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Northeim Naturpark Solling: Elf Punkte zur Erkundung von Natur- und Kulturlandschaft
Die Region Northeim Naturpark Solling: Elf Punkte zur Erkundung von Natur- und Kulturlandschaft
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08:00 12.04.2019
Enthüllen eine der neuen Tafeln an den Naturerkundungspunkten (v.l.): Heike Langholz, Constantin Graf von Lüttichau und Frank Dietrich vom Institut für allgemeine und angewandte Ökologie mit Bürgermeister Michael Kaiser. Quelle: Michael Caspar
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Hardegsen

Über Wüstungen und Kohlenmeiler, Käfer und Falter, Bäche und Kopfweiden im Naturpark Solling-Vogler informiert das Projekt Naturerkundungspunkte. Eine erste Info-Tafel wurde Donnerstag enthüllt.

„Elf Punkte im Hardegser Stadtgebiet haben wir für die Erkundung der Natur- und Kulturlandschaft ausgewählt“, erläuterte Frank Dietrich, Sprecher des Instituts für allgemeine und angewandte Ökologie. Es hat seinen Sitz in der Eselstadt. Einen Überblick über die Erkundungspunkte geben drei Info-Tafeln. Die Tafel am Wassertretbecken beim Wildpark enthüllte Dietrich gemeinsam mit Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos). Zwei weitere stellt der Bauhof im Kur- und im Bürgerpark auf.

GPS-gestütztes Informationsangebot

„Zwei Jahre lang haben wir Informationen zusammengetragen und für Wanderer und Radfahrer aufbereitet“, berichtete Dietrich. So wollten sie Einheimischen und Gästen beim Entdecken „regionaler Schätze“ helfen, an denen viele achtlos vorübergingen. Das Institut habe ein GPS-gestütztes Informationsangebot geschaffen. Es sei so gestaltet, dass auch Menschen, die die deutsche Sprache nicht perfekt beherrschten oder eine Leseschwäche hätten, alles gut aufnehmen könnten.

„Auf einer Internetseite stellen wir Texte und Bilder zur Verfügung“, führte Dietrich aus. Es gebe dort zudem eine Audio-Führung. Das digitale Angebot lasse sich vor Ort über Smartphones nutzen, sofern es dort Empfang gibt. Zudem sei eine Broschüre mit einer Auflage von 300 Exemplaren aufgelegt worden, die im Hardegser Bürgerbüro ausliege.

An einem der Erkundungspunkte, der Röt-Senke, geht es zum Beispiel um die Geologie der Region. In der Senke treffen Muschelkalk und der Sandstein des Sollings aufeinander. Letzterer wurde einst die Weser abwärts bis nach Bremen verschifft und von dort in die Niederlande und nach Dänemark verkauft. Die Karlsquelle, ein weiterer Erkundungspunkt, speist einen namenlosen Bach. In seinem kalten Wasser entwickeln sich die Larven des Feuersalamanders.

Solling versorgte Harz mit Kohle

Nahe des Erkundungspunkts Wüstung Volksfelde, ein im Mittelalter aufgegebenes Dorf, gibt es den Nachbau einer Köhlerhütte. Die Köhler erzeugten bis in die frühe Neuzeit im Solling in Meilern Holzkohle. Zweirädrige Fuhrwerke transportierten die Kohle auf der alten Uslarer Straße zu den Bergwerken im Harz.

Fördergelder der Europäischen Union

71 000 Euro hat das Projekt gekostet. Den grüßten Teil, 37 000 Euro, übernahm der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Die Niedersächische Bingo-Umweltstiftung steuerte 9000 Euro bei, das Institut 6000 Euro, die Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim 3500 Euro und die Stadt Hardegsen 1500 Euro. Stadt und Institut erbrachten zudem Eigenleistungen in Höhe von 14 000 Euro.

15 weitere Erkundungspunkte kommen 2020 dazu

„In einem zweiten Schritt sollen 15 weitere Erkundungspunkte im Stadtgebiet dazukommen, die nicht im Naturpark liegen“, kündigte Dietrich an. Das geschehe voraussichtlich im Frühjahr 2020. Auch diese Informationen mache das Institut auf der Internetseite zugänglich. Die entsprechend erweiterte Broschüre werde dann neu aufgelegt.

Von Michael Caspar

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