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Hardegsen Hardegsen: Haus aus dem Mittelalter soll neu eingedeckt werden
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19:11 19.11.2019
Bekommt im kommenden Jahr ein neues Dach: Hardegsens Muthaus. Quelle: Hinzmann
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Hardegsen

Das Dach des Hardegser Muthauses, Niedersachsens ältestes Großbauwerk, muss für 880 000 Euro saniert werden. Damit hat sich der städtische Ausschuss für Stadtplanung, Bauen und Umwelt befasst. In keinem guten Zustand befinden sich die Hohlziegel, mit denen vor 70 Jahren das Muthaus-Dach eingedeckt worden ist. Das berichtete Diplom-Ingenieur Konrad Brenker vom Baunataler Büro brenker ingenieure dem Ausschuss. Viele Ziegel sind gerissen. Es gibt Abplatzungen. Feuchtigkeit dringt in den Dachstuhl ein. Tauben schlüpfen unter den defekten Ziegeln durch. Da ihnen der Rückweg versperrt ist, verenden sie.

Einige Balken sind bereits beschädigt

Im Zuge der Dachdeckerarbeiten müssen zudem die Latten der gesamten Dachfläche ersetzt werden. Hinzu kommen Zimmerarbeiten. Einige Balken sind durch Feuchtigkeit und eine dicke Schicht Taubenkot beschädigt worden, sie sind nun auszutauschen. Zudem sind die Reinigungsarbeiten zu beenden, die Anfang des Jahres bereits größtenteils von der Bad Gandersheimer Firma BST Hygiene erledigt worden sind.

Anfang des Jahres wurden 5,4 Tonnen Taubenkot entfernt

Die BST-Mitarbeiter entfernten seinerzeit 5,4 Tonnen Taubenkot und tote Tiere, die sich in den vergangenen Jahrzehnten angesammelt hatten. Diese Mengen an Unrat ließen sich nicht durch das Treppenhaus nach unten transportieren. Deshalb musste das Dach geöffnet werden. Ein großer Kran hob den Abfall nach unten. Im Zuge der nun anstehenden Dachsanierung sind an den unmittelbar ans Dach anschließenden Wandbereichen der Traufen und Ortgänge zudem Steinarbeiten notwendig. Um die Maßnahmen durchzuführen, wird das Gebäude komplett eingerüstet.

Eingedeckt wird das Dach mit sogenannten Krempziegeln, die bereits im 11. Jahrhundert Verwendung gefunden haben – das Haus ist 1324 erreichtet worden. Sie sind naturrot und werden mit einem Spezialverfahren, dem friesischen Salzbrand, hergestellt. Das sorgt für ein Farbspiel. Die Jacobi Tonwerke in Bilshausen übernehmen die Produktion. Das Eichsfelder Unternehmen kann das noch. Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege und die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Northeim waren an der Auswahl des Ziegels beteiligt.

Mittel für die Sanierung stehen bereits im Haushalt

Mittel für die Sanierung des Muthauses stehen bereits im Haushalt der Stadt. „Wir stellen jedes Jahr 450000 Euro für die Stadtsanierung zur Verfügung, von deren wir ein Drittel selbst aufbringen“, führt Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) aus. Die anderen beiden Drittel kommen vom Land und dem Bund. Die Stadt will weitere Fördertöpfe anzapfen, damit ein Teil des Geldes auch für andere Projekte in der nördlichen Altstadt übrig bleibt.

„Wir haben den ersten südniedersächsischen Burgentag nicht zuletzt deswegen initiiert, um überregional auf Burg Hardeg aufmerksam zu machen“, betont Kaiser. Er hofft, dass das nun bei der Akquise von weiteren Mitteln hilft. „Alleine können wir die Sanierung nicht stemmen“, ergänzt Karin Stutz, die den städtischen Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt leitet. Beginnen soll die Sanierung im Frühjahr 2020. Die Stadtverwaltung hofft auf einen Abschluss der Arbeiten zum Ende des Jahres.

Sanierung ist Teil eines Arbeitskonzepts

Das Vorhaben ist Teil eines Arbeitskonzeptes zur Burgsanierung, das unter Berücksichtigung der Belange des Denkmalschutzes Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten an den Gebäuden der Burg vorsieht. Der Rat hat das Konzept im Juni 2018 beschlossen. „Parallel führen wir derzeit Maßnahmen zur Verkehrssicherung durch“, berichtet Bürgermeister Kaiser. So ist die Rüstkammer vollständig geräumt worden und darf nicht mehr betreten werden. Auch der Bereich beim Felsen westlich des Muthauses wurde gesperrt.

Niedersachsens ältestes Großbauwerk

Das Hardegser Muthaus ist Niedersachsens ältestes Großbauwerk. Das imposante Gebäude, das eine Grundfläche von 250 Quadratmetern hat, thront auf einer Anhöhe über der Stadt. Mehr als 30 Meter ist der Saalbau hoch, der zu Beginn des 14. Jahrhunderts von den Herren von Rosdorf als Residenz erstellt wurde. Die Kellermauern sind 2,70 Meter breit. Die Sandstein-Quader sind sorgfältig geschlagen und verbaut worden. Über hohe, kunstvoll gestaltete Fenster verfügt der Bau. Sie wurden allerdings in späteren Jahrhunderten teilweise zugemauert. Die vielen erhaltenen Steinmetzzeichen deuten auf die Tätigkeit einer Bauhütte hin, die anderswo Dome oder große Stadtkirchen errichtet hat.

Bis 1500 diente das Muthaus repräsentativen Zwecken. Danach wurde es Jahrhunderte lang als Speicher genutzt. In dieser Zeit gab es nur leichte Umbauten. Eine größere Veränderung gab es allerdings vor 1600. Damals wurde das Dach erneuert. Es hatte sich zunächst zwischen den beiden Giebeln befunden. Das führte zu Problemen mit dem Regenwasser, das nicht über die damals vorhandenen Wasserspeier ablief, sondern ins Gebäude ein. (mic)

Von Michael Caspar

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