erreichen Sie per E-Mail unter: k.lienig@goettinger-tageblatt.de / v.schwarze@goettinger-tageblatt.de / m.brakemeier@goettinger-tageblatt.de /

m.bambey@goettinger-tageblatt.de

Von Kathrin Lienig, Vicki Schwarze, Michael Brakemeier

17.03.2020
Anzeige