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Obereichsfeld Nach blutiger Attacke in Worbis: Polizei sucht Täter mithilfe von Fotos
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Nach blutiger Attacke in Worbis: Polizei sucht Täter mithilfe von Fotos

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17:18 01.06.2021
Angriff in Worbis
Angriff in Worbis Quelle: LKA Thüringen
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Worbis

Die Polizei in Thüringen fahndet mit einem Foto aus einer Überwachungskamera nach einem Mann, der im Verdacht steht, am 27. Juni 2020 gegen 10.17 Uhr einen damals 31-jährigen Mann in Worbis mit einer Hieb- und Stichwaffe angegriffen und lebensbedrohliche Verletzungen zugefügt zu haben. An dem Angriff auf den Russen am Hausener Weg waren nach Auskunft der Polizei mehrere Täter beteiligt.

Nach jetzigem Stand der Ermittlungen, so das Landeskriminalamt Thüringen, sei davon auszugehen, dass die Täter aus dem Umfeld einer in Leinefelde-Worbis ansässigen Familie armenischer Herkunft stammten. Sie seien seit längerem mit Personen aus dem Umfeld des Opfers und dessen Familienangehörigen verfeindet, heißt es weiter.

Die auf den Kamerafotos abgebildete Person könnte örtlichen Bezug haben und aus dem Bereich Nordthüringen, Niedersachsen, Hessen oder Sachsen-Anhalt stammen, so die Polizei weiter. Hinweise zu dem gesuchten Täter nimmt das Dezernat 62 EG 622 SOK beim Landeskriminalamt Thüringen unter Angabe des Aktenzeichens ST/0146024/2020 entgegen.

Das damals 31-jährige Opfer war zunächst niedergeschlagen und dann überfahren worden, so die Polizei vor knapp einem Jahr. Zeugen hätten berichtet, dass der Angreifer zunächst zu Fuß geflüchtet, dann in einen blauen Audi A3 gestiegen sei und das Opfer damit überrollt habe. Die Polizei war danach mit einem Großaufgebot und einem Hubschrauber länderübergreifend im Einsatz, um den oder die mutmaßlichen Täter zu fassen. Die Polizei hatte eine Sonderkommission eingerichtet. Sie durchsuchte einen Monat später Wohnungen in mehreren Bundesländern. Festgenommen wurde dabei niemand.

Fehden innerhalb Eichsfelder Mafiastrukturen?

Als Hintergrund der Tat wird ein Streit zwischen zwei Clans aus Armenien vermutet. Vieles deute daraufhin, sagte eine Polizeisprecherin damals. Bestätigen wollte sie einen Zusammenhang mit Fehden innerhalb Eichsfelder Mafiastrukturen aber nicht.

Zuletzt waren im Oktober 2019 in Worbis zwei verfeindete Familien aufeinander losgegangen. Bei dem Streit, der mit Fäusten und Pfefferspray ausgetragen wurde, gab es vier Verletzte. Schon Anfang Mai 2018 war es in Göttingen zu einer blutigen Fehde zwischen Männern aus konkurrierenden Clans gekommen. Dabei soll es auch zum Einsatz von Schusswaffen, Schlagstöcken, einem Messer und Pfefferspray gekommen sein. Es gab Verletzte.

An der blutigen Auseinandersetzung vor einem Friseurgeschäft in der Goetheallee waren damals nach Polizeiangaben mindestens acht Männer verschiedener Nationalitäten beteiligt. Andere Quellen sprachen von 20 Beteiligten. Infolgedessen durchsuchten Ermittler Gebäude von Autohändlern in Leinefelde-Worbis – erfolglos – nach Waffen.

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Eine Woche nach dem Vorfall in Göttingen eskalierte dann ein Streit zwischen benachbarten Autohändlern in Leinefelde-Worbis. Nach damaligen Recherchen des MDR werden die beteiligten Personen dem Umfeld der armenischen Mafia in Thüringen und anderen Bundesländern zugerechnet.

Von Michael Brakemeier