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Northeim Standpauken beim Ehrengericht
Die Region Northeim Standpauken beim Ehrengericht
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19:00 02.07.2019
Die Angeklagten vor dem Hohen Gericht in Lindau hatten ihren Spaß. Quelle: Eichner-Ramm
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Lindau

Beim Ehrengericht im Rahmen des Schützenfestes in Lindau sind am Sonntag einige Übeltäter bestraft worden. Allerdings wurden längst nicht alle Straftaten, die den Hütern der Tradition aufgefallen waren, geahndet worden.

Das Ehrengericht gilt als Spezialität des Lindauer Schützenfestes. Dort hagelt es während der launigen Gerichtsverhandlung im Schützenhaus nicht nur Standpauken, sondern Anklagen, Argumente der Verteidigung und am Ende die Urteile sorgten auch diesmal wieder für manchen Lacher. Und für manche Strafe im Sinne der Schützengesellschaft.

Alter Sheriff „verschlissen“

„Ihr habt es uns nicht leicht gemacht“, sagte Richter André Wächter in die Runde der Schützen zu Beginn der Verhandlung. Weil der alte Sheriff „verschlissen“ war, wurde Jens Ettrich diese Aufgabe übertragen. Und der führte sogleich mit nötigem Nachdruck die Angeklagten vor, die sich zu verantworten hatten.

Besonders verwerflich habe sich, so die Anklage, Thomas Kopp verhalten, als er die nicht ordentlich sitzende Schärpe des Hauptmanns als „Kackband“ bezeichnet habe. „Das geht gar nicht“, kommentierte Richter Wächter. Das sah auch Staatsanwalt Frank Schmidt so. Er forderte als Bestrafung, dass der Angeklagte bei den nächsten drei Schützenfesten den Toilettendienst übernehmen sollte. Verteidiger Dominic Schmidt plädierte dafür, dass der Bäckermeister Kopp „Käsestangen für alle Helfer des Büschefahrens“ ausgeben soll.„Wir sind mit solchen Denunzianten viel zu milde“, sagte Wächter und sprach das Urteil: „Der Bäckermeister Kopp hat im kommenden Jahr die kompletten Brötchen für die Schützengesellschaft zu stiften.“

Strohhüte nicht erlaubt

Weitere Verfehlungen wurden fünf Schützendamen vorgeworfen. Sie hatten gewagt, ihre Schützenuniform um Strohhüte zu erweitern. „Das geht natürlich nicht“, so der Staatsanwalt, angesichts der hochsommerlichen Temperaturen beim Schützenumzug plädierte der Verteidiger auf Freispruch. Zur Strafe müssen die Damen im nächsten Jahr die Kleiderordnung der Junggesellen kontrollieren – „vom Schuhbändel zubinden bis zum Naseputzen“.

Hohes Gericht der Schützengesellschaft Lindau mit Dominic Schmidt als Verteidiger, André Wächter als Richter und Frank Schmidt als Staatsanwalt (von links). Quelle: Eichner-Ramm

Weil die die Damen der Schützengesellschaft gedemütigt haben, in dem sie in Damenunterwäsche getanzt haben, mussten fünf Junggesellen vor den Kadi. „Wie kommt man als Mann auf die Idee, so etwas anzuziehen?“, fragte Staatsanwalt Schmidt und forderte als Strafe, dass die Angeklagten allen Frauen der Schützengesellschaft die Beine rasieren müssten. „Ich möchte den Damen das Blutvergießen ersparen“, entgegnete Verteidiger Schmidt und schlug als Strafe vor, für alle Damen einen Rasierer zu kaufen. Dem folgte Richter Wächter und legte noch eine Forderung auf das Strafmaß drauf. Danach sollen die verurteilten Junggesellen eine Choreografie in Schlüpfern einstudieren und bei der Kirmes vorführen.

Grillfest für die Schützen

Anwalt Schmidt musste sich vor dem Lindauer Ehrengericht ebenso verantworten wie Leutnant Michael Kopp. Letzterer habe die Helfer beim Büsche holen und verteilen überstrapaziert. Denn er hätte wissen müssen, durch welchen Straßen der Umzug führen würde. Die geschätzten 3000 Büsche habe er aber auch dort aufstellen lassen, wo der Zug der Schützen gar nicht vorbei kam. Kopp möge beim nächsten Schützenfest alleine alle Büsche mit Fahrrad und Anhänger aus dem Wald holen und verteilen, so die Forderung des Staatsanwaltes. Als „leidenschaftlicher Büschefahrer im Nebenberuf“ forderte Verteidiger Schmidt, der Angeklagte solle einen Grillabend für die Treckerbesatzung ausgeben. Am Ende verhängte Richter Wächter die Strafe für Kopp: Eine Einladung zum Grillen für alle Schützen der betroffenen Straßen und der Büschefahrer.

Schützenumzug 2019 in Lindau

Bilder, einen Clip und einen Bericht vom Schützenumzug in Lindau gibt es hier.

Die Autorin erreichen sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/94997-12.

Müller und Wenck sind neue Majestäten

Die Schützengesellschaft Lindau hat Rahmen des Schützenfestes in Lindau ihre neuen Majestäten gekürt und ein neues Vorstandsgremium gewählt.

Schützenkönig wurde Thomas Müller, Schützenkönigin Julia Wenck. Junggesellenkönig wurde Felix Wächter, Jugendkönig darf sich Anton Monecke nennen. Sieger beim Schießen auf die Wildscheibe Schüler 12 bis 14 Jahre wurde Lenie Birkefeld, die Wildscheibe Schüler Lichtpunktgewehr gewann Timo Albrecht und den Jugendpokal holte sich Emelie Stör. Groß-Gemeindekönigin wurde Margareta Kühne.

Bei den Wahlen zum Vorstand hat die Mitgliederversammlung am Sonntag Thomas Iben zum neuen Männerschaffer gewählt. Ebenfalls neu im Vorstandsgremium ist Schriftführerin Pia Spillner. Wiedergewählt wurden Rechnungsprüferin Sonja Kopp, Sportleiter Thomas Müller, Jugendsportleiterin Heike Biermann, die zweite Jugendsportleiterin Elisabeth Weber und Damenspartenleiterin Heike Biermann. Junggesellenfähnlich wurde Lucas Scholtysek, Ehrenfähnlich ist Rolf Hellmann. Im Amt des Jugendschaffers gab es erstmals eine Wiederwahl: Christoph Hollborn übt das Amt weiterhin aus. Neuer zweiter Junggesellenleutnant wurde Dominic Schmidt.

Von Britta Eichner-Ramm

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