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Hann Münden Wegen Party: Verkauf von Erlebnispark scheitert
Die Region Hann Münden Wegen Party: Verkauf von Erlebnispark scheitert
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00:37 30.04.2018
Trotz aller Querelen nimmt der Erlebnispark Ziegenhagen am Sonnabend, 28. April, seinen Betrieb auf.
Trotz aller Querelen nimmt der Erlebnispark Ziegenhagen am Sonnabend, 28. April, seinen Betrieb auf. Quelle: Foto: Harald Wenzel
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Ziegenhagen

Die zwei Kontrahenten sind der bisherige Besitzer Axel Surup samt Ehefrau Elvira und der Therapeut und Geschäftsmann Dominik Rabah-Hollender, der den Freizeitpark erwerben und mit neuem Konzept fortführen will. Doch dazu wird es höchstwahrscheinlich nicht kommen. Unter anderem wegen einer aus dem Ruder gelaufenen Party, aber auch wegen Finanzierungsschwierigkeiten beim Verkauf sind sich die beiden Seiten mittlerweile spinnefeind.

Unstrittig ist: Noch im vergangenen Jahr wurden sich Surup und Rabah-Hollender darüber einig, dass Surup den Park, knapp zwei Kilometer südlich von Hedemünden gelegen, an den Therapeuten verkauft. Er sei, sagt Surup, sehr angetan gewesen von Rabah-Hollenders Konzept, auf dem Gelände des Freizeitparks auch eine traumapädagogische Therapiestation einzurichten: Dafür seien die Spiel- und Bewegungsangebote sehr geeignet, meint auch Surup.

Doch habe sich der Abschluss eines endgültigen Kaufvertrages immer weiter hinausgezögert, weil Rabah-Hollender keine gesicherte Finanzierung hinbekommen habe. Dafür habe der Käufer in spe allerdings plausible Gründe dargelegt – etwa fehlende Genehmigungen, Probleme mit dem Denkmalschutz der um 1562 errichteten Gebäude und anderes mehr. Surup: „Alles nachvollziehbare Hindernisse.“

Dass es Finanzierungsprobleme gegeben habe, räumt auch Rabah-Hollender ein. Dennoch sei er guten Mutes gewesen, zum 28. April zusammen mit Surups Stiefsohn Michael Stolzenberg mit dem Betrieb des Erlebnisparks unter seiner Regie und unter neuem Konzept beginnen zu können – zunächst mittels eines Pachtvertrages. Dafür habe er 28 Arbeitsplätze schaffen wollen und sei in den vergangenen Wochen zudem mit Dutzenden von Freunden und Bekannten angerückt, die den in die Jahre gekommenen Freizeitpark ausgebessert, saniert und aufgehübscht hätten. Eigentlich sei alles startbereit gewesen.

Doch dann, sagt Rabah-Hollender, habe er Mitte dieser Woche eine WhatsApp-Nachricht von Noch-Besitzer Surup erhalten, mit der ihm ein Hausverbot für das gesamte Parkgelände ausgesprochen worden sei. Die Begründung: eine Party am vergangenen Sonnabend als Dankeschön für die vielen Helfer in einem der historischen Gebäude.

Surup wiederum bestätigt sowohl das Hausverbot als auch die Begründung dafür. Die Party, ein lauter Techno-Krawall, sei völlig aus dem Ruder gelaufen und habe bis zum Sonntagmittag gedauert. Unter anderem sei in dem denkmalgeschützten Gebäude geraucht worden, was strikt verboten sei. Außerdem habe es Beschwerden aus der Umgebung gegeben.

Um solchen und anderen Problemen vorzubeugen, habe er eigens einen Vertrag mit Rabah-Hollender für die Party-Nutzung abgeschlossen, gegen dessen Bestimmungen dann aber massenhaft verstoßen worden sei. Weil er für die Zukunft solchen und ähnlichen Ärger im Dorf vermeiden wolle, habe er sich dazu entschlossen, das Hausverbot auszusprechen und zudem von einem Verkauf an Rabah-Hollender abzusehen.

Der wiederum zeigt sich empört darüber, dass seine Pläne von einem Moment zum anderen zerstört worden seien. Der verhinderte Erwerber räumt ein, dass es auf der Party einige kleinere Probleme gegeben habe („da sind vielleicht so 13 Zigaretten geraucht worden“). Als es Beschwerden über zu laute Musik gegeben habe, sei die Musikanlage sofort abgestellt worden.

Unstrittig ist, dass es keinen wirksamen Kaufvertrag zwischen Surup und Rabah-Hollender für den Freizeitpark gibt. Rabah-Hollender will dennoch juristisch gegen Surup vorgehen und beruft sich auf eine Vielzahl von mündlichen Übereinkommen und Zustimmungen zu seinen Plänen. Er hegt zudem den Verdacht, dass Surup ihn dazu benutzt habe, den Park ohne eigene Leistung wieder für die Saison herzurichten. Kaum überraschend: Diesen Vorwurf weist Surup wiederum scharf zurück.

Klar ist nur: Der Erlebnispark Ziegenhagen eröffnet am Sonnabend, 28. April, um 11 Uhr, allerdings ohne die bisherigen drei Museen. Weil wegen der vielen Querelen noch nicht alles in Tip-Top-Zustand sei, versichert Surup, werde es ermäßigte Eintrittspreise geben.

Von Matthias Heinzel

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