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Northeim Landkreis Northeim will Notarztversorgung in die Hand nehmen
Die Region Northeim Landkreis Northeim will Notarztversorgung in die Hand nehmen
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00:21 03.03.2019
Matthias Walbrecht, Leiter Referat Rechtsangelegenheiten, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Dr. Bodo Lenkewitz und Jörg Richert, Erster Kreisrat (v.l.).
Matthias Walbrecht, Leiter Referat Rechtsangelegenheiten, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Dr. Bodo Lenkewitz und Jörg Richert, Erster Kreisrat (v.l.). Quelle: r
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Northeim

Diesen Plan will die Northeimer Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (parteilos) jetzt dem Kreistag vorschlagen. Derzeit übernehmen die Krankenhäuser in Bad Gandersheim, Einbeck und Northeim die notärztliche Versorgung. Außerdem betreibt der Landkreis in Uslar-Bollensen einen Notarzt-Standort.

Seit elf Jahren organisieren das Einbecker Bürgerspital sowie Helios Bad Gandersheim und Northeim die Dienstpläne von drei Standorten. In Uslar wiederum bestellt der Landkreis Northeim seit 2012 direkt entsprechende Ärzte auf Honorarbasis, nachdem das dortige Krankenhaus geschlossen wurde. Jährlich werden im Kreisgebiet etwa 4500 Notarzteinsätze gefahren.

Verlängerung schwierig

Da die Übertragung der notärztlichen Versorgung an die externen Partner zum 31. Dezember 2019 endet und nicht ohne weiteres verlängert werden kann, hat sich der Landkreis mit möglichen Alternativen auseinander gesetzt, erklärt die Kreisverwaltung. Herausgekommen ist ein Konzept, das dem Kreistag am 22. März zur Beschlussfassung vorliegen wird.

Nach diesem Konzept der Kreisverwaltung soll die notärztliche Versorgung im gesamten Kreisgebiet mit Beginn des kommenden Jahres kommunalisiert werden. Das bedeutet, dass der Landkreis, wie bereits jetzt schon am Standort Uslar, eigenständig für die Erstellung der Dienstpläne und das Vorhalten der erforderlichen Notarztkapazitäten zuständig sein würde.

Weniger Notärzte erforderlich

„Durch die Kommunalisierung würde sich die Anzahl der einzusetzenden Notärzte von derzeit etwa 80 auf 20 reduzieren“, begründet Landrätin Klinkert-Kittel die Änderung. „Damit kann im Personalauswahlverfahren neben der fachlichen Eignung auch besonderer Wert auf Teamfähigkeit, Erfahrung und Kommunikation gelegt werden, was die Qualität der Patientenversorgung auf einem hohen Niveau gewährleisten kann.“

Der Ärztemangel im ländlichen Raum führe dazu, dass es derzeit häufiger zu „gewissen Planungsunsicherheiten“ komme, erläutert die Kreisverwaltung. „Teilweise steht erst kurz vor Dienstbeginn die genaue Besetzung feststeht. Krankenhäuser greifen dann neben festangestelltem Personal auf Honorarärzte oder eine sogenannte Notarzt-Börse zurück, über die kurzfristig und bundesweit Notärzte vermittelt werden.“

Das neue Versorgungskonzept ist in enger Abstimmung mit Dr. Bodo Lenkewitz, „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst“ beim Landkreis Northeim und viele Jahre selbst als Notarzt tätig. „Die fachlichen Anforderungen an die Notärzte sind in den letzten Jahren massiv gestiegen, gleiches gilt für die Arbeitsbelastung“, sagt Lenkewitz.

Defizite schneller erkennen

Für Jörg Richert, Erster Kreisrat und Leiter des Dezernats Sicherheit und Ordnung, spielt vor allem der direkte Kontakt zu dem dann überschaubarerem Team von Notärzten eine entscheidende Rolle: „Ein Team, bei dem die Personalfluktuation gering ist, kann sich besser weiterentwickeln. So wären wir zum Beispiel in der Lage, mögliche Defizite schnell zu erkennen und die Ärzte stets auf gleichem Level fortzubilden.

Über das Konzept und dessen Umsetzung wird der Kreistag voraussichtlich in seiner Sitzung am 22. März entscheiden.

Von Matthias Heinzel

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