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Northeim Schüler protestieren gegen hohe Fahrtkosten
Die Region Northeim Schüler protestieren gegen hohe Fahrtkosten
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17:00 15.03.2019
Veranstaltungsleiter Simon Müller (l.) und weitere Abiturienten des Gymnasiums Uslar protestieren vor dem Göttinger Bahnhof gegen hohe Preise im ÖPNV. Quelle: Markus Riese
Göttingen

 Nicht für für den Klimaschutz wurde am Freitag in Göttingen demonstriert: Eine Stunde lang haben Abiturienten des Seminarfachs „Protest“ aus dem Gymnasium Uslar vor dem Göttinger Bahnhof auf hohe Fahrtkosten und mangelhafte Verbindungen im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) aufmerksam gemacht. Anschließend übergaben sie eine Petition an den Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN).

Fünf Forderungen formuliert

Veranstaltungsleiter Simon Müller betonte in einer Eröffnungsrede, worum es den Schülern geht: „Wir wollen es nicht länger hinnehmen, dass wir als Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler unsere Fahrkarten für den Schulweg selbst zahlen müssen“, sagte Müller. Außerdem sei nicht hinnehmbar, dass Schüler aus ländlichen Regionen, die auf Busse und Bahnen angewiesen seien, am Wochenende durch das „mangelhafte Netz“ ihre Wohnorte nicht verlassen könnten.

Weisen auf Missstände hin: Abiturienten des Gymnasiums Uslar. Quelle: Markus Riese

Die Gruppe habe fünf Forderungen formuliert: kostenlose Schulwege für Oberstufenschüler, bezahlbare Tickets auch für die Freizeit, eine bessere Anpassung des Fahrplans an die Schulzeiten, eine Fahrzeitverkürzung durch direkte Verbindungen sowie mehr Verbindungen und kürzere Taktungen auf dem Land.

Fallbeispiele und Stellungnahmen verlesen

Mit selbst gemalten Pappschildern machten die Schüler auf die bestehende Situation aufmerksam. So koste etwa die Verbindung BodenfeldeGöttingen in drei Jahren Oberstufe jeden Schüler derzeit 3942 Euro.

Schüler des Gymnasiums Uslar protestieren vor dem Göttinger Bahnhof gegen hohe Preise im ÖPNV. Quelle: Markus Riese

Während der Demonstration verlasen Müller und seine Mitstreiter weitere Fallbeispiele, aber auch wohlwollende Stellungnahmen angeschriebener Politiker.

„Demokratie auch mal ausprobieren“

Das Seminarfach „Protest“ gibt es seit zwei Jahren, wie Lehrer Johannes Bergmann erläutert. „Wir haben viel theoretisch an dem Thema gearbeitet. Aber wenn man Demokratie erleben will, sollte man sie auch mal ausprobieren“, erklärt er die praktische „Übung“. Das Thema hätten sich die Schüler selbst ausgesucht, das Programm für die Demo auch selbst zusammengestellt.

Das Mini-Theaterstück „Timmy“ beschreibt das Dilemma der Abiturienten künstlerisch. Quelle: Markus Riese

Unter anderem führten sie ein zum Thema passendes Mini-Theaterstück auf. Die Resonanz war aufgrund des Regenwetters zwar insgesamt eher gering. Vereinzelte Unterstützer fanden sich dennoch – aber auch Kritiker. Ein Jungunternehmer entgegnete den Demonstranten, dass sie doch Nebenjobs annehmen sollen, wenn sie ihre Fahrkarten finanzieren wollen.

Mehr als 60 Unterschriften in 45 Minuten

Immerhin: Mehr als 60 Unterschriften für ihre fünf Forderungen sammelten die Schüler innerhalb von 45 Minuten. Diese übergaben sie als Petition einem Mitarbeiter des VSN im nah gelegenen Service-Center.

Ankunft am Info-Häuschen des VSN zur Übergabe der Unterschriften. Quelle: Markus Riese

Von Markus Riese

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