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Hardegsen 67 entschädigte Unfälle im Landkreis Northeim
Die Region Northeim Hardegsen 67 entschädigte Unfälle im Landkreis Northeim
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16:45 02.04.2019
Jörg Richert (1. Kreisrat), Thomas Wittschurky (FUK Geschäftsführer), Axel Rode (Kreissicherheitsbeauftragter) und Jochen Köpfer (Präventionsleiter, v. l.). Quelle: vw
Northeim

 Täglich ereignen sich fast sieben Unfälle im freiwilligen Feuerwehrdienst. Dies ergab die Statistik, die die Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) zum Unfallgeschehen in Niedersachsen im Jahr 2018 am Dienstag in Northeim veröffentlicht hat.

„Das Risiko, im Feuerwehrdienst zu verunglücken, ist doppelt so hoch wie in Betrieben der Metall verarbeitenden Industrie und fünfmal so hoch wie in Betrieben des Einzelhandels“, sagte Thomas Wittschurky, Geschäftsführer der FUK. Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Geschäftsgebiet der FUK Niedersachsen 2493 zu entschädigende Unfälle im freiwilligen Feuerwehrdienst. Im Vergleich zu den Vorjahren mit geringen Abweichungen nach oben und nach unten, wie Wittschurky berichtete.

Hochwasser ein großes Thema

67 entschädigte Unfälle hat es im Landkreis Northeim 2018 gegeben. Im Vergleich dazu waren es 2017 62, 2016 hingegen 81. „In diesem Jahr war Hochwasser ein großes Thema. Die vermehrten Einsätze schlagen sich dann natürlich auf die Statistik nieder“, erläuterte der Kreissicherheitsbeauftragte Axel Rode. Die bisherigen Gesamtkosten der Unfälle aus 2018 belaufen sich auf 74 243,43 Euro. „Davon haben allein drei Fälle 44 000 Euro ausgemacht. Da kann man tatsächlich von schweren Unfällen sprechen“, sagte Geschäftsführer Wittschurky.

In der Rangfolge der Unfälle im Landkreis Northeim liegt das Einsatzgeschehen an erster Stelle. Da waren im vergangenen Jahr 36 Unfälle zu verzeichnen. Dies schlägt sich auch im Landestrend nieder, denn im gesamten Land Niedersachsen waren es 968 Unfälle. Auf Rang zwei im Land liegen die Feuerwehr-dienstlichen Veranstaltungen (638), auf Platz zwei der Übungs- und Schulungsdienst mit 601. Diese Rangfolge stellt sich in Northeim anders da. Hier steht der Übungs- und Schulungsdienst auf Platz 2 mit 14 Unfällen. Die Feuerwehr-dienstlichen Veranstaltungen rangieren dahinter (12).

Gesund wieder herstellen

Die FUK hat einen jährlichen Haushalt von zehn Millionen Euro. „7,5 Millionen haben wir 2018 ausschließlich an verletzte Feuerwehrleute ausgegeben. Uns geht es darum, mit allen geeigneten Mitteln die Gesundheit wieder herzustellen“, erläuterte der Geschäftsführer.

Damit der Ernstfall erst gar nicht eintritt, setzen die Verantwortlichen verstärkt auf Prävention. Aus diesem Grund gibt es seit vielen Jahren eine eigene Unfallverhütungsvorschrift Feuerwehren (UVV). Die letzte gültige Fassung und ihre wesentlichen Inhalte stammen aus dem Jahr 1989, erfuhren im Laufe der Jahre nur eine punktuelle Veränderung. In einem jahrelangen Prozess und nach intensiver Abstimmungsarbeit ist dies nun gelungen. Ab dem 1. Juni gibt es eine komplett überarbeitete UVV.

UVVen stellen die für jedes Unternehmen und jeden Versicherten verbindlichen Pflichten bezüglich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz dar. Die Feuerwehr- Unfallkassen sind als Unfallversicherungsträger befugt, Unfallverhütungsvorschriften als autonomes Recht zu erlassen zum Beispiel über Einrichtungen, Anordnungen und Maßnahmen, welche die Unternehmer zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu treffen haben sowie das Verhalten der Versicherten zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren.

Spezielle Eignung erforderlich

„Vorher gab es den Begriff Vorsorge, jetzt spricht man von Eignung. Für ganz bestimmte Tätigkeiten wie Atemschutz und Tauchen ist eine spezielle Eignung erforderlich“, erklärte Präventionsleiter Jochen Köpfer. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man nicht trotzdem der Feuerwehr beitreten kann. „Mit der einen oder anderen Einschränkung kann man durchaus beitreten“, sagte Köpfer.

FUK-Geschäftsführer Wittschurky stellte dem Landkreis Northeim ein sehr gutes Zeugnis aus. „Northeim steht sehr gut da, es passiert sehr wenig. Das liegt aber auch daran, dass die Northeimer Feuerwehren in einem sehr guten Zustand sind“, meinte er abschließend.

Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen

Die FUK (Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen) ist Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung für alle im Feuerwehr-Tätigen. Sie ist die größte Kasse ihrer Art in Deutschland. Die Rechtsaufsicht über die FUK übt das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung aus. Versichert sind die Mitglieder der Feuerwehren und ihrer gebildeten Abteilungen im Sinne des Niedersächsischen Brandschutz Gesetzes und alle im Feuerwehrdienst Beschäftigten (soweit sie nicht als Beamte versicherungsfrei sind) mit Ausnahme der Angehörigen der Werksfeuerwehren. Die FUK ist insgesamt für ca. 200 000 Versicherte zuständig. vw

Von Vicki Schwarze

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