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Obereichsfeld Wolfshybriden aus Privathaltung gerettet
Die Region Obereichsfeld Wolfshybriden aus Privathaltung gerettet
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12:00 23.05.2020
Die Wolfshybriden Ronja und Raik Quelle: r
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Leinefelde-Worbis

Mitglieder des Tierschutzprojekts Leinefelde-Worbis haben am vergangenen Mittwoch zwei Wolfshybriden beschlagnahmt. Die Tiere lebten, nach Angaben der Stiftung für Bären, fünf Jahre lang illegal in einer Privathaltung in Baden-Württemberg.

„Wer die Zucht von Wolfshybriden unterstützt, weiß gar nicht, was er den Tieren damit antut. Sie dürfen nicht in der Natur leben und sie wie einen Hund im Haushalt zu halten ist eine schreckliche Qual für sie. Es müssen also zwei Dinge geschehen: Die Zucht dieser Tiere muss eingedämmt werden und im Gegenzug genügend Platz für die Unterbringung der beschlagnahmten Tiere entstehen", erklärt Bernd Nonnenmacher, Geschäftsführer des Bärenparks.

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Tiere bei Haltern beliebt

Das Schicksal der beiden Tiere sei keine Seltenheit. Die Kreuzung aus Wolf und Haushund werde bis zur fünften Generation wie Wölfe klassifiziert und sei optisch kaum von ihnen zu unterscheiden. Bei vielen Haltern seien die Tiere daher sehr beliebt. Der Geschäftsführer der Stiftung für Bären sieht darin nicht nur eine Gefährdung für den Artenschutz, sondern auch für die Halter selbst - denn Wildtiere seien nicht geeignet für das Leben mit Menschen.

Kommen Wolfshybriden in der Natur vor, müssen sie laut EU Richtlinien eingefangen werden, um die Reinheit der Art Wolf nicht zu gefährden. Doch an artgerechten Unterbringungsmöglichkeiten wie den Projekten der Stiftung für Bären mangele es, nach Angaben von Nonnenmacher, in ganz Europa.

Die Eingewöhnungszeit im Tierschutzprojekt verbringen die Wolfshybriden Ronja und Raik abseits der Besucher. Mittels eines Kamerasystems soll die Beobachtung jedoch möglich sein. Der Abstand sei wichtig, um den Tieren die Möglichkeit zu geben, das Wildtier in sich wieder zu entdecken.

Von Yasmin Dreessen

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