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Northeim Volker Rosin, „König der Kinderdisco“, auf der Bühne in Wolbrechtshausen
Die Region Northeim Volker Rosin, „König der Kinderdisco“, auf der Bühne in Wolbrechtshausen
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16:39 07.03.2019
Volker Rosin, „König der Kinderdisco“, ist einer der Stars der Jubiläums-Party des Musikvereins Wolbrechtshausen.
Volker Rosin, „König der Kinderdisco“, ist einer der Stars der Jubiläums-Party des Musikvereins Wolbrechtshausen. Quelle: r
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Wolbrechtshausen

Im Tageblatt-Interview spricht der 62-jährige Volker Rosin auch über seine Kindlichkeit. Der gelernte Erzieher steht seit 40 Jahren für Kinder auf der Bühne, ist durch Sendungen wie „KiKa Tanzalarm“ und Gast in ARD/ZDF-Formaten bundesweit bekannt. Mit seiner Stiftung hilft er Kindern, „die im Abseits stehen“.

„Auf der Bühne zu singen, zu tanzen, ist keine Arbeit für mich“

Herr Rosin. Sie schreiben und singen seit 40 Jahren Lieder für Kinder. Sie sagen, ein Grund für Ihren Erfolg ist, „dass noch viel Kind in mir steckt“. Wie viel? Wie erleben Sie Ihre Kindlichkeit?

Rosin: Wichtig ist, nah bei den Kindern zu sein, gemeinsam Spaß zu haben. Auf der Bühne zu singen, zu springen, zu tanzen, ist keine Arbeit für mich. Das ist einfach Freude. Kinder sind das ehrlichste und härteste Publikum. Vor ihnen auf der Bühne zu stehen, ist immer eine Herausforderung. Wenn Kinder merken, da ist einer, der vor ihnen rumhampelt und sie nicht ernst nimmt, verlieren sie ganz schnell das Interesse.

„Kinder sind das beste Publikum“

Ihr neuester Titel heißt „Kinder sind das beste Publikum“. Haben Sie mal versucht, für Teens und Twens zu komponieren?

Anfang der 70er habe ich als Liedermacher Chansons und Protestsongs geschrieben, bin in Kneipen aufgetreten. Dann habe ich die Ausbildung zum Erzieher gemacht und begonnen, Lieder für Kinder zu schreiben, die ich im Kindergarten gesungen habe. Die Eltern fanden das gut, viele Kinderlieder gab es damals ja nicht. Ende der 70er habe ich das letzte Konzert für Erwachsene gegeben. Mir war klar, dass ich mich entscheiden musste und wollte. Es gibt nichts Vornehmeres, als für Kinder zu arbeiten. Sie sind ein anspruchsvolles Publikum, hatten und haben es verdient, dass ich nur für sie singe, mich ausschließlich um sie kümmere. Es gibt Sänger, die zur Abwechslung mal eine Platte für Kinder produzieren, aber das ist nicht authentisch und wirkt beim Publikum auch unglaubwürdig.

Volker-Rosin-Stiftung hilft Kindern im sozialen Abseits

2017 haben Sie die Volker-Rosin-Stiftung gegründet – mit welchen Zielen? Was haben Sie bislang erreichen können?

Wir wollen mit Musik Kindern helfen, die ein Handicap haben, im sozialen Abseits stehen, einen Migrationshintergrund haben. Wir sind aktiv für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter. Wir haben die Stelle einer Musikpädagogin im Uniklinikum Düsseldorf finanziert, sie singt und spielt mit todkranken Kindern. Wir haben Musikinstrumente gekauft für eine Schule, in der Kinder mit Sprachbehinderung unterrichtet werden, die sich musikalisch ganz anderes ausdrücken. Es geht um kleine, einfache Dinge, die für Kinder wichtig sind. Wir unterstützen finanziell, ideell, persönlich. In diesem Jahr arbeiten wir mit Kindern in einer integrativen Einrichtung in Köln: Sie spielen Jazz. Der Musikstil lebt von Improvisation, und jedes Kind bringt sich so ein, wie es kann und will, um sich in der Gruppe und solistisch weiterzubringen. Wir finanzieren Musikpädagogen, und ich spiele mit ihnen beim Abschlusskonzert im Sommer.

Kindlichkeit wirkt ansteckend

Wenn Sie auftreten, sind meist Eltern oder Oma und Opa dabei. Sind sie guter Laune, weil der Nachwuchs begeistert ist; oder lassen sie sich anstecken?

Beides. Nicht wenige der Älteren stellen plötzlich fest, dass sie mittanzen. Und natürlich beziehe ich sie mit ein. Das ist ein großes gemeinschaftliches Erlebnis, das mit meiner Kindlichkeit zu tun hat, die wirkt ansteckend. Manchmal sagen mir Großeltern ,Ich war schon als Kind bei Ihnen‘. Mittlerweile kennen mich drei Generationen. Bei einem Konzert hat mich mal ein Fan angesprochen, der mir stolz ein Babyfoto von sich zeigte; er auf dem Arm seiner Mutter bei einem Konzert von mir. Das ist natürlich ein schönes Gefühl.

Volker Rosin: „Ich bin einfach jeck“

Haben Sie in Düsseldorf gerade einen Karneval-Marathon absolviert?

Ich bin sehr gern beim Karneval. Ich engagiere mich in der Nachwuchsarbeit in Düsseldorf und setzte mich dafür ein, dass Kinder selber aktiv werden, zum Beispiel in der Initiative ,Penz in die Bütt‘. Natürlich habe ich beim Kinderumzug am Karnevalssonnabend und mehreren Kinderkarneval-Veranstaltungen mitgemacht, kostenlos. Ich sammle für die Düsseldorfer Kindertafel, gehe ganz traditionell mit der Büchse rum. Und ja, ich feiere selbst gern. Am Rosenmontag war ich im Zug oben auf dem Wagen. Ich bin einfach jeck.

Sind Sie schon einmal im Süden Südniedersachsens aufgetreten? Oder sind Sie vor allem im Westen präsent?

Klar, war ich schon in Göttingen. Es gibt nicht viele Orte, an denen ich noch nicht war. Ich war in Dransfeld, Nörten, vor ewigen Zeiten in Adelebsen, öfter in Northeim. Auch in Hann. Münden, Bodenwerder, Uslar, ist aber lange her.

„Volle Kraft voraus“ als Eisbrecher

Im Rheinland sind Sie ein Star. Durch ARD und ZDF sind Sie auch bundeweit bekannt, aber nicht alle Kinder sehen KiKa und Co. Könnte sein, dass Sie in Wolbrechtshausen ein paar Aufwärmübungen aus dem Gitarrenkoffer holen müssen. Oder erobern Sie die Herzen der Fans grundsätzlich im Sturm?

Jede Veranstaltung ist anders. Aber ich gebe mir von der ersten Sekunde an Mühe, beziehe die Kinder mit ein. Das erste Lied ist „Volle Kraft voraus“, und schon ist das Eis gebrochen.

Am 9. Juni treten Sie in Wolbrechtshausen auf. Worauf dürfen sich die jungen Besucher freuen?

Natürlich habe ich meine Hits dabei: ,Tanzalarm‘, ,Das singende Känguru‘, ,Der Gorilla mit der Sonnenbrille‘. Und neue Titel wie ,Kinder sind das beste Publikum‘ und den Partykracher ,Mama Laudaaa‘.

Tanz-„Parkett“ vor der Bühne

Sie sind als „König der Kinderdisco“ bekannt. Sollte der Veranstalter vorsorglich die Bestuhlung entfernen?

Auf jeden Fall. Ein größerer Platz muss frei bleiben zum Tanzen. Ab der Mitte des Festzelts kann die Bestuhlung anfangen, die Älteren werden sich wohl erst mal setzen wollen. Erst mal.

Der Musikverein Wolbrechtshausen feiert – 100 Jahre Musikverein Wolbrechtshausen im Göttinger und Eichsfelder Tageblatt: Power-Polka-Party zum 100-Jährigen; Vereins-Teams bereiten Jubiläums-Fest vor; Star-Aufgebot in Wolbrechtshausen; Ehrgeiz und Spiellust prägen die 100-jährige Geschichte des Vereins;

Von Stefan Kirchhoff

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