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Northeim Plattdeutsche Aufführung in Hevensen
Die Region Northeim Plattdeutsche Aufführung in Hevensen
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00:18 25.12.2017
Aufführung eines Krippenspiels in plattdeutscher Sprache in der St.-Lambertikirche in Hevensen. Quelle: Foto: Mischke
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Hevensen

Das Kirchengeläut verstummt und der elfköpfige Kinderchor der Schulen in Moringen und Hardegsen läuft in einer Reihe in die Kirche ein. Eine Harfe erklingt und leitet das etwas andere Krippenspiel ein. Rolf Gruschinski, Geschäftsführer des Plattdeutschen Forums Südniedersachsen, fungiert als Erzähler im schwarzen Mantel und Hut. „Wir erzählen eine Geschichte, die jeder kennt“, begann er das Stück. Der Kinderchor erhebt sich und in Begleitung der vier Veeh-Harfenspielerinnen singen alle zusammen das Lied „Et is for üssek enne Tiet anjekommen“.

Laiendarsteller spielen Weihnachtsgeschichte auf Platt

Eine Fanfare ertönt und ein Mann mit Rüstung und Stahlhelm geht durch das Publikum und verkündet, dass alle Männer sich aufgrund des Befehls von Kaiser Augustus in Rom einer Volkszählung unterziehen müssen. Die einzelnen Szenen werden auf Plattdeutsch vorgetragen. Der Erzähler spricht teilweise auf Hochdeutsch. „Wir wollen das Plattdeutsche reformieren und neu aufnehmen“, begründet Gruschinski die Sprachwahl. Zuschauer Lothar Ropeter ist begeistert: „ Es ist eine interessante Variante, die alte Sprache neu aufleben zu lassen. Und das nicht von Kindern, sondern von Leuten im fortgeschrittenen Alter.“

Josef mit Laterne und Maria mit rotem Kopftuch schreiten bedächtig den Kirchengang empor. Erst will der Wirt der Herberge in Bethlehem das Paar noch abwimmeln, „wir sind voll besetzt“, mault er durch ein angedeutetes Fenster mit blauer Gardine. Doch als er erfährt, dass ein Baby unterwegs ist, bietet er seinen Stall an. Der Ochse und der Esel aus Holz, die an Schaukelpferde erinnern, stören die Reisenden nicht. Und so erblickt der Sohn Gottes das Licht der Welt.

Die Kinder singen „Kommet ihr Hirten“, und vereinzelt stimmen Zuschauer mit ein. Jedes gesungene Lied wird mit Applaus belohnt. Und die Hirten kommen. Mit Hirtenstock und Schaf unter dem Arm erreichen sie die Herberge. Nach anfänglichen Verwirrungen des Wirts, „der Messias ist nicht bei mir abgestiegen“, stehen sie dem Jesuskind gegenüber. Die Darstellung des Wirts, der an einen nordfriesischen Leuchtturmwärter erinnert, sorgt für einige Lacher, vor allem als auch noch der Erzengel Gabriel mit goldenen Flügeln und Heiligenschein die Herberge betritt.

Ein hochgewachsener, liebevoll geschmückter Tannenbaum und vier Gemälde, die die Geburt Jesu zeigen, prägen den Hintergrund. Ein goldener Stern mit Glitzer in der Mitte leuchtete über den neun Spielenden in ihren historischen Kostümen und sorgt trotz fehlenden Schweifs für Begeisterung: „Ich finde die Idee gut. Ich spreche zwar kein Plattdeutsch, kann es aber verstehen“, so Heidrun Rohrig.

„Letztes Jahr haben wir mit großem Erfolg, die Kirchen waren auf den letzten Platz belegt, schon in Groß- und Klein Schneen gespielt“, erzählt Gruschinski. „Pastor Grundmann aus Moringen kam auf uns zu und meinte, ob wir das nicht auch mal bei ihm machen können. Da kam ich auf die Idee, unseren Pastor Metje, ich bin gebürtiger Hevenser, auch zu fragen.“ So entstand die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden Hevensen-Lutterhausen und Leine-Weper. Bei allen Aufführungen führte Angelika Gießke aus Groß Schneen Regie.

Am Ende singen alle zusammen „Stille Nacht, hielije Nacht“ und Gruschinski wünscht allen eine besinnliche Weihnacht.

Von Madita Eggers

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