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Northeim Internet-Betrüger zocken 24 000 Euro ab
Die Region Northeim Internet-Betrüger zocken 24 000 Euro ab
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17:24 12.07.2016
Von Jürgen Gückel
Die Computer oder Smartphones der Betroffenen wurden zuvor mit einer Schadsoftware in Form eines sogenannten Trojaners infiziert. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Northeim

Dabei ist die Masche der Gauner schon seit einiger Zeit bekannt. Die Computer oder Smartphones der Betroffenen wurden zuvor mit einer Schadsoftware in Form eines sogenannten Trojaners infiziert. Diese Schadsoftware sei mutmaßlich durch das Öffnen von Email-Anhängen unbekannter Herkunft oder durch das Surfen auf dubiosen Internetseiten auf die Rechner geraten. Möglich auch, dass sie durch das Installieren manipulierter Apps den Computer infizierten, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Beim Online-Banking bekamen die Betrogenen später angezeigt, dass es eine Fehlbuchung gegeben habe. Beim Aufruf des Kontostandes spiegelt das Schadprogramm dann den Zugang eines hohen Geldbetrages vor, der nicht für diesen Kunden bestimmt sei. In den angezeigten Fällen waren etwa Fehlüberweisungen des Finanzamtes oder eines Rechtsanwaltes angezeigt worden. Nunmehr werden die Kontoinhaber aufgefordert, den zu unrecht erhaltenen Betrag zurückzuüberweisen. #

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Wer das tut, muss die dafür geforderte TAN eingeben. Alles scheint in Ordnung, das Konto scheint wieder ausgeglichen zu sein. Erst beim nächsten Einloggen oder durch einen Anruf der Bank erfährt der Bankkunde, dass er betrogen worden ist. Das angeblich zurücküberwiesene Geld wurde in Wahrheit an einen dubiosen Finanzagenten, nicht aber ans Finanzamt überwiesen. Die Fehlbuchung hatte es in Wahrheit nie gegeben.

Die Polizei warnt zugleich davor, sich als solch ein Finanzagent anwerben zu lassen. Weil die Banken im Rahmen ihrer Schutzmaßnahmen keine hohen Geldzahlungen an ausländische Konten mehr ohne Prüfung überweisen, sind diese inländischen Agenten ins Spiel gekommen. Sie stellen oft leichtgläubig ihre Konten für die Betrugsüberweisungen zur Verfügung und werden dadurch zu Helfern der Betrüger. Wer als Finanzagent tätig wird, macht sich der Geldwäsche strafbar und muss zudem mit Schadensersatzansprüchen der Phishing-Opfer rechnen.

Die Polizei rät außerdem, bei Verdacht auf solche Phishing-Überweisungen sofort die Hausbank und auch die Polizei zu informieren, um den Vorgang möglichst noch zu stoppen, ehe die Finanzagenten das Geld ins Ausland transferiert haben. Überdies wird geraten, aktuelle Virenscanner zu nutzen und Computer mit Updates immer auf dem aktuellsten Stand zu halten. Weitere Informationen gibt es auf der seite polizei-praevention.de des Landeskriminalamtes.

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