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Northeim Jeder fünfte Unfallverursacher flieht
Die Region Northeim Jeder fünfte Unfallverursacher flieht
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14:21 22.03.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Northeim

Im Gebiet der PI ereigneten sich insgesamt 4791 Unfälle, 1750 davon im Altkreis Osterode. Halbiert habe sich auch - im Vergleich zum Vorjahr - die Zahl der Todesopfer, nämlich auf fünf Personen. Zwei der Unfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich im vergangenen Jahr im Bereich Osterode.

Auf dem niedrigsten Stand seit 2005 war im vergangenen Jahr zudem die Zahl der bei Unfällen schwer verletzten Personen. Insgesamt 114 Schwerverletzte verzeichneten die Polizisten im PI-Bereich. Rückläufig seien auch die Fahrten unter Alkoholeinfluss: 201 alkoholisierte Fahrer zogen die Polizisten aus dem Verkehr, 52 Fahrer verursachten unter Alkoholeinfluss einen Unfall. Rusteberg appellierte in diesem Zusammenhang noch einmal an die Vernunft von Fahrern, Beifahrern und auch Gastgebern: „Viele bedenken nicht, dass bei einem Verkehrsunfall schon 0,3 Promille als Grenze gilt.“ Der höchste Wert, den die Polizisten im PI-Bereich 2016 nachwiesen, lag bei mehr als vier Promille.

Auch die Fälle der Drogenfahrten sinken seit 2008 kontinuierlich. Im vergangenen Jahr gab es fünf Unfälle unter Drogeneinfluss. 126 Fahrer wurden kontrolliert, die unter Drogen gefahren waren. „Interessant ist, dass man hier keine Altersgruppe nennen kann, die davon ausgeschlossen ist“, so Rusteberg.

Abschließend ging Rusteberg noch auf die Handynutzung am Steuer ein. Mehr als 1017 Verstöße wurden hier angezeigt - somit ergibt sich eine Verdoppelung in drei Jahren. Ein weiteres Problem stellen Verstöße gegen die Gurtpflicht dar, deren Zahl von 2200 im Jahre 2015 auf 2 518 stieg.

Auch im Altkreis Osterode kommt es nicht mehr so häufig zu schweren Unfällen: Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizeiinspektion Northeim/Osterode 26 Unfälle mit Schwerverletzten - zwei Personen kamen dabei ums Leben. Im Vorjahr waren es 44 Unfälle und vier Todesopfer.

„Wir verzeichnen somit eine deutliche Reduzierung der Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden“, erklärt Rusteberg. Das bedeutet für Osterode das geringste Vorkommen von Verkehrsunfällen in den vergangenen zehn Jahren. Auch die Wildunfälle im ehemaligen Landkreis Osterode haben sich reduziert: Die Polizei verzeichnete mehr als 30 Unfälle weniger als im Vorjahr, insgesamt 312. Dennoch behalte man diese Unfallursache im Blick - unter anderem mit dem Aufstellen von Dreibeinen und Warnschildern.

Im vergangenen Jahr zogen die Polizisten im Bereich Osterode 75 Fahrer aus dem Verkehr, die unter Alkohol-, und 38 Fahrer, die unter Drogeneinfluss standen. 25 davon verursachten sogar einen Unfall. Hier seien die Zahlen zum Vorjahr relativ konstant. Sie gehen im Bereich der Drogenfahrten sogar nach oben.

Eine neue Kampagne der Verkehrswacht und des Innenministeriums befasst sich mit Unfallfluchten - zu Recht, wie die Zahlen der Verkehrsunfallstatistik zeigen: Bei etwa 20 Prozent aller Verkehrsunfälle flieht der Unfallverursacher. Von 1009 Unfallfluchten im Bereich der PI wurden allein 371 Fälle im Bereich Osterode gemeldet. Etwas mehr als 41 Prozent davon aber konnten aufgeklärt werden. „Dabei ist eine Unfallflucht, auch wenn der Schaden offenbar noch so klein ist, eine Straftat“, verdeutlicht Rusteberg.

Ab einem Fremdschaden von 1500 Euro wird die Fahrerlaubnis entzogen, die Schadensregulierung muss vom Verursacher selbst getragen werden, und es drohen Regressforderungen von den Versicherungen. Teuer werden auch Verstöße gegen die Gurtpflicht, von denen 678 verzeichnet wurden, sowie Verstöße gegen die Handynutzung. Mit 300 Verstößen habe sich die Zahl in den vergangenen drei Jahren verdoppelt.

Von Melina Hose