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Hardegsen SPD und CDU wollen Göttinger Bauunternehmen nicht weiter entgegenkommen
Die Region Northeim Hardegsen SPD und CDU wollen Göttinger Bauunternehmen nicht weiter entgegenkommen
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18:03 22.11.2019
Hardegser Bauprojekt Wohnen am Bürgerpark: SPD-CDU-Mehrheit ist über die wiederholten Änderungswünsche der Göttinger Baufirma Dawe verärgert. Quelle: Michael Caspar
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Hardegsen

„Ich appelliere daher nochmals eindringlich an sie, für den von uns vorgelegten, besseren Entwurf zu vortieren.“ So heißt es in einem Schreiben, den Dawe-Geschäftsleiter Jan-Thorsten Lüthje an den Rat der Stadt Hardegsen gesandt hat. Es geht um ein geändertes Fassadenkonzept für das Bauprojekt Wohnen am Bürgerpark. Dieses war bereits während der Ratssitzung im Juni mit Verweis auf einen Beschluss 2017 bei der SPD-CDU-Mehrheitsgruppe durchgefallen. Bau- und Verwaltungsausschuss hatten dagegen zuvor eine Zustimmung empfohlen.

Dawe-Geschäftsführer greift Ratsherren persönlich an

Die Entscheidung des Rats über das „Leuchtturmprojekt in exponierter Lage“ hat nach Einschätzung von Lüthje „nichts mit der Sache zu tun“. Der Bauunternehmer greift den stellvertretenden Ratsvorsitzenden, Sandro Wolff (SPD), persönlich an. Dieser sei „anscheinend“ der „Wortführer“. Der Rat dürfe nicht „als Instrument persönlicher politischer Profilierung missbraucht werden“, warnt der Unternehmer in seinem Brief. Er habe „ein klares Bekenntnis zum Standort Hardegsen“ abgegeben und verstehe nicht, warum ihm nun die „politische Unterstützung“ verwehrt werde. Der persönliche Angriff auf Wolff missfiel den Ratsmitgliedern. So können man nicht mit Mandatsträgern umgehen, rügte Tobias Kreitz (CDU).

Zugeständnis bei der Fassadengestaltung

Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) hatte das Thema erneut auf die Tagesordnung setzen lassen. „Der Rat hat die Fassadengestaltung 2017 – anders als SPD und CDU im Juni angenommen hätten – nicht festgelegt“, erläuterte der Bürgermeister. So stimmte der Rat dem überarbeiteten Entwurf von Architekt Matthias Albrecht zu.

Keine Kompromisse beim Steinsockel

Zu keinen Kompromissen war die Mehrheitsgruppe dagegen beim Steinsockel der Gebäude bereit. Die drei noch zu bauenden Häuser sollten wie das abgerissene Vorgängergebäude, das Drei-Kronen-Hotel, über einen solchen verfügen. Dabei schwang Verärgerung über die Firma Dawe mit, die ihre Pläne bereits mehrfach geändert und jedes Mal den Rat damit beschäftigt habe, so Kornelia Hänsel (SPD).

Bauprojekt Lindenplatz

Einstimmig mit zwei Enthaltungen fiel dagegen die Entscheidung für eine Veränderung beim Bauprojekt am Lindenplatz aus. Dort will den Bauherr anstelle von Doppelhäusern Mehrfamilienhäuser errichten. Hardegsen sei ein beliebter Wohnort, erklärte der Bürgermeister. Zum Teil würden Bürger, die im 15 Autominuten entfernt liegenden Göttingen arbeiteten, nach Hardegsen ziehen. Dort seien Baupreise und Mieten niedriger als im Oberzentrum. Das Tor zum Solling biete die Infrastruktur eines Grundzentrums.

Grundschule bekommt Mensa

Die Grundschule Hardegsen soll vom kommenden Schuljahr an eine Ganztagsschule werden. Dort ist noch eine Mensa zu bauen. Die Stadt hofft auf eine rasche Bewilligung des Bauantrags durch den Landkreis. Baubeginn soll im kommenden Frühjahr sein.

Tempo 30 in Hevensen

In Hevensen wünscht der Rat in dem noch nicht voll ausgebauten Bereich der Gewerbeallee eine Tempo-30-Zone. Das soll die Lärmbelästigung mindern, die an der abzweigenden Brinkfeldstraße wohnen. Sie leiden unter zunehmendem Verkehr, der besonders nachts als „sehr belästigend“ empfunden werde, heißt es im SPD-Antrag. Angefahren würden über die Brinkfeldstraße die Biogasanlage und die Firma Bach, deren neues Logistikzentrum sich noch im Bau befindet.

Beschlossen hat der Rat zudem den Wirtschaftsplan der Stadtwerke Hardegsen. Die Trinkwassergebühren bleiben 2020 konstant.

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Ortsrat Lutterhausen beschlussunfähig

Der Ortsrat von Lutterhausen ist nach der Mandatsniederlegung von vier seiner fünf Mitglieder dauerhaft beschlussunfähig. Das hat Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) dem Rat mitgeteilt. Grund ist ein Zerwürfnis der vier ehemaligen Ortsratsmiglieder mit dem verbliebenen Ratsherren Sven Westphahl. Dieser hatte zunächst angekündigt, selbst aus dem Ortsrat auszuscheiden, das dann aber nicht getan. „Daraufhin haben mich Bürger aus Lutterhausen aufgefordert, dass ich Westphal seinen Rücktritt nahelege“, berichtete Kaiser. Er habe stattdessen dem Ortsrat angeboten, in dem Streit zu vermitteln. Dieses Angebot sei zu seinem Unverständnis nicht angenommen worden. Da es keine Nachrücker gebe, werde er sich nun an die Kommunalaufsicht wenden. Der Ortsrat werde aufgelöst. Danach könnten Neuwahlen stattfinden. „Einen ähnlichen Fall hat es 2015 in Gladebeck gegeben“, sagte Kaiser. Dort sei der neunköpfige Ortsrat nach fünf Rücktritten beschlussunfähig gewesen.

Von Michael Caspar

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