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Northeim Wolf reißt zwei Kamerunschafe
Die Region Northeim Wolf reißt zwei Kamerunschafe
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18:45 24.02.2019
Symbolfoto. Quelle: dpa-Zentralbild
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Oldenrode

Als Hobbyzüchter Hans-Peter Ernst am Morgen des 11. Februar über die Kreisstraße von seinem Wohnhaus hinüber zur Streuobstwiese ging, stellte er fest, dass seine drei tragenden Muttertiere, die er dort hielt, ihm nicht wie gewohnt entgegengelaufen kamen. Er fand die Kadaver von zwei seiner drei Kamerunschafe vor, berichtet er. Eines der Muttertiere sei fast „komplett aufgefressen“ gewesen, ein weiteres habe etwas entfernt ebenfalls gerissen auf der Wiese gelegen. Das dritte Tier habe Bissverletzungen gezeigt, aber überlebt. Das Ganze habe sich gerade einmal 50 Meter von der Wohnbebauung abgespielt, sagt Ernst.

Von den Kadavern der beiden gerissenen Schafe waren Proben genommen und ins Senkenberg Forschungsinsitut in Frankfurt zur Untersuchung geschickt worden. Dort wurde jetzt festgestellt, dass es sich um Wolfs-DNA handelt. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung erforscht nach eigenen Angaben die Rückkehr der Wölfe seit vielen Jahren und begleitet das bundesweite Wolfsmonitoring wissenschaftlich. Als „Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf“ werden hier seit Anfang 2010 jährlich hunderte von Wolfsproben mit hochpräzisen genetischen Methoden untersucht.

DNA-Proben genommen

Ein Film des Ganderheimer Kreisblattes zeigt, wie direkt nach dem Fund der gerissenen Schafe am 11. Februar DNA-Proben genommen werden.

Wolf als Täter identifiziert, weitere Untersuchungen folgen

Ole Anders, als Koordinator des Luchsprojektes im Nationalpark Harz, berichtet, dass zunächst vermutet worden war, die beiden gerissenen Kamerunschafen seien Opfer von einem Luchs geworden. Daraufhin habe eine Kollegin die Kadaver vor Ort dokumentiert und die Proben genommen. Inzwischen sei als Täter der Wolf identifiziert worden, so Anders.

Den ersten Gentests sollen nun weitere Untersuchungen folgen. Diese könnten zum Beispiel Aufschluss darüber geben, von welchem Rudel der Wolf stammt, der in Oldenrode die Schafe gerissen hat. Die weiteren Nachforschungen werden koordiniert vom Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Dieser ist zuständig für das professionelle Wolfsmanagement in Niedersachsen. Durch den vom Wolfsbüro beauftragten genetischen Fingerabdruck eines Wolfes sei das jeweilige Tier eindeutig identifizierbar, heißt es in den Informationen des NLWKN zum Thema.

„Werde die Schafhaltung aufgeben“

„Ich werde die Schafhaltung auf der Streuobstwiese aufgeben müssen“, so Ernst. Mit dem Nachweis, dass es sich um einen Wolfsriss handle, könne er zwar die Unterstützung für einen Wolfszaun in Anspruch nehmen. Aber „wenn Sie das morgens sehen, vergeht einem der Spaß an der Tierhaltung.“ Außerdem wolle er die Wiese direkt an einem beliebten Spazierweg nicht wie eine Festung einzäunen. Noch offen sei die Frage der Entschädigung, so der Hobby-Schafhalter. Die sogenannte „Richtlinie Wolf“ des Landes Niedersachsen regelt, wann sogenannte „Billigkeitsleistungen“ bei durch den Wolf verursachten „wirtschaftlichen Belastungen“ gezahlt werden.

Eindeutige Richtlinien gefordert

Der Verein „Freundeskreis freilebender Wölfe“ hat den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Sonntag aufgefordert, dringend Richtlinien für „einen wolfsabweisenden Grundschutz auch für Rinder- und Pferdehaltung“" zu entwerfen. Hintergrund ist die Genehmigung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts vom Freitag zum Abschuss eines Wolfsrüden aus dem im Kreis Nienburg ansässigen Rudels. Es verwarf damit die Beschwerde des Freundeskreises gegen die Tötung.

Mehr zum Thema Wolf:

Umfassende Informationen zum Thema „Der Wolf in Niedersachsen stellt der NLWKN online zur Verfügung. Die erste bestätigte Wolfsichtung im Landkreis Göttingen gab es im Juli 2017 bei Lödingsen. Die beiden getöteten Schafe in Oldenrode tauchen in der Auflistung der Nutztierschäden der NLWKN übrigens noch nicht auf. Die Landesjägerschaft informiert auf einer Wolfsmonitoring-Internetseite über Wolfssichtungen und mehr.

Von Britta Eichner-Ramm

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