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Northeim Aufforstungen wegen Stromtrassen, Straßenbau und Steinbrüchen
Die Region Northeim Aufforstungen wegen Stromtrassen, Straßenbau und Steinbrüchen
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14:30 16.04.2019
Maschinelle Pflanzung junger Eichen im Bereich des Forstamtes Dassel Quelle: Thiery/Landesforsten
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Northeim

Wo Wald für Autobahnen oder Stromtrassen verloren geht, wird er andernorts nachgepflanzt. Im Landkreis Northeim sollen in den kommenden zehn Jahren etwa 25 Hektar bisher landwirtschaftlich genutzter Flächen aufgeforstet werden, teilt Johannes Thiery mit, der im Forstamt Reinhausen das Kompensationsprogramm koordiniert. Im Landkreis Göttingen seien Aufforstungsgenehmigungen für mehrere kleinere Flächen auf den Weg gebracht, die frühestens 2020 in Angriff genommen werden sollen.

Naturnahe Laubwälder

Auf Flächen, auf denen bislang Getreide oder Energiepflanzen angebaut wurden, schaffen die Forstämter Münden, Reinhausen und Dassel als Ausgleich für Waldverluste durch Landschaftsverbrauch die Grundlage für naturnahe Laubwälder. Das bereichere die Landschaft, verbessere das Klima und schütze das Grundwasser, sagt Michael Rudolph, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten für Südniedersachsen. Alle Ersatzaufforstungsflächen, die als Ackerfläche verpachtet waren oder noch sind, seien im Eigentum der Landesforsten. Die größte Ackerfläche liege in der Gemarkung Schoningen, das Forstamt Münden wolle in der Försterei Verliehausen eine 13,6 Hektar große Fläche aufforsten.

Ackerfurchen zu Baumreihen: In Südniedersachsen werden Waldverluste kompensiert. Quelle: Johannes Thiery

Anders als bei der naturschutzrechtlichen Kompensation würden die Forst-Ausgleichsflächen über das Waldgesetz geregelt und auch abseits der auszugleichenden Infrastrukturprojekte in waldärmeren Gebieten erfolgen, erklärt Thiery: „Der Landkreis Northeim ermöglicht dem Verursacher mit der Neuanlage von Wald einen Ausgleich für seinen Landschaftsverbrauch an anderer Stelle.“ Derzeit gehe es um einen ganzen Blumenstrauß an Waldverlusten, für die Ersatzaufforstungen als Umweltauflagen notwendig seien. Kompensiert würden Projekte von der Autobahn-Verbreiterung bis zum Bodenabbau durch Erweiterung von Steinbrüchen im Harz. Eine Teilfläche stehe auch im Zusammenhang mit der Stromtrasse Wahle-Mecklar, die sich im Planfeststellungsverfahren befindet. Um sich abzeichnende Waldverluste im Zuge der Südlink-Stromtrasse, die größtenteils in Erdverkabelung geplant ist, gehe es derzeit noch nicht.

Schutz vor Nagern

Das Forstamt Dassel forstet zurzeit eine mehr als vier Hektar große Ackerfläche in der Gemarkung Üssinghausen auf. Der Leiter der Försterei Hardegsen, Ralf Sepan, lässt dort Eichen, Eisbeeren, Kirschen, Wildobst und Sträucher pflanzen. Eine standorttypische Randbepflanzung soll das künftige Waldstück von umliegenden Ackerflächen abschirmen. Ziel ist ein Laubmischwald mit Eichen als vorherrschender Baumart. Um das zu erreichen, kommt auch ein Urgetreide zum Einsatz. „Aus Schutz vor Mäuse-Fraßschäden an den Jungpflanzen säen wir Waldstaudenroggen aus“, sagt Sepan: „Der Roggen lenkt Mäuse davon ab, im Winter die Rinde der Laubbäume anzunagen.“

Von Kuno Mahnkopf

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