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Northeim Brandschutz-Streit vorerst beigelegt
Die Region Northeim Brandschutz-Streit vorerst beigelegt
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13:19 13.12.2017
Das Northeimer City-Center von der Rückseite. Quelle: Soeren Kracht
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Northeim

Die Eigentümerin des City-Center Northeim, die Coriander Constructing und Consulting (CCC), und die Stadt Northeim haben im Verfahren über den Brandschutz in der Wohnanlage vor dem Verwaltungsgericht Göttingen einen Vergleich geschlossen. Danach muss die Eigentümerin, die Coriander Constructing und Consulting (CCC), bis zum 28. Februar kommenden Jahres ein neues Brandschutzkonzept vorlegen. Dazu müsse sie „konkrete, in dem Vergleich festgelegte Maßnahmen ergreifen und umsetzen, um die Flucht- und Rettungswege zu sichern“, teilte die Northeimer Stadtverwaltung am Mittwoch mit.

Nachdem die Stadt wegen mangelhaften Brandschutzes Ende September den Bewohnern - insgesamt 36 Parteien mit 47 betroffenen Personen - mitgeteilt hatte, dass sie bis Mitte Oktober ihre Wohnungen räumen müssten, war eine Mietpartei vors Verwaltungsgericht gezogen. Der Empfehlung des Gerichts, bis zu einer Entscheidung die Räumung auszusetzen, war die Stadtverwaltung gefolgt.

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Der jetzt geschlossene Vergleich bedeutet für die Bewohner, dass sie zunächst auch weiterhin in ihren Wohnungen bleiben können. Darüber wird die Stadt Northeim die betroffenen Mietparteien kurzfristig schriftlich informieren. „Ich freue mich, dass es zu dieser einvernehmlichen Regelung kommen konnte“, sagt Jörg Dodenhöft, derzeit Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters im Northeimer Rathaus und CDU-Kandidat für die Bürgermeisterwahl Anfang kommenden Jahres. „Die Eigentümerin CCC war zu Zugeständnissen bereit und hat in dem gerichtlichen Verfahren selbst initiativ den ersten Vergleichsvorschlag unterbreitet, auf den wir uns nach intensiver Prüfung aller an dem Verfahren Beteiligter jetzt einigen konnten.“

Die Auseinandersetzung zwischen der Stadt Northeim und der CCC über den Brandschutz im City Center schwelt seit fast neun Jahren. Der Vorwurf der Stadt: Schon 2008 habe eine Feuerwehrübung ergeben, dass ein Teil der Wohnungen des Komplexes im Ernstfall mit der Drehleiter nicht zu erreichen sein würden. Die Sicherheitstreppenhäuser reichten der Bauaufsicht wegen baulicher Mängel als alleinige Fluchtwege nicht aus.

Seither verhandelten Stadtverwaltung und Eigentümer über eine mögliche Lösung. Immer wieder wurden neue Brandschutzmaßnahmen angekündigt: So hatte die CCC seit 2013 zugesagt, außenliegende Stahltreppen an beiden Häusern installieren zu wollen. Die Baugenehmigung lag vor, gebaut wurde nicht. Dafür folgte Ende 2015 die Mitteilung, die Treppenhäuser grundlegend sanieren zu wollen. Die Stadt hatte schon damals damit gedroht, die Nutzung der Wohnungen zu untersagen. Die CCC als Eigentümerin habe hier bisher nicht nachgebessert, so die Stadtverwaltung.

Center-Manager Martin Turza erklärte im September hingegen, die CCC habe seit 2015 insgesamt 1,5 Millionen Euro in den Brandschutz investiert. Ein von der CCC im September vorgelegtes neues Brandschutzkonzept war nach Auffassung der Stadtverwaltung allerdings nicht geeignet, den fehlenden zweiten Rettungsweg aus dem Gebäude zu ersetzen, das Gebäude genüge damit den Brandschutzvorschriften der Bauordnung weiterhin nicht.

Von Matthias Heinzel

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