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Hardegsen Warum der Hardegser Weihnachtsmarkt so besonders ist
Die Region Northeim Hardegsen Warum der Hardegser Weihnachtsmarkt so besonders ist
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17:45 08.12.2018
Mit einer gemeinsamen Andacht begann der Hardegser Weihnachtsmarkt. Quelle: vw
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Hardegsen

 Weihnachtsmarkt muss nicht nur Glühwein bedeuten. Das beste Beispiel dafür lieferte die Stadt Hardegsen mit seinem Angebot im Bürgerpark. Natürlich gab es auch wärmende Getränke. Wem allerdings eher nach einer Suppe war, der fühlte sich bei der mediterranen Gemüsesuppe bestens aufgehoben.

Überhaupt erwiesen sich die Gastgeber (Hardegser Vereine, die Volksbank Solling und die Stadt Hardegsen) als sehr kreativ und stresserprobt, denn immerhin werden die verschiedenen Stände lediglich für ein paar Stunden aufgebaut. „Die letzten Jahre haben wir den Weihnachtsmarkt immer an zwei Tagen gemacht. Da es aber alles Ehrenamtliche sind, die hier tätig ist, lässt sich das nur schwer bewältigen“, berichtete Bürgermeister Michael Kaiser.

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Name gesucht. Quelle: vw

Er selber war schwer eingebunden. Beispielsweise beim Vorlesen von plattdeutschen Geschichten. „Auswendig kann ich es nicht, ich habe einen Zettel“, sagte er und schmunzelte. Kaiser schlug sich sehr wacker zwischen den jungen Profis, und hinter vorgehaltener Hand wurde schon über seinen Eintritt in den Verein gemunkelt. Im Verlauf des Tages hatte er noch einen weiteren Einsatz, nämlich beim Eisstockschießen. „Klar mache ich mit. Gewonnen habe ich allerdings noch nicht“, sagte Kaiser, wollte aber auch in diesem Jahr wieder alles daransetzen, um mit seiner Truppe ganz oben zu landen.

Guten Draht nach oben

Zum Lachen war den Veranstaltern am Morgen keineswegs zu Mute, denn das Wetter präsentierte sich alles andere als verheißungsvoll. Noch zu Beginn des Marktes, der mit einer ökumenischen Familienandacht begann, schüttete es. Vielleicht hatte Pastor Bernd Ranke allerdings einen guten Draht nach oben. Denn kurz nach Beendigung der Andacht hörte der Regen auf. Schnell waren die Stehtische vom Wasser befreit und niemand musste seine Bratwurst freihändig essen.

Hardegsen Weihnachtsmarkt. Quelle: vw

Nicht jeder Weihnachtsmarkt verfügt über einen Wunschbaum, der in Hardegsen schon. Gedacht ist er für Senioren und Kinder aus benachteiligten oder gering verdienenden Familien. die ihre Wünsche äußern dürfen. Der Betrag sollte 25 Euro nicht übersteigen. „Die Beschenkten wissen nicht, von wem sie etwas bekommen haben“, erklärte der Bürgermeister.

Von großem Interesse für die Kinder war der Stand des Wildtierparks Hardegsen. An der Vorderseite waren Boxen befestigt, jeweils mit Bildern von Kaninchen darauf. Die sind allerdings noch namenlos. Dies könnte sich allerdings bald ändern, denn genau die wurden gesucht. „Es soll Nina heißen“, berichtete der achtjährige Matthew. Warum ausgerechnet Nina, konnte er nicht erklären. „Habe ich mir einfach ausgedacht.“ Ob das Tier tatsächlich so heißen wird, steht noch nicht fest, denn auch Namen wie Sabine und Barbara stehen zur Auswahl.

Stolz sind die Hardegser, dass der komplette Erlös für soziale Zwecke gestiftet wird. Wie formulierte es Pastor Bernd Ranke in seiner Andacht. „Es ist nicht gut, immer nur an sich zu denken.“ Zum kompletten Weihnachtsglück fehlt den Hardegsern jetzt nur noch „Wölfel“, denn der stattliche Platzhirsch ist aus dem Wildtierpark ausgebüchst.

Von Vicki Schwarze

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