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Northeim Bündnis plant Proteste gegen Neonazi-Kundgebung in Moringen am 4. Dezember
Die Region Northeim Bündnis plant Proteste gegen Neonazi-Kundgebung in Moringen am 4. Dezember
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18:56 28.11.2019
Vor dem Torhaus des ehemaligen Konzentrationslagers in Moringen hat jemand Sticker gegen Rechts angebracht. Quelle: Christina Hinzmann
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Moringen

Initiativen und Organisationen aus Moringen wollen am Mittwoch, 4. Dezember, gegen eine an diesem Tag in der Stadt angekündigte Demonstration von Rechtsextremisten auf die Straße gehen. Es seien eine Gegenkundgebung und ein „buntes Bürgerfest“ geplant, sagte der Leiter der Moringer KZ-Gedenkstätte, Dietmar Sedlaczek, am Donnerstag. Details der Protestaktionen würden bei einem Treffen am Montag, 2. Dezember, besprochen: „Wir streben ein breites Bündnis gegen Rechts an.“ Derzeit ist ab 14.30 Uhr eine Gegenkundgebung an der Kirche geplant.

Neonazis aus dem Umfeld der rechtsextremen „Kameradschaft Einbeck“ werben im Internet für ihren Aufmarsch. „Schluss mit Hexenjagd und Pressehetze! Wir sehen uns auf der Straße!“, heißt es dort. Nach Angaben von Sedlaczek haben die Polizei und die Stadt Moringen bestätigt, dass diese Kundgebung stattfinden soll.

„Wir möchten nicht, dass jene, die selber hetzen und Lüge zu Wahrheit erklären, Moringen als Resonanzraum für rechte Parolen missbrauchen“, heißt es in einer Erklärung von Friedegunde Blöcker, Dietmar Sedlaczek und Arno Schelle stellvertretend für die Organisatoren der Gegenkundgebung.

Abgebrochene Führung in der KZ-Gedenkstätte

Sedlaczek zufolge könnte die Veranstaltung der Neonazis in Zusammenhang mit einer abgebrochenen Führung in der KZ-Gedenkstätte stehen.

Vor zwei Wochen habe eine Gruppe von Rechtsextremisten bei einem geführten Rundgang die Haftbedingungen in den früheren Konzentrationslagern der Stadt verharmlost und die Glaubwürdigkeit der Gefangenen diskreditiert.

„So etwas haben wir aber noch nicht erlebt“

„Es war die Absicht, den Grad des Sagbaren zu verschieben“, sagte Gedenkstättenleiter Dietmar Sedlaczek am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Es sei darum gegangen, mit Bezugnahme auf die Meinungsfreiheit die KZ-Haft zu verharmlosen und die Opfer zu diskreditieren. In der Vergangenheit habe es Hakenkreuz-Schmierereien gegeben. „So etwas haben wir aber noch nicht erlebt.“ Die vierköpfige Gruppe sei zunächst nur wegen teilweise militärischer Kleidung aufgefallen.

Ähnliche Vorfälle gab es auch an anderen Orten, die an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Millionen von Holocaust-Opfern erinnern. So hatte die Gedenkstätte Buchenwald in Thüringen Anfang des Jahres berichtet, dass die Zahl an Zwischenfällen mit rechtsextremem Hintergrund zugenommen habe.

Fotos mit Daumen nach oben

Die Mitarbeiter der Gedenkstätte in Moringen beendeten die Führung daraufhin. Anschließend posierten die Rechtsextremisten mit nach oben gerichteten Daumen vor der Gedenkstätte. Die für das Foto geöffneten Jacken gaben den Blick auf T-Shirts mit dem in Frakturschrift geschriebenen Schriftzug „Zensiert!“ sowie mit der Aufschrift „Fuck you Israel“ und einem durchgestrichenen Davidstern frei.

In den sozialen Netzwerken ernteten die Neonazis dafür Spott und Häme:

Von lel/mib/dpa/epd

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