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Northeim Johanniter können 500 Opfer betreuen
Die Region Northeim Johanniter können 500 Opfer betreuen
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19:33 20.07.2017
Von Michael Caspar
Besuchte das Northeimer Katastrophenschutzzentrum der Johanniter: Innenminister Boris Pastorius.
Besuchte das Northeimer Katastrophenschutzzentrum der Johanniter: Innenminister Boris Pastorius. Quelle: mic
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Northeim

„Die Katastrophenabwehr ist in den vergangenen Jahren immer häufiger auf die Probe gestellt worden“, erklärte der Minister, der von der Northeimer Landtagsabgeordneten, Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD), begleitet wurde. Pistorius erinnerte an das Elbe-Hochwasser 2013 und an die Flüchtlingswelle 2015. Mit dem Klimawandel häuften sich außergewöhnliche Wetterereignisse. Es gebe vermehrt Terroranschläge. Cyber-Angriffe, etwa auf die digitale Infrastruktur von Krankenhäusern, drohten. Deshalb habe das Land in diesem Jahr den Katastrophenschutz neu gegliedert.

Sechs Millionen Euro, erklärte Pistorius, investiere Hannover in sechs dezentral im Land verteilte Betreuungsplätze. Dazu gehörten jeweils zwei Lkw (7,5 Tonnen), zwei Feldküchen, ein Anhänger mit einem Stromlichtmast und ein Reisebus zum Transfer von Personen. Es gebe Zelte, Tische und Bänke, Betten und Bettwäsche. Technik sorge für die autarke Versorgung der Betreuungsplätze auf freiem Feld mit Strom und Wärme.

„Fünf der sechs Betreungsplätze werden von Hilfsorganisationen betreut“, hob Pistorius hervor. In Northeim seien das die Johanniter, in anderen Städten Niedersachsens der Arbeiter-Samariter-Bund, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Deutsche Rote Kreuz und der Malteserhilfsdienst. Der sechste Platz werde bei der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle als Materialreserve vorgehalten. So sei das Land bei Notfällen in der Lage, innerhalb von 48 Stunden 2500 Menschen unterzubringen.

„Wir haben zur Lagerung des Materials, das auf zwei 40-Tonnern angeliefert wurde, am Mittelweg 17 die Immobilie einer ehemaligen Spedition angemietet“, sagte Marc Küchemann, der Regionabereitsschaftsführer der Johanniter. Innerhalb von fünf Minuten seien sie auf der Autobahn 7. 300 ehrenamtliche Helfer aus dem Raum zwischen Hildesheim und Göttingen, Hameln und Osterode stünden bereit. 100 von ihnen kämen jeweils zum Einsatz. Im Regionalverband engagierten sich insgesamt 450 Ehrenamtliche, darunter 73 Northeimer. Jeder Helfer durchlaufe eine ein- bis zweijährige Ausbildung.

Bei Katastrophenfällen, so der Minister, arbeiteten Bund und Land, Kommunen und private Hilfsorganisationen eng zusammen. Einbezogen seien unter anderem die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk und die Feuerwehren. Der neue Landesbeirat Katastrophenschutz unterstütze die Kooperation. Erstmals gebe ein landesweit einheitliches System mit einer für alle verbindlichen Einsatztaktik.