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Nörten-Hardenberg „Politische Mittagspause“ der Gewerkschaft bei Contitech
Die Region Northeim Nörten-Hardenberg „Politische Mittagspause“ der Gewerkschaft bei Contitech
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19:00 07.11.2019
Tarifaktion bei Contitech Northeim: Gewerkschaftsekretär Mathias Heiden und der Vorsitzende der Vertrauensleute bei Contitech, Ingo Henne, sprechen zu den Mitarbeitern. Quelle: Peter Heller
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Northeim

Seit Oktober laufen die Tarifverhandlungen in der Chemie-Industrie. Die erste Runde am 21. und 22. Oktober wurde ohne Ergebnis abgebrochen. Vor der zweiten Bundestarifverhandlung Ende November gab es daher an verschiedenen Standorten Aktionen.

Vor dem Werk in Northeim ließen die Mitarbeiter die Trillerpfeifen schrillen, „1000 Euro fürs Zukunftskonto und eine spürbare Entgelterhöhung“ formulierte Gewerkschaftssekretär Mathias Heiden von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in seiner Ansprache die Forderung noch einmal.

„Politische Mittagspause“ nannte Heiden die Aktion in Northeim. Die Mitarbeiter kamen entweder etwas früher zu ihrer Spätschicht oder blieben nach ihrer Frühschicht noch eine Weile. „Wir wollen erst mal nur zeigen, dass wir zu den Forderungen stehen. Aber auch, dass wir bereit sind, mehr zu unternehmen, wenn es sein muss“, so Heiden. Unterstützen und zeigen, dass die Arbeitgeber „mit einer Nullrunde bei uns nicht weit kommen werden“, ergänzte der Vorsitzende der Vertrauensleute bei Contitech, Ingo Henne.

Kundgebung bei Conti Northeim. Quelle: Peter Heller

Das Zukunftskonto sei in diesem Jahr das zentrale Thema der Tarifrunde. „Arbeitszeitverkürzung war ja länger nicht auf der Tagesordnung“, sagte Heiden. Andere Gewerkschaften hätten das Thema auch aufgegriffen. Die IG BCE wolle einen kreativen Weg gehen. Mit dem Zukunftskonto sollen die Arbeitnehmer flexibel entscheiden können, ob sie mehr Geld oder mehr Freizeit haben wollen. „1000 Euro“ sollen die Arbeitgeber pro Jahr zahlen. Das seien in ihrem Tarifbereich sechs frei Tage mehr im Jahr, so Heiden. Gerade in den unteren Lohngruppen aber sei das Geld auch wichtig. Je nach Lebensphase sollen auch der Einsatz des Geldes für eine frühere Rente oder ein höheres Entgelt in der Elternzeit möglich sein.

Das Zukunftskonto sei sehr interessant, bestätigte eine Gruppe der gewählten Vertrauensleute im Betriebsrat der Northeimer Contitech am Rande der Kundgebung. Mehr Freizeit sei ein wichtiges Thema. Es seien stressige Zeiten, gerade auch mit Wochenendarbeit, einige Mitarbeiter seien ausgelaugt.

„Wir sind mal in der Pflicht“

Im Northeimer Werk sei der Krankenstand recht hoch, so Heiden. Es gebe viele Arbeitsplätze mit körperlich schwerer Arbeit und das belastendes Schichtsystem. Das Zukunftskonto wäre als Ergebnis der Tarifverhandslungen toll, ebenso wie 2,2 oder 2,4 Prozent mehr Lohn. „Wir sind mal in der Pflicht“, die Arbeitgeber müssen sehen, dass es ernst ist, so die Vertrauensleute.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) verweist auf Umsatzverluste und den Strukturwandel in der Branche. Deswegen könnten die Entgelte nicht steigen.

Größter Arbeitgeber im Landkreis Northeim

Die Contittech ist mit rund 1900 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Landkreis Northeim. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der Firma Elco (später Elconia) ihren Gummi-Schuh-Betrieb vom nahen Willershausen in die Südstadt Northeims hatte. 1964 erwarb der Reifenhersteller Continental das Werk der Firma Elco. Seit der Konzernumstrukturierung im Jahr 1990 produzieren vier eigenständige Contitech-Gesellschaften – Transportbänder, Vibrationskontrolle, Elastomerbeschichtung und Schläuche – in Northeim. Das Werk hat heute eine Fläche von 240 000 Quadratmetern.

Chemie-Tarifrunde

In den Tarifverhandlungen für die Chemie- und Pharmaindustrie will die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) den Druck erhöhen. Bislang steht ein Angebot der Arbeitgeber für die rund 580 000 Beschäftigten der Branche noch aus. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 21./22. November angesetzt.

Die Gewerkschaft fordert neben einem spürbaren Lohnplus unter anderem ein sogenanntes Zukunftskonto von jährlich 1000 Euro sowie eine Zusatzversicherung für die Pflege und mehr Angebote zur Qualifizierung.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) verweist darauf, dass die Branche für 2019 einen Umsatzverlust von fünf Prozent erwarte. Die Industrie befinde sich in einer Rezession. dpa

Von Christiane Böhm

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