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Northeim Bund Niedersachsen will Kinder für Natur begeistern
Die Region Northeim Bund Niedersachsen will Kinder für Natur begeistern
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13:00 21.10.2019
Die Teilnehmer des Moduls in Katlenburg-Lindau Quelle: r
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Katlenburg-Lindau

27 angehende Streuobst-Pädagogen haben in Katlenburg-Lindau vor kurzem das letzte Modul ihrer Streuobst-Pädagogen Ausbildung absolviert. Sie waren dazu im BUND Naturerlebnis zu gast, teilt Helmut Schröder vom Naturerlebnis mit. Dabei hätten sich die Gebäude-und Geländestrukturen im Testbetrieb durch Teilnehmer und Dozenten bewährt.

Den Schwerpunkt des Ausbildungsabschnittes habe die Ernte, Verwertung und Bestimmung von Obstsorten gebildet. Bestandteil des zweitägigen Seminars sei auch ein Besuch der Mosterei Ott in Gieboldehausen gewesen. In Niedersachsen gibt es die Ausbildung zum Streuobst-Pädagogen und jedes Jahr seien es etwa 25 Teilnehmer, die sie absolvieren, teilt Projektleiterin Sabine Washof mit. Entstanden sei die Idee in Baden-Württemberg, das als Streuobstland gelte. „Dort hat Beate Holderied eine Streuobstschule gegründet und wir haben uns 2013 in Hamburg kennengelernt“, sagt Washof.

Wissenswertes um Obstarten und Obstschnitt

Die fünf Module beinhalten unter anderem das Erkennen von Tierspuren im Schnee, den richtigen Schnitt von Obstbäumen, Obstarten und Obstsorten, den Zusammenhang von Streuobst und Ernährung sowie die Pflege der Streuobstbestände. Außerdem werde in den Modulen auch über die Ernte und Verwertung des Obstes gesprochen. Des Weiteren seien auch Bestimmungsübungen von Pflanzen und Kräutern Bestandteil der Ausbildung. Da die Absolventen ihre Erkenntnisse unter anderem an Grundschulkinder weiter geben sollen, sind auch Naturpädagogik und Didaktik Inhalte des Seminars. „Hier können sie beispielsweise mit den Kindern ganzjährig Streuobstprojekte durchführen“, erklärt Washof. Die Bereiche, aus denen die Absolventen kommen, seien vielfältig. „Einige kommen aus der,Naturschutzszene’ und möchten sich in der Umweltbildung ein weiteres Standbein aufbauen“, sagt die Projektleiterin. Andere hingegen hätten bis sie sich zur Ausbildung entschließen nichts mit dem Thema zutun gehabt.

Bewusstsein für regionales Obst schaffen

Franziska Kreuzinger ist Studentin im Masterstudiengang „Sozial-und Bevölkerungsgeografie“ und eine Teilnehmerin des diesjährigen Ausbildungsjahrgangs. „Nachdem feststand, dass ich im Rahmen meiner Masterarbeit ein Streuobst-Konzept entwickeln werde, bin ich bei Recherchen zum Thema auf Infos zur Streuobst-Pädagogen-Ausbildung in Niedersachsen gestoßen. Die inhaltlichen Bausteine haben mein Interesse geweckt und passen thematisch super zur Masterarbeit“, erläutert sie ihre Beweggründe, die Ausbildung zu machen. Entstanden sei ihr Interesse für das Thema, da Äpfel ein fester Bestandteil ihrer Essgewohnheiten sei. „Am besten schmecken mir jene Apfelsorten, die ich zwar nicht im Supermarkt kaufen, dafür aber vom Baum pflücken kann. Wie gut die selbstgepflückten Äpfel schmecken, wissen – glaub ich – nur noch die wenigsten, denn ich beobachte jeden Herbst wieder, dass unzählige Äpfel an den Bäumen hängen und somit ungenutzt bleiben. Das finde ich unheimlich schade“, berichtet Kreuzinger. Auch deshalb habe sie an der Ausbildung zur Streuobst-Pädagogin teilgenommen, denn ihr sei es eine Herzensangelegenheit den Wert des regionalen Obstes wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken“, sagt die Studentin.

Franziska Kreuzinger hat die Ausbildung zur Streuobst-Pädagogin erfolgreich abgeschlossen. Quelle: r

Saftpressen mit Kindern

Aus ihrer Sicht sei es wichtig, dass die Menschen für die Themen Biodiversität und nachhaltige Landnutzung, wie die Streuobstwiese, zu sensibilisieren. Sie selbst sei bereits zweimal als Streuobst-Pädagogin im Einsatz gewesen. Unter anderem habe sie mit Kindern Saft aus Streuobstäpfeln gepresst und Nisthilfen für Insekten gebastelt. „Gern würde ich auch weiterhin mit Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, um Kinder anhand der Streuobstwiese für Zukunftsthemen wie Regionalität, Klima- und Naturschutz zu begeistern“, möchte sie die Themen der Ausbildung zukünftig aktiv umsetzen.

85 Unterrichtsstunden in einem Jahr

Der BUND Niedersachsen engagiert sich gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Ökolandbau und dem Waldpädagogikzentrum Lüneburger Heide seit Jahren für die „Zusammenarbeit zur Erhaltung von Streuobstwiesen in Niedersachsen“. „Gefördert wird dieses Projekt aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raum nach der Richtlinie Landschaftspflege und Gebietsmanagement in Niedersachsen und Bremen“, teilt der BUND mit. Die Ausbildung werde als Teil dieses Projekts in Zusammenarbeit mit der Streuobst-Pädagogin Beate Holderied aus Baden-Württemberg, dem Verein der Streuobst-Pädagogen und der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz angeboten. Das Ziel der Ausbildung sei es, dass sie an Schulen und in Vereinen Kinder, Jugendliche und Erwachsene für das Thema Streuobst begeistern und die verschiedenen Altersgruppen für das faszinierende, aber bedrohte Biotop sensibilisieren. Die Schulung dauert ein Jahr und umfasst 85 Unterrichtsstunden, die in fünf Blöcke aufgeteilt sind. Interessierte können sich schon jetzt bei Projektleiterin Sabine Washof unter sabine.washof@nds.bund.net für das nächste Ausbildungsjahr 2020 anmelden.

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