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Nörten-Hardenberg Bildungsbericht Südniedersachsen: Mehr Sprachförderung nötig
Die Region Northeim Nörten-Hardenberg Bildungsbericht Südniedersachsen: Mehr Sprachförderung nötig
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20:12 30.09.2019
30 Prozent der Kinder in der Region Südniedersachsen beginnen die Grundschule mit schlechten Startbedingungen. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Der zweite Bildungsbericht Südniedersachsen wurde am Montagnachmittag erstmals vorgestellt. Wo weiterhin Handlungsbedarf bei Kitas, Schulen und in der Berufsausbildung besteht, erklärte Nils Pagels.

Mit dem zweiten Bildungsbericht liege jetzt eine Fortschreibung der Daten vor, die den Blick auf die Entwicklung von Lebenssituationen, Bildungsangeboten, ihre Nachfrage und Bedarfe in der Region ermöglicht. Für ihn und sein Team sei das ein großer Moment, erklärte Pagels vom Verein Zoom, der mit der Erstellung des zweiten Bildungsberichtes beauftragt war. Zum einen gebe es jetzt das gedruckte Exemplar und zum anderen könne er den Bericht nach vielen Diskussionen und Gesprächen nun vorstellen.

Der neue Bericht sei ein weiterer Schritt hinzu datengeschützten Entscheidungen in der Bildungspolitik, so Lüder Sudmann, von der Bildungsregion Südniedersachsen. Er freue sich, dass es in Göttingen und Northeim den politischen Willen gegeben habe, die Berichterstattung fortzusetzen.

Gemeinsame Strategien suchen

Pagels konzentrierte sich bei der Vorstellung des 96 Seiten starken Berichts auf die Entwicklungen, die die Region als Ganzes betreffen. Dabei ging es um die Übergänge der Kinder von der Familie in die Kita und die Grundschule, dann an die Allgemeinbildenden Schulen und den Übergang von der Schule zum Beruf sowie um die Inklusion. Es ergeben sich anhand der Daten verschiedene Bereiche, in denen gemeinsame Konzepte und Strategien der Kommunen wünschenswert wären, so Pagels.

Das betreffe den Ausbau der Kindertagesstätten. Betrachte man die Jahrgangsstärken der jetzt drei bis sechsjährigen Kinder und der jetzt null- bis dreijährigen, zeige sich, dass in den jüngeren Jahrgängen über 400 Kinder zusätzlich seien. Handlungsbedarf bestehe also weiterhin beim Ausbau der Kitas mit entsprechender personeller Ausstattung. Gleichzeitig steige die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in den Kitas. Das müsse eventuell durch aufsuchende Mobilisierung noch verstärkt werden, um diese Kinder möglichst früh fördern zu können.

„Wir können noch nicht zufrieden sein“

Die Notwendigkeit der Sprachförderung zeige sich auch in den Zahlen der Schuleingangsuntersuchungen. Sehr hohe Zahlen gebe es zum Teil für Kinder mit Sprachförderungsbedarf im Norden und Süden der Region, die niedrigsten Werte finden sich im Süden und Osten der Stadt Göttingen und in Bad Sachsa, so Pagels. Die Zahlen zeigen, dass mindestens 30 Prozent der Grundschüler die Schule mit schlechten Startbedingungen beginnen. Es sei wichtig für die Region, diese Startbedingungen aufzufangen.

Bei den Allgemeinbildenden Schulen bestehe Handlungsbedarf in der Stadt Göttingen, hier zeichnen sich Versorgungsengpässe ab. In Göttingen gebe es mit 61,2 Prozent einen sehr hohen Anteil Abiturabschlüsse. Andererseits steige auch die Zahl der Hauptschulabschlüsse. Hier öffne sich die Schere. 25 Prozent der ausländischen Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss oder mit Abschluss einer Förderschule. Auch hier gebe es Handlungsbedarf.

Weiterentwickelt werden müssten die Orientierungsangebote für den Übergang von der Schule in den Beruf. Zur Berufsorientierung werde hier in der Region so viel getan, lobte Pagels. „Wir können aber noch nicht zufrieden sein.“ Denn es gebe eine steigende Zahl unterstützungsbedürftigter Jugendlicher an den Berufsschulen und eine sehr hohe Abbrecherquote bei den Auszubildenden. Hier könnten vielleicht Ausbildungscoaches helfen, so Pagels.

Daten werden in Workshops erklärt

Im Bereich der inklusive Beschulung sei die Diskussion bei weitem nicht ausreichend geführt, so Pagels. Aktuell seien es vor allem die Gesamtschulen, in denen bei den weiterführenden Schulen eine inklusive Beschulung stattfinde.

Im November werden die Daten des Bildungsberichtes für die Bildungsregion Südniedersachsen in verschiedenen Workshops näher erklärt.

Bildungsregion Südniedersachsen

Die Bildungsregion Südniedersachsen hat im Frühjahr 2017 ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist hervorgegangen aus dem Regionalverband Südniedersachsen. Die Schaffung der Bildungsregion mit ihrem zehn Arbeitsplätze umfassenden Bildungsbüro als operative Basis soll eine Konzentration der Kräfte ermöglichen. In das Bildungsbüro integriert wurden die frühere Kooperationsstelle „Bildung-Beruf“ des Landkreises Osterode und Teile des Übergangsmanagements der Beschäftigungsförderung Göttingen.

Mit dem zweiten Bildungsbericht für die Bildungsregion Südniedersachsen liege eine umfassende empirische Bestandsaufnahme vor, die den Blick auf die Entwicklung von Lebenssituationen, Bildungsangeboten, ihre Nachfrage und Bedarfe vom ersten wichtigen Übergang unserer Kinder von der Familie in die Kita bis zum Einstieg in den Beruf ermöglicht, heißt es in einer Mitteilung der Bildungsregion. Der Bericht zeige die Besonderheiten des südniedersächsischen Raumes auf und gebe darüber hinaus Raum zur nötigen Interpretation von zeitlichen Verläufen der Daten.

Von Christiane Böhm

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