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Northeim Ließ ein Bekannter Tatmesser verschwinden?
Die Region Northeim Ließ ein Bekannter Tatmesser verschwinden?
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18:57 29.03.2017
Quelle: Richter/Archiv
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Göttingen/Hardegsen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-jährigen Angeklagten vor, im August vergangenen Jahres im Verlauf eines Streits achtmal auf seine Ex-Freundin eingestochen zu haben. Die 23-Jährige hatte sich wenige Tage zuvor nach siebenmonatiger Beziehung von ihm getrennt. Die schwerverletzte Frau verstarb noch in der gleichen Nacht im Krankenhaus.

Die Polizei hatte damals trotz intensiver Suche keine Tatwaffe gefunden. Vor zwei Wochen erhielt ein Bruder der Getöteten, der in dem Prozess als Nebenkläger auftritt, über seinen Facebook-Messenger eine Nachricht eines Bekannten, der um Rückmeldung bat. Der Bekannte habe ihm dann mitgeteilt, dass er angeblich wisse, wer die Tat begangen habe und wo die Tatwaffe sei, erklärte der Bruder. Demnach soll ein Mann, der bei der Müllabfuhr arbeite, dem Angeklagten dabei geholfen haben, die Tatwaffe verschwinden zu lassen. Auf die Frage, woher er dieses wisse, habe sein Chat-Partner geantwortet, dass er dies von seiner Ex-Freundin gehört habe. Der Mitarbeiter der Müllabfuhr habe ihr dies selbst erzählt.

Der Bruder der Getöteten hatte danach die Polizei informiert. Vor einigen Tagen durchsuchten dann Ermittler die Wohnung des Betreffenden.

Der Chat-Partner des Bruders war am Mittwoch ebenfalls als Zeuge geladen. Da er nicht erschien, will das Gericht ihn am nächsten Verhandlungstag noch einmal vorladen. Dessen Ex-Freundin, von der er die Informationen bekommen haben will, zitterte während ihrer Zeugenvernehmung. Sie habe, seitdem sie die Vorladung bekommen habe, Angst vor diesem Termin, sagte die 20-Jährige. Sie habe bereits vor einem halben Jahr von Gerüchten gehört, dass der betreffende Bekannte des Angeklagten diesem geholfen haben solle. Sie selbst habe mit diesem aber gar nicht über die Sache gesprochen. Insofern stimmten die Angaben ihres Ex-Freundes nicht. „So, wie er`s geschildert hat, so haben wir`s gar nicht beredet.“ Auf die Frage eines Nebenklage-Vertreters, ob sie Angst habe, dem Bekannten des Angeklagten im Gericht zu begegnen, sagte sie: „Ich glaube ja.“ Auch er ist am nächsten Verhandlungstag als Zeuge geladen. nie