Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Northeim Baugutachten für Kapelle: Lütgenröder hoffen auf den Frühling
Die Region Northeim Baugutachten für Kapelle: Lütgenröder hoffen auf den Frühling
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 23.12.2018
Vorsichtiger Optimismus: Christine Busch und Mitstreiter in der Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt der Kapelle hoffen auf die Sanierung.
Vorsichtiger Optimismus: Christine Busch und Mitstreiter in der Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt der Kapelle hoffen auf die Sanierung. Quelle: Archiv (Caspar)
Anzeige
Lütgenrode

Jetzt, nach fast drei Jahren Ungewissheit, gibt der Kirchenkreis Geld für ein Gutachten frei.

Spenden für den Erhalt des Gebäudes hat die Arbeitsgemeinschaft Erhalt der Kapelle St. Johannis Lütgenrode zuletzt am 19. und 12. mit Treffen bei Tee und Keksen, mit einer Lesung am 14. Dezember und einem Konzert mit dem Chor „Zwischenklänge“ am zweiten Advent gesammelt: „Das Konzert am Sonntagabend übertraf all unsere Erwartungen“, sagte Christine Busch, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft St.-Johannis-Kapelle. Ein Grund für das „ausverkaufte Haus“ dürfte die Ankündigung aus dem Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche, Außenstelle Göttingen gewesen sein: Architekt Frank Wagner sagte Ende November gegenüber Busch, dass die Mitglieder des Bauausschusses im Kirchenkreis Göttingen Mittel für ein Baugutachten (inklusive Bodenbeschaffenheit) genehmigt haben.

Prüfung von Statik und Grundfestigkeit der Kapelle in Lütgenrode

Unter anderem seien in der Rückwand der Kapelle „Ausbauchungen und Wasser im Mauerwerk“ festgestellt worden und „im Inneren der Kirche hebt sich der Fußboden“, so Wagner. Holzbalken und Edelstahlanker stützen die Wand, die, da mit Platten abgeschottet, nicht sichtbar sind. Durch die Prüfung von „Statik und Grundfestigkeit“ der Kapelle soll umfänglich untersucht werden, welche Bereiche wie stark beschädigt sind; ermittelt werden, was getan werden muss – und klargestellt werden, wie viel Geld der Kirchenkreis anteilig für eine Sanierung zahlen müsste. Zahlen die im Raum stünden (von mehreren Hunderttausend Euro war in den vergangenen Jahren im Dorf die Rede) seien spekulativ, so Wagner. „Was wir brauchen, ist Transparenz.“

Baudenkmal St. Johannis ist 800 Jahre alt

Das auf den Weg gebrachte Gutachten für das das 800 Jahre alte Baudenkmal soll ab Frühjahr erstellt werden. Ergebnisse können im Sommer vorliegen, so Peter Friele von der Abteilung Bau und Liegenschaften im Kirchenkreisamt. Welche Rolle St. Johannis in Lütgenrode im zu erstellenden Gebäudebedarfsplan des Kirchenkreises spielen werde, „wird noch festgestellt“, sagt Peter Friele: „Es gibt ein klares Überangebot an Kirchen. Wir werden nicht alle halten können.“

Kirchenkreis Göttingen: Bedarfsplanung wird erstellt

Den Bedarf zu planen, beinhalte die Frage: Welche Sakralgebäude werden „angesichts des demografischen Wandels und der Entwicklung der Kirchenmitgliederzahlen“ gebraucht, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Insofern, betont Friele, hätten die Bürger ein deutliches Zeichen gesetzt – „auch im Vergleich mit anderen Kirchengemeinden. Ein Kriterium ist, wie die Gemeinden ihre Kirchen nutzen. Die Aktivitäten der Lütgenröder sind natürlich wichtig für die Planung.“

Lütgenröder: Fördergelder für die Sanierung beantragen

Christine Busch und Mitstreiterinnen haben weitere Ideen für Veranstaltungen in der Kapelle entwickelt; und sie machen sich Gedanken in Bezug auf Fördergelder – falls der Bedarf attestiert wird. Busch jedenfalls hat im Advent ihren Optimismus neu entdeckt – die Ankündigung des Baugutachtens „ist ein kleiner Schritt in die Richtung, unsere Kapelle zu sanieren“.

Beiträge (Auswahl) des Göttinger Tageblatts zur Kapelle St. Johannis Lütgenrode: Chor, Lesung und Treffpunkt Kapelle; Frühstück zur Kapellenrettung; Die Kapelle ist gesichert; Johanniskapelle droht Einsturz;

Von Stefan Kirchhoff