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Northeim Silvester: Bei Regelverstößen droht hohes Bußgeld
Die Region Northeim Silvester: Bei Regelverstößen droht hohes Bußgeld
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00:19 31.12.2018
Feuerwerk am Gänseliesel (Archivbild) – das ist in diesem Jahr erneut ausdrücklich verboten.
Feuerwerk am Gänseliesel (Archivbild) – das ist in diesem Jahr erneut ausdrücklich verboten. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen / Northeim

Seit dem 28. Dezember ist in Deutschland wieder Silvester-Feuerwerk erhältlich. Was ist beim Abbrennen zu beachten? Welche Regeln müssen eingehalten werden? Was droht bei Missachtung? Das Tageblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum ist Feuerwehr in diesem Jahr schon am 28. Dezember erhältlich?

Weil der 30. Dezember auf einen Sonntag fällt. Deshalb beginnt der Verkauf in diesem Jahr einen Tag früher als üblich.

Was bedeuten die Kategorien F1, F2 und so weiter?

F1 steht für Kleinstfeuerwerk wie zum Beispiel Wunderkerzen oder Tischfeuerwerk. Dieses darf das ganze Jahr über abgebrannt werden, und das sogar schon von Kindern ab zwölf Jahren. Feuerwerk der Kategorie F2 ist das, was seit dem 28. Dezember im Handel ist. Dieses darf nur von Erwachsenen abgebrannt werden – und zwar ausschließlich am 31. Dezember und am 1. Januar. Feuerwerk der Kategorien F3 und F4 darf nur mit besonderer behördlicher Erlaubnis verkauft, besessen und abgebrannt werden, wie die Zentrale Geschäftsstelle der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes erklärt. „Zur Kategorie 2 zählen insbesondere Feuerwerksbatterien, Raketensortimente, Einzelraketen, Leuchtfeuerwerk, Flugartikel und Knallartikel (Chinaböller usw.). Auf den Verkaufsverpackungen ist die Kategorie angegeben“, erklärt die Göttinger Stadtverwaltung hierzu.

Woran erkenne ich, ob ich legale Feuerwerkskörper erwerbe?

Geprüfte und zugelassene Böller sind an einem amtlichen Zulassungszeichen zu erkennen. In Deutschland darf nur zugelassenes Feuerwerk verkauft werden. Die Polizei weist darauf hin, dass auch das erforderliche CE-Zeichen und das ergänzende Zulassungszeichen gefälscht sein könnten und rät deshalb, Silvesterfeuerwerk nur im regulären Einzelhandel zu kaufen, beispielsweise in Supermärkten.

Was ist mit Feuerwerk aus dem Ausland?

Dieses könnte möglicherweise ungeprüft, in Deutschland verboten und sogar lebensgefährlich sein, wie die Polizei betont. Illegale Feuerwerkskörper können demnach schwere Verletzungen zur Folge haben, zum Beispiel Knalltraumata, Verbrennungen, Verätzungen oder den Verlust von Gliedmaßen.

Darf ich Silvesterfeuerwerk selbst herstellen?

Nein! Wer dies tut, begibt sich laut Polizeilicher Kriminalprävention in große Gefahr. Denn: „Bei selbst hergestellten Feuerwerkskörpern können unter Umständen schon geringste thermische oder mechanische Einwirkungen zu einer Explosion führen. Sachbeschädigungen, aber auch schwere Körperverletzungen können die Folge sein. Jährlich sterben Menschen bei der Herstellung illegaler Sprengstoffe.“ Hinzu komme, dass sich derjenige strafbar mache, der einen Sprengsatz beispielsweise anhand einer Anleitung aus dem Internet selbst herstellt. Solche Explosivstoffe unterliegen demnach dem Waffengesetz und/oder dem Sprengstoffgesetz und gelten als Sprengvorrichtungen. Bei entsprechenden Vergehen drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Ist das Abbrennen des Silvesterfeuerwerks an Silvester und Neujahr überall erlaubt?

Nein, es gibt vielerorts Einschränkungen. In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sind Feuerwerke generell verboten. Städte und Gemeinden können das Abbrennen von Feuerwerk auch komplett oder teilweise verbieten. Beispielsweise gilt ein Verbot für Feuerwerkskörper der Kategorie 2 in der gesamten Göttinger Innenstadt innerhalb der Wallanlagen, auf dem Wall selbst sowie auf dem Jonaplatz in Grone-Süd – wo es laut Stadtverwaltung im vergangenen Jahr zu „erheblichen Problemen“ gekommen war. Auch die Stadt Northeim hat zum Beispiel das Abbrennen von F2-Feuerwerk verboten, und zwar für den Bereich der historischen Altstadt. „Festgestellte Verstöße gegen dieses Abbrennverbot werden als Ordnungswidrigkeit geahndet und können eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro nach sich ziehen“, warnt die Stadt Northeim.

Was heißt eigentlich „unmittelbare Nähe“?

Der Begriff ist „zur Abwehr der Brandgefahr, das heißt zum verwendeten Feuerwerkskörper, in Bezug zu setzen“, heißt es förmlich in einer Erklärung der Stadt Northeim. Bei handgeworfenen pyrotechnischen Gegenständen werde ein Abstand von 25 bis 30 Metern als Minimum angesehen. Bei sogenannten Hochfeuerwerken mit eigenem Vortrieb (im Volksmund: Raketen) werde eine Entfernung zu besonders brandempfindlichen Gebäuden von 200 Metern als zwingend notwendig erachtet.

Was sind brandempfindliche Gebäude?

Zum Beispiel Fachwerkhäuser. Deshalb ist auch in vielen Dörfern in den Landkreisen Göttingen und Northeim – und hier speziell in den Ortskernen – das Abbrennen von Feuerwerk mindestens riskant, wenn nicht ohnehin untersagt.

Wird das denn überhaupt kontrolliert?

Ja. In Göttingen zum Beispiel werden der Stadtordnungsdienst und die Polizeiinspektion Kontrollen vornehmen und gemischte „Streifenteams“ losschicken. Verstöße können dann mit Verwarnungsgeldern belegt und Böller beschlagnahmt werden. „Ziel der Streifen ist es vor allem, zu informieren und dadurch präventiv zu wirken“, erklärt die Stadt Göttingen hierzu. In der Erklärung der Stadt Northeim klingt das deutlich drastischer: „Verstöße gegen die Sicherheitsabstände stellen bereits nach gesetzlicher Regelung eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße von bis zu 50 000 Euro geahndet werden kann.“ Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis dafür, dass auch erstmalige Verstöße geahndet werden, „da das öffentliche Sicherheitsinteresse Vorrang vor dem Interesse des Einzelnen am Umgang mit Feuerwerkskörpern hat.“

Was droht mir, wenn ich vor Silvester oder nach dem Neujahrstag Feuerwerk zünde?

Dies stellt nach Angaben der Northeimer Stadtverwaltung ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße von bis zu 10 000 Euro geahndet werden kann.

Von Markus Riese