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Northeim 120 Jahre Kolpingsfamilie Nörten-Hardenberg: Picknick mit Spenden
Die Region Northeim 120 Jahre Kolpingsfamilie Nörten-Hardenberg: Picknick mit Spenden
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20:41 14.08.2019
Die Mitglieder der Kolpingsfamilie Nörten Hardenberg treffen sich regelmäßig beim Stammtisch und für gemeinsame Aktionen – wie hier bei einem Ausflug zur Saline Luisenhall in Göttingen: Mit dabei ist Karin Nutt (vorn, mit der roten Tasche), im Vorstand zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Quelle: r
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Nörten-Hardenberg

Die Kolpingsfamilie ist als soziales Netzwerk vor Ort Teil des katholischen Sozialverbands Kolpingwerk Deutschland.

Die Geburtstagsfeier beginnt um 11 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Martin, mitten im Altdorf auf dem Stiftsplatz. Gegen 12 beginnt das Picknick. „Wir stellen Tische und Bänke auf, sitzen bis 14, 15 Uhr gemütlich zusammen“, sagt Karin Nutt, im Vorstand der Kolpingsfamilie Nörten-Hardenberg für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Neben Erinnerungen an vergangene Jahrzehnte sollen aktuelle Themen die Gespräche bestimmen. Nutt erwartet „80 bis 100 Gäste“, auch aus anderen Familien des Dekanats. Aus Anlass des Jubiläums haben die Mitglieder ein neues Projekt in Unterstützungsprogramm aufgenommen: Sie sammeln Spenden für den Schulbauernhof in Hevensen.

Die ökologische Idee und Nachhaltigkeit unterstützen

„Ganz im Sinne von Adolph Kolping erfolgt auf dem Schulbauernhof direkt im regionalen Umfeld die Umsetzung erlebnis- und handlungspädagogischer Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Der Hof verschreibt sich der Ökologie sowie der artgerechten Tierhaltung und unterstützt den Erhalt bedrohter Nutzpflanzen und Nutztierrassen“, so Nutt.

Adolph Kolping (1813 bis 1865) gründete 1849 als Domvikar in Köln den Kölner Gesellenverein als Zufluchtsstätte junger Handwerker – und zur Bewältigung sozialer Probleme. „Die wandernden Gesellen trugen die Vereinsidee von Kolping in die Welt hinaus“, schreibt das Kolpingwerk auf seiner Homepage. Etwa 80 Jahre später habe sich der Begriff Kolpingsfamilie durchgesetzt. Das „s“ hinter dem Namen habe schon seine Richtigkeit, so Nutt – und die Bedeutung von: Kolpings Familie.

Die „Gründerväter des Katholischen Gesellenvereins St. Joseph Nörten-Hardenberg“ – die Aufnahme wird von der Kolpingsfamilie mit „vermutlich 1902“ datiert. Quelle: r

Vom Gesellenverein zur Gründung der Familie

In Nörten begann die Familienhistorie mit der Gründung des Katholischen Gesellenvereins St. Joseph 1899. „Mitglied durfte jeder katholische Junggeselle ab 17 Jahren werden“, so Nutt. 1933 sei die Umbenennung in Kolpingsfamilie erfolgt. Kolpings Ziel sei auch vor Ort übernommen worden: Er wollte „aus jungen Menschen gute Christen, aufrichtige Staatsbürger, treu sorgende Familienväter, tüchtige Handwerksmeister machen“. das „50-Jährige“ sei 1949 mit „einem Bezirkstreffen und einem großen Festumzug gefeiert worden“, so Nutt. „Nachkommen damaliger Vorstände und die weiterer Mitglieder sind heute noch im Vorstand aktiv.“

In Nörten sei die Kolpingsfamilie Mitte der 60er-Jahre „zur Familie“ geworden, so Nutt. „Zum Beispiel wurden auch die Ehefrauen zu den Versammlungen eingeladen.“ Die Öffnung nach außen hielt nicht lange. 1971 folgte die Umbenennung in Männerverein – die 1975 „in geheimer Abstimmung“ rückgängig gemacht worden sei. Doch die Familie sei nur langsam größer geworden, so Nutt. Am 18. Januar 1985 sei in einem Versammlungsprotokoll notiert worden, dass „die ,Ehefrauen-Aufnahme’ nur sehr zögernd verläuft“.

Die Vorstände Sabine Rother und Clemens Nülsen sammeln 2016 Geld für Erdbebenopfer in Tansania. Quelle: r

Stammtisch und gemeinsame Aktionen

Heute habe die seit 2016 gemeinnützige Kolpingsfamilie 50 Mitglieder. Sie treffen sich einmal im Monat beim Stammtisch und einmal im Monat für gemeinsame Aktionen. Zum Beispiel haben sie im Mai die Saline Luisenhall in Göttingen besucht. Doch vor allem gehe es der Familie um Unterstützung.

In Peru hätte sie mehrere Jahre lang einem Patenkind „400 bis 500 Euro jährlich“ zukommen lassen. Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016 sei mit dem „sozialen Projekt Steilpass“ auf Missstände in Brasilien mit der Forderung „nach mehr Fairness und Gerechtigkeit“ aufmerksam gemacht worden. 2016 seien in Eigeninitiative in der Gemeinde 2400 Euro für Erdbebenopfer in Bukoba (Tansania) gesammelt worden, so Nutt.

Kolpingmitglieder aus Nörten-Hardenberg und Moringen treffen sich anlässlich des Kolpingtags 2015 in Köln. Die Fahnen mit dem schwarzen K auf orangefarbenem Grund gehören dazu. Quelle: r

Mit Geld Hilfe zur Selbsthilfe in Afrika fördern

Die Familie in Nörten setzt weitere Projekte des Kolpingwerks vor Ort um – unter anderem „Kleinvieh für Afrika“, sagt die 51-Jährige. Um das Einkommen in ländlichen Gegenden Afrikas, wie in Tansania, Kamerun oder Kenia, zu sichern, fördere der Kolping-Verband Kleinvieh-Programme: „Durch Erzählungen von Father Gerald aus Tansania, der in der St. Martin-Gemeinde viele Jahre Vertretungsgottesdienste übernommen hat, und auch von Pfarrer Andreas Körner ist bestätigt, dass die für das Kleinvieh-Programm gesammelten Spenden in Ziegen, Schweine und Hühner umgesetzt werden, um die Gemeinschaftsprojekte der dortigen Kolpingsfamilien in den Dörfern zu unterstützen“, so Nutt.

„Diese Tierzucht zieht immer weitere Kreise, da die ersten Nachkommen der Tiere kostenlos an andere Familien zum Aufbau eigener Tierherden weitergegeben werden. Die Tiere dienen nicht nur der eigenen Ernährung. Von dem Geld veräußerter Tiere beziehungsweise deren Produkte werden Schulgebühren, Medikamente, Saatgut und mehr bezahlt.“

Spenden für Schulbauernhof: Originäres Projekt der Nörtener Familie

Das neueste Projekt, die Spendensammlung für den Schulbauernhof in Hevensen, ist eine originäre Aktion der Nörten-Hardenberger Kolpingsfamilie. Beim Picknick am Sonntag mit „Grillgut, Salat- und Kuchenspenden“ können sich die Besucher an Schautafeln und im direkten Gespräch mit Vertretern des Hofs über das Konzept informieren.

„Bewährung als Christ in der Gesellschaft“

Adolph Kolping (1813 bis 1865) gründete 1849 als Domvikar in Köln den Kölner Gesellenverein als Zufluchtsstätte junger Handwerker – und zur Bewältigung sozialer Probleme. „Die wandernden Gesellen trugen die Vereinsidee von Kolping in die Welt hinaus“, schreibt das Kolpingwerk auf seiner Homepage. Etwa 80 Jahre später habe sich der Begriff Kolpingsfamilie durchgesetzt. Mit dem Motto „verantwortlich leben, solidarisch handeln” habe der Verband Kolpings Zielsetzung übernommen, „sich als Christ in Familie, Beruf und Arbeitswelt, Staat und Gesellschaft zu bewähren“.

In Nörten-Hardenberg hat sie 50 Mitglieder im Alter von zwölf bis über 80 Jahren. Sie treffen sich einmal im Monat beim Stammtisch und einmal im Monat für gemeinsame Aktionen. Doch vor allem gehe es der Familie um Unterstützung von Förderprojekten des Kolpingwerks und durch Eigeninitiative im direkten Umfeld. Aktuell werde überlegt, in Kindergärten Vorlesestunden anzubieten. Zurzeit sind etwa 2770 Katholiken Mitglieder der Gemeinde St. Martin Nörten-Hardenberg und Hardegsen. Seelsorger sind Pfarrer Stanislav Poreba, Diakon Joseph Haucke und Dechant Andreas Pape (Northeim).

Von Stefan Kirchhoff

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