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Obereichsfeld Kreis Eichsfeld wird Risikogebiet – Maskenpflicht ausgeweitet
Die Region Obereichsfeld

Kreis Eichsfeld wird Risikogebiet - Maskenpflicht ausgeweitet

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22:04 13.10.2020
Geplant sei unter anderem eine Maskenpflicht im Freien. Quelle: Katrin Kutter
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Mit einer Ausweitung der Maskenpflicht und schärferen Anti-Corona-Regeln reagiert das Eichsfeld auf einen drastischen Anstieg der Infektionszahlen in der Region. So gelte ab sofort eine Maskenpflicht im Freien bei Situationen, in denen nicht genügend Abstand gehalten werden könne, teilte das Landratsamt am Dienstag mit.

Die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt laut einer am Dienstag erlassenen Verfügung zudem auch beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen mit mindestens einer anderen Person sowie in öffentlichen Einrichtungen und Betrieben. Auch an Bushaltestellen, in belebten Einkaufsstraßen oder Warteschlangen ist demnach ein Mund-Nasen-Schutz jetzt Pflicht, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Der private Wohnbereich ist von der Maskenpflicht ausgenommen.

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Lesen Sie auch: Corona: Alle Schulen im Eichsfeld schränken Betrieb ein

Stand Dienstag gab es im Landkreis 54 aktive Infektionen, wie das Landratsamt mitteilte. Auch der Wert von Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner lag bei 54. Damit gilt das Eichsfeld als Risikogebiet – der kritische Schwellenwert dafür liegt bei 50.

Laut einer Sprecherin des Landratsamtes geht der Infektionsausbruch im Eichsfeld auf eine Familienfeier zurück. Dadurch seien Infektionsketten entstanden, die aber bisher noch nachverfolgt werden können.

Alle 57 Schulen im Eichsfeld schränken ab Mittwoch ihren Betrieb wieder ein

Alle 57 Schulen im Eichsfeld schränken ab Mittwoch ihren Betrieb wieder ein. Nach Angaben des Bildungsministeriums wechseln sie in die Stufe Gelb. Demnach seien unter anderem Einschränkungen des Präsenzunterrichts vor Ort möglich, hieß es. Mit der Maßnahme sollen vor allem Menschen mit Risiko zu einem schweren Covid-19-Erkrankungsverlauf geschützt werden.

Um auf höhere Infektionsraten an den Schulen oder im jeweiligen Landkreis schnell reagieren zu können, hatte das Bildungsministerium in Thüringen ein Stufenkonzept eingeführt. Während Stufe Grün Regelbetrieb bedeutet, gibt es bei Stufe Gelb erste Einschränkungen. So ist dann etwa abwechselnder Unterricht in der Schule und zu Hause möglich. Stufe Rot bedeutet in der Regel, dass die Schule wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen bleibt.

Derweil rechnet die Thüringer Landesregierung angesichts der nächste Woche beginnenden Herbstferien mit weiter steigenden Infektionszahlen. „Wir wissen, dass angesichts der Herbstferien mit vielen Reisen und steigenden Infektionszahlen zu rechnen ist“, erklärte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) nach einer Kabinettssitzung. Wichtig seien regionale und lokale Anti-Corona-Maßnahmen, „so zielgenau wie möglich“.

Thüringen setzt auf Verschärfung der Regeln

Thüringen setzt bereits seit Monaten darauf, dass die Anti-Corona-Regeln nur dort verschärft werden, wo es zu einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen gekommen ist. Zuletzt zeigten die landesweiten Statistiken immer mehr Neuinfektionen pro Tag. In der vergangenen Woche wurden im Durchschnitt so viele Neuinfektionen pro Tag gemessen wie seit Ende April/Anfang Mai nicht mehr.

Im Schnitt infizierten sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums pro Tag im Freistaat mehr als 33,9 Menschen mit dem Coronavirus. In der Woche vom 28. April bis 4. Mai lag der Wert bei 35,3, eine Woche später bei 33. Der Höhepunkt bei den täglichen Neuansteckungen im Wochendurchschnitt wurde in Thüringen Ende März festgestellt, als der Wert auf 60,3 gestiegen war.

Mit Stand Dienstag wurden in Thüringen binnen 24 Stunden 46 Neuinfektionen registriert. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg damit auf 4488, davon galten 3960 als genesen.

„Es ist wichtig, dass wir uns im Kabinett wieder intensiver und regelmäßiger mit den Auswirkungen der Pandemie in Thüringen beschäftigen“, erklärte Siegesmund. Seit Dienstag bespricht das Kabinett die Corona-Situation wieder wöchentlich. Siegesmund sagte, dass die Landesregierung gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Corona-Beirat immer wieder prüfen werde, „was nötig und angemessen ist“.

Die aktuelle Zahl der Infizierten in den Landkreisen Göttingen, Northeim und Eichsfeld finden Sie hier.

Von dpa