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Hann Münden Gäste beklagen fehlende Toiletten
Die Region Hann Münden Gäste beklagen fehlende Toiletten
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15:36 29.11.2017
Das historischen Rathaus in Hann. Münden. Quelle: Christina Hinzmann
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Hann. Münden

Klein erklärte: „Hann. Münden lebt vom Tourismus.“ Deshalb müsse die Stadt für ihre Gäste ausreichend Toiletten bereitstellen. Es sei „bemerkenswert“, dass der Rat eine Tourismusabgabe einführe, in diesem Bereich dann aber kein Geld ausgeben wolle. Schmook, der als Stadtführer tätig ist, berichtete über Klagen von Besuchern. Ihnen reichten die beiden stillen Orte in der Stadt – auf dem Tanzwerder und an der Rotunde – nicht.

Weitere Klos seien „sinnvoll“, räumte Bürgermeister Harald Wegener (BFMü) ein. Es handele sich allerdings um eine freiwillige Leistung. Die Kommunalaufsicht erwarte von der verschuldeten Stadt, dass sie ihre Ausgaben in diesem Bereich verringere. Die Sanierung der stillgelegten WCs würde 30.000 Euro kosten. Die Reinigungskosten stiegen. Bereits heute ziehe die Stadt Spezialfirmen hinzu, da die Säuberung beschmierter Decken und Wände einer mit elf Euro in der Stunde entlohnten Toilettenkraft nicht zuzumuten sei. Weitere Kosten verursachten Diebstähle und Vandalismus.

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Bauliche Veränderungen zur Erleichterung der Reinigung – Fliesen bis zur Decke und Edlestahltoiletten – regte der Ausschussvorsitzende, Kurt Koppetsch (SPD), an. Die Verwaltung soll nun die Kosten ermitteln.

Gästeführer Schmook schlug vor, die Toiletten von einer Fremdfirma betreiben zu lassen. Jemanden zu finden, sei nicht einfach, sagte dazu Reiner Cohrs vom städtischen Liegenschaften-Fachdienst. In Münden lasse sich mit Toilettenwerbung, einer wichtigen Einnahmequelle der Betreiber, nicht so viel Geld verdienen. Eintritt zu erheben, rechne sich für die Stadt auch nicht, habe sich 2006 bis 2008 gezeigt. Mehrmals seien die Automaten damals aufgebrochen worden.

Mehr Druck auf die Ortsteile Laubach, Lippoldshausen und Oberode fordert der Ausschuss. Die Orte sollen ihre Dorfgemeinschaftshäuser von 2018 an in eigener Regie führen, wie das bereits Bonaforth, Hemeln tun. Im Zuge der Gebietsreform, gab dazu der Bürgermeister zu bedenken, hätten sich die Dörfer zum Teil von der Stadt vertraglich zusichern lassen, dass sie genau das nicht tun müssten. Kevin Barth (SPD) forderte die Bürger der Kernstadt auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Sportanlage am Radwerder zu übernehmen.

Verwundert zeigte sich Manfred Albrecht (MÜNA) über die 737.000 Euro, die die Stadt ihrem Tochterunternehmen KDM im Jahr für die Pflege der öffentlichen Grünanlagen zahlt. Arbeitstempo und Leistung rechtfertigten diesen Betrag nicht, erklärte er. Die „fleißigen Mitarbeiter“, hielt der Bürgermeister dagegen, seien nicht nur in der Stadt, sondern auch in den zehn Ortsteilen im Einsatz. Einige ständen „kurz vor der Rente stehe“ und arbeiteten nicht mehr so schnell wie die Jungen. Bei Krankheitsfällen bleibe auch mal Arbeit liegen.

Von Michael Caspar

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