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Northeim Autobahn 7 zwischen Nörten und Seesen gesperrt
Die Region Northeim Autobahn 7 zwischen Nörten und Seesen gesperrt
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17:06 07.03.2019
Die Arbeiten an der Brücke bei Ildehausen sind ein Grund für die Sperrungen. Quelle: Heidi Niemann
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Göttingen

An diesem Wochenende ist es mal wieder soweit: Die Autobahn 7 wird in Südniedersachsen wegen Bauarbeiten in Teilbereichen komplett gesperrt. Seit knapp zwei Jahren müssen Verkehrsteilnehmer hier regelmäßig mit Behinderungen, Staus und Umleitungen rechnen. Grund: Die A 7 wird auf einem knapp 30 Kilometer langen Abschnitt zwischen Bockenem und Göttingen von vier auf sechs Spuren verbreitert. Vor allem bei den Vollsperrungen gibt es immer wieder ein Problem: Viele Verkehrsteilnehmer folgen nicht den blauen Umleitungsschildern, sondern den Anweisungen ihres Navigationssystems - und verursachen damit regelmäßig in den umliegenden Ortschaften im Landkreis Northeim ein Verkehrschaos.

Seit dem Beginn der Bauarbeiten im Frühsommer 2017 hat es bereits mehrere Dutzend Sperrungen gegeben. Jetzt stehen die nächsten Sperrungen bevor: Am Freitag, 8. März, wird die A 7 zwischen den Anschlussstellen Nörten-Hardenberg und Seesen ab 19 Uhr in Richtung Hannover gesperrt. Davon betroffen sind auch die Anschlussstellen Northeim West, Northeim Nord und Echte. Die nächtliche Sperrung werde voraussichtlich bis Samstag, 9. März, um 9 Uhr dauern, teilte ein Sprecher der Via Niedersachsen GmbH & Co. KG mit. In dieser Zeit werde eine neue Verkehrsführung eingerichtet. Verkehrsteilnehmer sollten in diesem Bereich den Umleitungen U 9, U11 und U13a folgen.

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Umleitungen sind ausgeschildert

Auch danach bleibt der nördliche Teil dieses Abschnitts in Richtung Hannover weiter gesperrt, und zwar die Strecke zwischen den Anschlussstellen Echte und Seesen. Hier wird die Sperre erst am Sonntag gegen 13 Uhr wieder aufgehoben. Bis dahin sollten Verkehrsteilnehmer, die in Fahrtrichtung Norden unterwegs sind, der Umleitung U 15a folgen. Auch wer in der Gegenrichtung unterwegs ist, muss die Autobahn zwischendrin verlassen: In Fahrtrichtung Süden ist die A 7 zwischen den Anschlussstellen Seesen und Northeim-Nord von Freitag, 19 Uhr, bis Sonntag, 13 Uhr, gesperrt. Hier wird der Verkehr über die U 64a umgeleitet.

Grund für die Sperrung sind im Wesentlichen zwei Baumaßnahmen: Zum einen soll der Verkehr streckenweise auf die gegenüberliegende Richtungsfahrbahn verschwenkt werden, so dass in insgesamt drei Abschnitten ein so genannter „4+0 Verkehr“ eingerichtet ist. Der gesamte Verkehr läuft dann über die Richtungsfahrbahn Kassel, während auf der anderen Seite die dreispurige Fahrbahn in Richtung Hannover ausgebaut wird. Zwischen diesen drei Engstellen gibt es zwei so genannte Beruhigungsabschnitte, in denen keine Bauarbeiten stattfinden. In diesen beiden Abschnitten, die zwischen Northeim-Nord und Imbshausen sowie Düderode und Seesen liegen, sollen sich die Autobahnnutzer zwischendrin von dem anstrengenden „4+0-Verkehr“ etwas erholen können.

Brückenarbeiten bei Ildehausen

Ein weiterer Grund für die Autobahnsperrung seien Brückenbauarbeiten, teilte ein Sprecher von Via Niedersachsen mit. An einem Brückenneubau in der Nähe von Ildehausen müsse das Traggerüst ausgebaut werden. Insgesamt werden im Zuge der Autobahnverbreiterung mehr als 40 Brücken abgerissen. 35 Brücken werden neu gebaut, darunter auch zwei Wildbrücken. Um lange Transportwege zu vermeiden, wird das anfallende Abbruchmaterial direkt neben der Autobahn in mobilen Bauschutt-Recyclinganlagen aufbereitet.

In den vergangenen Monaten war es vor allem bei Vollsperrungen immer wieder zu chaotischen Verkehrsverhältnissen gekommen, unter denen vor allem die Bewohner der Ortschaften Edesheim und Kalefeld zu leiden hatten. Weil viele Verkehrsteilnehmer nicht die ausgewiesenen Umleitungsrouten nutzten, sondern die vom Navigationsgerät angezeigte kürzeste Strecke nahmen, zwängten sich unzählige Lkw und Autos durch kurvige Kreisstraßen und enge Ortsdurchfahrten. Dabei kam es wiederholt zu Unfällen mit entsprechenden Sachschäden.

Ausbau soll Ende 2020 fertig sein

Inzwischen haben die Behörden einige Gegenmaßnahmen getroffen. So sollen bei Autobahnsperrungen an der Zufahrt zur Ortschaft Edesheim Halbschranken mit dem Hinweis „Durchfahrt verboten“ aufgestellt werden. Nur Anlieger dürften dann in den Ort hineinfahren, teilte ein Sprecher der Straßenverkehrsbehörde mit. Außerdem soll an der Anschlussstelle Echte eine Absperrung dafür sorgen, dass Verkehrsteilnehmer nicht in die Ortschaft Echte hineinfahren, sondern der ausgeschilderten Umleitung in Richtung Bad Gandersheim folgen.

Der sechsspurige Ausbau der Autobahn soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein. „Wir bewegen uns im Zeitplan“, sagt Via Niedersachsen-Sprecher Stefan Schütz. Das Konsortium hatte den Zuschlag für die im Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) betriebene Autobahnstrecke zwischen Bockenem und Göttingen erhalten.

Von Heidi Niemann