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Northeim Wildschwein-Seuche aufgetreten: Tödlich für Hunde und Katzen
Die Region Northeim Wildschwein-Seuche aufgetreten: Tödlich für Hunde und Katzen
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08:34 24.01.2019
Bei einem Wildschwein in Wolbrechtshausen ist die Aujezkysche Krankheit nachgewiesen worden. Quelle: blickwinkel
Wolbrechtshausen

Die Aujeszkysche Krankheit, eine Virusinfektion, ist erstmals bei einem Wildschwein im Landkreis Northeim nachgewiesen worden. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Die Krankheit kann auch Hunde und Katzen befallen – sie endet tödlich, eine Impfung gibt es nicht.

Keine Gefahr für Menschen

Auch wenn im Altkreis Göttingen noch kein Fall bekannt ist, im Altkreis Osterode ist die Infektion bereits seit 2016 bekannt. Dort wurden Fälle aus Bad Grund und Osterode-Freiheit positiv getestet. „Etwa vier Prozent der Wildschweine sind im Altkreis Osterode infiziert“, teilt Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann mit. Bei der regulären Probe wird Wildschweinfleisch auch auf diesen Erreger getestet.

Immer tödlich für Hunde und Katzen

Aber: Die Aujeszkysche Krankheit kann neben Schweinen auch Hunde und Katzen befallen. Bei diesen Tierarten verläuft eine Infektion immer tödlich. Die Fleischfresser können durch die Aufnahme von Blut oder rohem Fleisch infizierter Schweine erkranken. Hunde, so die Kreisverwaltung weiter, erkranken wenige Tage nach der Infektion. Deutliches Krankheitszeichen ist ein „intensiver Juckreiz“. Die Tiere scheuern, belecken und kratzen sich und fügen sich tiefe Hautwunden zu. Darüber hinaus treten Schluckbeschwerden auf, die schaumigen Speichel vor dem Maul verursachen. Da dieses Krankheitsbild dem der Tollwut ähnelt, wird die Infektion auch als Pseudowut bezeichnet. Weiterhin können Futterverweigerung und Lähmungserscheinungen auftreten. Aus dem landkreis Göttingen sind laut Lottmann aber keine Fälle von infizierten Hunden, Katzen oder Hausschweinen bekannt.

Nur gekochtes Schweinefleisch füttern

„Zum Schutz vor einer Infektion mit dem Erreger der Aujeszkyschen Krankheit sollten Hunde und Katzen daher nur mit vollständig durchgekochtem Fleisch von Haus- und Wildschweinen gefüttert werden“, so Dr. Siegfried Orban, Leiter des Fachbereichs Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen beim Landkreis Northeim. Auch der Kontakt mit infizierten Wildschweinen und Teilen erlegter Tiere stelle eine Infektionsgefahr für Hunde dar. Um mögliche Kontakte mit Wildschweinen und damit eine Infektion zu verhindern, sollten Hunde in Wald und Feld, oder dort wo Wildschweine leben, sicherheitshalber angeleint werden.

Hygiene am Schweinestall

Die Aujeszkysche Krankheit ist eine Viruserkrankung. Die Krankheit hat sich seit 2011 in der Schwarzwildpopulation mit Schwerpunkt im Raum Wolfenbüttel, Salzgitter, Goslar und Osterode ausgebreitet. Das Vorkommen der Aujeszkyschen Krankheit bei Wildschweinen bedeutet auch eine Gefahr für Hausschweine. Jäger, die selbst Schweinehalter sind, müssen deshalb zum Schutz vor einer Seuchenübertragung besondere Biosicherheitsmaßnahmen einhalten. So dürfen Schweineställe nicht mit Jagdkleidung betreten oder erlegte Wildschweine nicht auf dem Betrieb ausgenommen werden. Schweinehalter generell müssen durch wirksame Hygienemaßnahmen wie dem Bereitstellen von Schutzkleidung und Desinfektionsmöglichkeiten für Stiefel sicherstellen, dass keine Infektion durch Personen in den Bestand gelangen kann.

Von Britta Bielefeld

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