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Hardegsen Megawindrad in Lichtenborn sorgt für Unmut
Die Region Northeim Hardegsen Megawindrad in Lichtenborn sorgt für Unmut
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17:43 02.06.2019
Bislang haben die Lichtenborner die umweltfreundliche Energieerzeugung durch Windkraft begrüßt. Ein jüngst aufgebautes Megarad aber ist einfach zu geräuschintensiv. Quelle: R
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Lichtenborn

In Lichtenborn vollzieht sich eine Stimmungsveränderung. Die Bevölkerung des kleinen, zur Stadt Hardegsen gehörenden Ortes stand bislang der Windenergie positiv gegenüber. In Lichtenborn stehen noch zwei von fünf Windenergieanlagen der ersten Generation mit 100 Meter Höhe. Ihr Bau erfolgte Anfang der 1990er Jahre.

Im Jahre 2014 wurde vom Rat der Stadt Hardegsen eine Meinungsumfrage zur Verringerung des geplanten Mindestabstandes von 1000 Meter zur Wohnbebauung auf 700 Meter für den Bau einer Anlage der neuen Generation durchgeführt. Die Lichtenborner sprachen sich mehrheitlich dafür aus und der Rat folgte diesem Votum. Seit August 2018 ist nun die neue Anlage mit rund 200 Meter Bauhöhe in Betrieb und große Teile der Dorfbevölkerung sind mit der Lärmentwicklung zunehmend unzufrieden, weiß Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos).

Thema kam im Ortsrat erneut zur Sprache

Die Schallausbreitung hänge von der Wetterlage ab, etwa von Windrichtung und Luftdruck, weiß Kaiser. Bislang sei es leider nicht gelungen, die Lärmemissionen mit technischen Mitteln hinreichend zu drosseln. Deshalb stehe der Ortsrat und Ortsbürgermeisterin Karin Diedrich mit den Betreibern der Anlage und der Stadt Hardegsen in einem engen Austausch, auch um zu klären, inwieweit die Lärmemissionen außerhalb des genehmigten Rahmens liegen. „Ich gehe davon aus, dass sich Lichtenborn in Zukunft nicht mehr als Windkraftstandort sieht“, sagt der Gemeindechef. Das Thema war im Ortsrat erneut zur Sprache gekommen. Er folgte dem Vorschlag, die Planung über eine Kooperationsvereinbarung mit dem Landkreis Northeim im Rahmen der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) durchführen zu lassen. Ein Ziel ist die Umwandlung des Lichtenborner Sondergebietes für Windenergie zur landwirtschaftlichen Fläche. Dieses Ziel wurde auf Wunsch des Ortsrates in den Beschlussvorschlag aufgenommen.

Geld wird für Streuobstwiesen verwendet

Zumindest darf auf Betreiben des Bürgermeisters der Ortsrat mit Interessierten im Dorf Projekte zur Verwendung des sogenannten Ersatzgeldes entwickeln, das laut Bundesnaturschutzgesetz vom Betreiber der Windenergieanlage zu zahlen ist. Es soll unter anderem für das Anlegen von Streuobstwiesen am Ortsrand verwendet werden.

Wenn mit dem Bau von Windrädern Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes verbunden sind, muss der Bauherr laut Gesetz eine bestimmte Summe zahlen, die zur Verbesserung des Zustandes von Natur und Landschaft genutzt wird. Die Untere Naturschutzbehörde in Northeim hat sich nach Gesprächen mit Vertretern aus Hardegsen bereiterklärt, diese Mittel für Ausgleichsmaßnahmen im Umfeld der Windenergieanlage zu verwenden. Dazu sei die Behörde nicht verpflichtet, misst Kaiser dem Entgegenkommen einen großen Wert bei. Er hofft indes, dass es doch noch gelingt, die Geräuschbelästigungen durch die neue Windkraftanlage zu minimieren. Grundsätzlich äußert er Respekt vor den Bürgern in Lichtenborn. Sie hätten immer schon darauf geachtet, dass die Lebensverhältnisse im Ort so gut wie möglich gestaltet werden, nämlich vor allem natur- und umweltfreundlich.

Aussichtspunkt Heiligenberg in Planung

Ein weiteres Thema der Ortsratssitzung war ein Grundstückstausch mit Wertausgleich. Nachdem Lichtenborn vor knapp vier Jahren einen neuen Hochbehälter als Speicher für das Trinkwasser bekommen hat, stand die Frage im Raum, was mit dem alten und ausgedienten Hochbehälter geschehen soll. Der soll nun der Feuerwehr als Reserve für Löschwasser dienen. Auf dem Grundstück wollen die Lichtenborner einen attraktiv gestalteten „Aussichtspunkt Heiligenberg“ einrichten, mit Plattform, Bänken und Anpflanzungen. Immerhin befindet sich der Hochbehälter an einem exponierten Punkt, der freie Fernsicht in die Umgebung bietet. Das Areal wird durch die dauerhafte Bereitstellung weiterer benachbarter Flächen eines ortsansässigen Landwirts (er ist auch Mitbetreiber der Windenergieanlage) erweitert, die ebenfalls im Interesse des Insektenschutzes ökologisch aufgewertet werden sollen und zur Begradigung des Grenzverlaufs in beiderseitigem Interesse führen, wie es heißt.

Über eine Stiftung sollen finanzielle Mittel für die gärtnerische Gestaltung generiert werden. Für die rein bauliche Ausgestaltung wiederum sollen rund 2800 Euro zweckgebunden verwendet werden, die der Landwirt infolge eines anderen Flächentausches als Wertausgleich an die Stadt zahlen muss. Der Landwirt erhält eine für die Öffentlichkeit nicht zwingend notwendige Wegeparzelle, die er umbrechen und seinen beidseitigen Ackerschlägen eingliedern will und übergibt im Gegenzug die bereits bereitgestellte Fläche für den neuen Hochbehälter, die ebenfalls mit Pflanzungen gestaltet werden soll. Diesem Vorschlag muss nun noch am 20. Juli der Verwaltungsausschuss des Rates der Stadt Hardegsen zustimmen.

Von Ulrich Meinhard

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