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Northeim Polizei bereitet sich auf Neonazi-Demo in Einbeck vor
Die Region Northeim

Polizei bereitet sich auf Neonazi-Demo in Einbeck vor

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18:08 20.06.2020
Am Tatort des Anschlags: Mutmaßlich Neonazis haben einen Sprengstoffanschlag auf eine Antifaschistin verübt. Am Sonnabend wollen sie demonstrieren. Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Einbeck

In Einbeck haben Neonazis eine Kundgebung unter dem Motto „Gegen behördliche Willkür“ statt. Beginn soll am Sonnabend um 19 Uhr sein.

Die Polizei ist mit Kräften aus Einbeck, Northeim und Göttingen sowie der Bereitschaftspolizei Niedersachsen im Einsatz. Der Einsatz wird durch Polizeidirektor Michael Weiner, Leiter der Polizeiinspektion Northeim, geführt. „Wir sind mit einem angemessenen Kräfteansatz in der Speicherstadt. Diese Versammlungslagen haben nicht erst nach dem Sprengstoffanschlag aus dem rechten Spektrum eine herausragende Bedeutung. Ganz wichtig war der schnelle Fahndungs- und Ermittlungserfolg der Kollegen aus Einbeck und Bad Gandersheim nach dem Anschlag am 10. Juni. Das war die wesentliche Grundlage für die Haftbefehle der Generalstaatsanwaltschaft. Der Rechtsstaat hat die richtige Antwort gefunden. Diesen konsequenten Weg setzen wir fort.“

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Bei dem Anschlag war am Mittwoch vergangener Woche in den frühen Morgenstunden ein innenliegender Briefkasten in einem Wohnhaus in Einbeck zerstört worden. Der Anschlag richtete sich offenbar gegen eine 41-jährige Frau, die sich gegen rechtsradikale Aktivitäten im Raum Einbeck und im Rahmen der Flüchtlingshilfe für die Organisation „Seebrücke“ engagiert. Da die Beschuldigten bereits früher durch rechtsextremistische Aktivitäten aufgefallen sind, geht die Generalstaatsanwaltschaft Celle davon aus, dass die Tat politisch motiviert war.

Inzwischen hat jetzt die Zentralstelle Terrorismusbekämpfung der Generalstaatsanwaltschaft in Celle die Leitung der Ermittlungen übernommen. Die Strafverfolgungsbehörde ermittele derzeit gegen drei Beschuldigte. Gegen zwei von ihnen habe man einen Haftbefehl erwirkt, weil diese nicht über einen festen Wohnsitz verfügen und daher von Fluchtgefahr auszugehen sei. Die beiden 23 und 26 Jahre alten Männer sind am Donnerstagnachmittag festgenommen worden und befinden sich jetzt Untersuchungshaft.

Die Polizei hatte die beiden jetzt verhafteten 23 und 26 Jahre Tatverdächtigen bereits kurz nach dem Anschlag gestellt. Eine Blutspur hatte damals die Beamten zum Wohnhaus eines stadtbekannten Rechtsextremisten geführt. Vor dem Haus trafen sie auf drei Männer. Einer von ihnen – der 26-Jährige – hatte einen frischen Verband um die Hand. Vermutlich hatte er sich bei der Explosion des Sprengkörpers selbst verletzt.

Von Michael Brakemeier und Heidi Niemann

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