Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Northeim In vielen kleinen Schritten etwas bewegen
Die Region Northeim In vielen kleinen Schritten etwas bewegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:48 30.05.2017
Von Britta Eichner-Ramm
Umweltbeirat Hardegsen besteht seit 20 Jahren. Hier v.l. Ulrike Berghahn, Feodor Hagendorff und Volker Fröchtenicht vor den Schautafeln im Rathausfoyer. Quelle: Eichner-Ramm
Anzeige
Hardegsen

Die Verankerung des Umweltbewusstseins sei gegenüber den Anfängen des Umweltbeirates Hardegsen ein großes Stück weitergekommen, sagt Berghahn. Welche Erfolge wurden in den vergangenen 20 Jahren erreicht? Berghahn und ihre Mitstreiter Feodor Hagendorff und Volker Fröchtenicht überlegen nicht lange. Dass in Niedersachsen die Brenntage abgeschafft und die Menschen vor Ort davon überzeugt wurden, nennt Fröchtenicht ebenso als Erfolg der Arbeit des Umweltbeirates wie das kontinuierliche Werben für ein Umweltbewusstsein bei Kindern und Erwachsenen.

Sanierung des Tunnels zu teuer

Und Hagedorff ergänzt: „Wir können für uns verbuchen, dass wir die Ersten in Südniedersachsen waren, die einen Regional- und Bauernmarkt auf die Beine gestellt haben“. Als Erfolg wird zudem gewertet, dass die Sollingbahn immer noch fährt. Es gab Pläne der Deutschen Bahn von 2001, die Strecke stillzulegen. Dem Unternehmen erschien die Sanierung des Ertinghäuser Tunnels zu teuer. Zusammen mit anderen Initiativen habe sich der Umweltbeirat für die Erhaltung der Strecke eingesetzt und beispielsweise ein Bahnhofsfest samt Sonderzugfahrten organisiert. Am Ende habe die Bahn die Stilllegungspläne gestoppt.

Stattdessen werde inzwischen investiert, berichtet Hagendorff, etwa indem die DB Regio ihre Fahrzeuge modernisiert. Beim Bahnhofsfest im Rahmen des 20-jährigen Bestehens des Umweltbeirates am 20. August soll eines von zwei erneuerten Schienenfahrzeugen auf den Namen „Hardegsen“ getauft werden. Auch in Uslar sei am selben Tag ein Fest mit Zugtaufe geplant. Rechtzeitig zum Bahnhofsfest soll es im August auch eine Ausstellung über die Geschichte des Hardegser Bahnhofes geben, die Stadtheimatpfleger Herbert Heere zusammengestellt hat.

Hardegsen lebenswerter gestalten

Das Motto beim Bahnhofsfest in Hardegsen - „Mobilität gestern, heute, morgen, übermorgen“ - beschreibt eines der Handlungsfelder des Umweltbeirates. Auch Umweltbildung wie mit Kartoffelpflanzaktionen oder Apfelernte mit Hardegser Kindern zählt dazu. Schließlich hat sich das ehrenamtliche Gremium in den Anfängen wie heute dem Thema Energie gewidmet. Im Gründungsjahr des Umweltbeirates bekam das Freibad eine Solaranlage. Wasser, Ernährung, Landwirtschaft sind weitere Stichworte, die Beghahn nennt.

Immer werde mit Projekten zu einzelnen Themen versucht, „Hardegsen lebenswerter zu gestalten“, sagt Hagendorff. Bei allen Aktivitäten fühle man sich der Erd-Charta verpflichtet. Diese „Menschenrechtserklärung des 21. Jahrhunderts“ stelle „Achtung vor dem Leben, ökologische Ganzheit, soziale Gerechtigkeit sowie Demokratie und Frieden“ in den Fokus.