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Northeim Haft für Mitangeklagten
Die Region Northeim Haft für Mitangeklagten
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17:00 23.11.2017
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r Quelle: dpa
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Northeim/Braunschweig

Der im April festgenommene 21-jährige Wladislav S. aus Katlenburg-Lindau (Kreis Northeim) war als einziger der insgesamt vier Angeklagten zwischenzeitlich aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Nachdem er in dem Prozess mehrfach zu spät zur Verhandlung gekommen war, ordnete das Gericht kurzerhand Hauptverhandlungshaft an. Die Maßnahme sei verhängt worden, um eine ordnungsgemäße Durchführung der Hauptverhandlung sicherzustellen, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Nach der Verhandlung am Mittwoch sei der Angeklagte wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

In dem seit September laufenden Prozess muss sich der 27-jährige Sascha L. aus Northeim wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen verantworten. Die Generalstaatsanwaltschaft Celle wirft ihm vor, einen Sprengstoffanschlag gegen Polizisten oder Bundeswehrsoldaten geplant und vorbereitet zu haben. Drei weitere Mitangeklagte sollen ihn in dem Plan bestärkt und Beihilfe geleistet haben.

Laut Anklage soll Sascha L. mehrere Sprengsätze hergestellt und im Januar auf dem Tourlaviller Wall in der Innenstadt von Northeim und am Northeimer Freizeitsee an der Autobahn 7 erfolgreich getestet haben. Er sei fest entschlossen gewesen, per Fernzündung mit einem Sprengsatz zuvor angelockte Polizeibeamte aus 15 Metern Entfernung zu töten. Alternativ hätte er Bundeswehrsoldaten auf dem Heimweg in die Luft sprengen wollen. Der 21-jährige Wladislaw S., der sich in dem Prozess als überzeugter Nationalsozialist darstellte, soll den zum Islam konvertierten Sascha L. bei Sprengstofftests begleitet und diese auf Video aufgenommen haben. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft haben beide Angeklagte eine ausgeprägte antisemitische Haltung, sie betrachteten alle deutschen und US-amerikanischen Soldaten und Polizisten als „Judendiener“.

Von Heidi Niemann

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