Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Northeim Corona: Landesregierung stuft Landkreis Northeim als Risikogebiet ein
Die Region Northeim

Corona: Landesregierung stuft Landkreis Northeim als Risikogebiet ein

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:19 16.10.2020
Ausgangspunkt des sehr hohen Infektionsgeschehens in Bad Gandersheim ist das Glaubenszentrum in der Stadt. Quelle: dpa
Anzeige
Bad Gandersheim

Nach der Sitzung des Corona-Krisenstabs des Landkreises Northeim am Freitagmittag, 16. Oktober, sei die seit Mittwoch geltende Allgemeinverfügung für Bad Gandersheim nicht angepasst worden, so eine Sprecherin der Pressestelle des Landkreises gegenüber dem Tageblatt. Der Massentest im Glaubenszentrum Bad Gandersheim sei abgeschlossen. Jedoch würden nach wie vor Kontakte verfolgt – die Untersuchungen seien noch nicht zu 100 Prozent abgeschlossen. Das Land habe den Landkreis am Freitag als Risikogebiet eingestuft.

Aktuell seien 333 bestätigte Infektionen im Landkreis Northeim bekannt. Seit Mittwoch seien somit 71 neue Corona-Fälle hinzugekommen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen (Sieben-Tagesinzidenz pro 100 000 Einwohner) liegt derzeit bei 103,9. 182 Bürger seien genesen, sodass die Infektionsquarantäne aufgehoben werden konnte, so die Pressestelle. Im Landkreis Northeim seien aktuell 144 akut infizierte Bürger bekannt – fünf aus dem Raum Northeim, zwei in Uslar, einer in Nörten-Hardenberg, zwei in Einbeck, einer in Moringen und 133 in Bad Gandersheim.

Anzeige

Glaubenszentrum: 125 von 252 Getesteten positiv

Die hohe Anzahl der infizierten Personen in der Stadt Bad Gandersheim sei auf das Infektionsgeschehen im Glaubenszentrum Bad Gandersheim zurückzuführen, in dem 252 Bürger getestet worden seien – 125 positiv. Sie seien in Quarantäne. Zunächst habe der Landkreis den Bewohnern des Glaubenszentrums, „die eine Unterkunft in der Stadt hatten, erlaubt, mit einer Mund-Nasenbedeckung auf einem Nebenweg zum Glaubenszentrum zu gehen, um dort Mahlzeiten einzunehmen“, teilte die Pressestelle mit. Diese Ausnahmeregelung sei am Freitag zurückgenommen worden. „Die betroffenen Personen werden im Laufe des Tages informiert, dass sie für den Rest der Quarantänezeit in ihren Wohnungen verbleiben müssen“, heißt es weiter.

Die Kontaktverfolgung durch den Fachbereich Gesundheitsdienste sei derzeit „noch nicht gänzlich abgeschlossen“, so die Pressestelle. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich das Infektionsgeschehen nur auf das Glaubenszentrum beschränken würde. Im Bereich der Stadt Bad Gandersheim seien Außenteams des Fachbereichs Ordnung gemeinsam mit der Polizei „verstärkt unterwegs, um das Geschehen vor Ort zu kontrollieren und Aufklärungsarbeit zu leisten“.

Ansteckung vor allem durch Kontakte mit Infizierten

Bei den seit Mittwoch hinzugekommenen Neuerkrankungen handele es sich um Männer und Frauen „jüngeren, mittleren und fortgeschrittenen Alters“, heißt es in der Mitteilung. Die Ansteckungswege seien größtenteils auf Kontakte zu Infizierten zurückzuführen. Die Infizierten befänden sich in häuslicher Quarantäne. Sie klagten über Symptome wie Husten, Schnupfen, Durchfall, Fieber, Geschmacksverlust, Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen.

GT/ET-Update – Der Newsletter

Die wichtigsten Nachrichten aus Göttingen, dem Eichsfeld und darüber hinaus täglich um 17 Uhr in Ihrem E-Mail-Postfach.

Am Freitag, 16. Oktober, sei der Landkreis Northeim auf der Seite des Landes Niedersachsen aufgrund der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100000 Einwohner als Risikogebiet deklariert worden, so die Pressestelle – auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch nicht; Grund sei, dass die Übermittlung der Zahlen des Landes ans RKI zeitverzögert erfolgten. Das RKI aktualisiere die Zahlen einmal am Tag, in der Regel nachts.

Das Bürgertelefon des Landkreises Northeim ist zusätzlich an diesem Wochenende von jeweils 10 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05551/7088080 erreichbar. Das Team soll personell verstärkt werden, hatte die Pressestelle am Donnerstag gegenüber dem Tageblatt betont.

Von Stefan Kirchhoff