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Northeim ZVSN-Tarif soll geändert werden
Die Region Northeim ZVSN-Tarif soll geändert werden
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00:25 25.03.2018
21.03.2018 Regionalbus an der Haltestelle Hahlestraße Richtung Duderstadt. Der einzige Fahrgast von Busfahrer Peter Demtrossa, ab der Haltestelle Hahlestraße, ist Mimoza Morina.
21.03.2018 Regionalbus an der Haltestelle Hahlestraße Richtung Duderstadt. Der einzige Fahrgast von Busfahrer Peter Demtrossa, ab der Haltestelle Hahlestraße, ist Mimoza Morina. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen/Northeim

Seit 1999 gibt es den Tarif des Verkehrsverbunds Süd-Niedersachsen. Nun soll eine komplett neue Tarifstruktur entwickelt werden. Eine erste Veranstaltung zum Thema in Northeim besuchten nach Angaben des Zweckverbandes Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN) mehr als 40 Vertreter von Verbänden und andere Bürger.

„Unsere Preise werden oft als zu hoch kritisiert”, sagt Michael Frömming, Geschäftsführer des ZVSN. Der ZVSN ist für den Öffentlicher Personenverkehr in den Landkreisen Göttingen und Northeim zuständig. Die Tarifstruktur, so Frömming, werde zudem als umständlich kritisiert. Außer dem ZVSN sind in Südniedersachsen der Landkreis Holzminden und die Göttinger Verkehrsbetriebe für den ÖPNV im Verkehrsverbund VSN zuständig. Der Wunsch, eine günstigerer und einfachere Tarifstruktur zu entwickeln, sei auch aus der Politik gekommen, so Frömming.

Hamburger Unternehmen arbeitet mit

Der ZVSN und der Landkreis Holzminden haben dies zum Anlass genommen, den VSN-Tarif in den drei Landkreisen detailliert zu untersuchen, ihn mit anderen deutschen Verbundtarifen zu vergleichen und unter anderem auf dieser Basis Konzepte für eine Überarbeitung des VSN-Tarifs zu entwickeln. Die beiden Aufgabenträger haben sich zu diesem Zweck Unterstützung durch das auf den ÖPNV spezialisierte Beratungsunternehmen „Civity“ aus Hamburg geholt. Die neuen Konzepte sollen mit Nutzern des ÖPNV und mit den Fahrgast- und Interessenverbänden entwickelt werden.

Als das wichtigste Thema habe sich während der Veranstaltung in Northeim der Fahrpreis abgezeichnet. „Aber auch die Tarifstrukturen werden als unübersichtlich empfunden”, sagt Frömming. Weitere Themen, die von Bürgern und Verbänden dort angesprochen wurden, seien beispielsweise der Wunsch nach der Sozialkarte für Rentner und einkommensschwache Fahrgäste sowie eine kostenlose Mitnahme von Fahrrädern. Dafür hatten kürzlich auch Mitglieder der Göttinger Gruppe des bundesweiten Bündnisses „Bahn für Alle“ eine Petition an Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) überreicht. Die Gruppe setzt sich dafür ein, dass in allen niedersächsischen Regionalzügen kostenfrei Fahrräder mitgenommen werden dürfen.

Sozialkarte „nicht zum Nulltarif“ zu haben

Das Problem für den ZVSN: „Wir bekommen keine öffentlichen Fördergelder, wir finanzieren uns nur aus unseren Einnahmen”, sagt Frömming. Ein Sozialtarif beispielsweise aber sei nicht zum “Nulltarif” zu bekommen. Denn: „Wir müssen unsere Busfahrer ordentlich bezahlen”, sagt er. Es gebe bereits einen eklatanten Fachkräftemangel, Busfahrer seien kaum mehr zu bekommen.

Nach dieser ersten Ideensammlung will der ZVSN nun konkrete Vorschläge erarbeiten. Diese „Cluster”, also Themenkomplexe in einer Art Baukastensystem, so Frömming, sollen dann möglichst noch vor der Sommerpause in den politischen Gremien diskutiert werden. Eine Umsetzung erster Bausteine, wie beispielsweise eine Sozialkarte oder die Fahrradmitnahme in Bussen, sei dann für 2019 vorgesehen. Die Ausweitung des Streckennetzes laufe unabhängig vom Tarifverfahren parallel.

Von Britta Bielefeld

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