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Osterode Abgefangene Marihuana-Lieferung: Weitere Anklage gegen mutmaßlichen Beteiligten
Die Region Osterode Abgefangene Marihuana-Lieferung: Weitere Anklage gegen mutmaßlichen Beteiligten
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17:00 21.11.2019
Der Prozess um abgefangene Pakete mit 55 Kilogramm Marihuana wurde in Göttingen fortgesetzt. (Symbolbild) Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen/Osterode

In dem seit August laufenden Prozess um zwei abgefangene Rauschgiftpakete hat das Landgericht Göttingen am Donnerstag einen Zeugen vorgeladen, der selbst in den Fall verwickelt sein soll. In dem Verfahren müssen sich ein 38-jähriger Italiener und ein 31-jähriger Albaner wegen des Schmuggels von 55 Kilo Marihuana von Italien in den Südharz verantworten.

Der ursprünglich aus dem Kosovo stammende 50-jährige Zeuge, der zuletzt in Osterode gewohnt hatte, wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Er blieb nur kurz im Gerichtssaal: Da die Staatsanwaltschaft Göttingen inzwischen auch gegen ihn Anklage wegen mehrerer Rauschgiftdelikte erhoben hat, berief er sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht und machte keine Angaben.

Unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen unter anderem unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie die unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor. Der 50-Jährige war zunächst im August in Osterode verhaftet worden. Anfang Oktober wurde dieser Haftbefehl wieder aufgehoben. Rund zehn Tage später kam er wegen des Verdachts auf weitere mutmaßliche Rauschgiftdelikte erneut in Untersuchungshaft. Er sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Hannover.

Bei ihren Durchsuchungen im August hatten die Fahnder in einer Garage in einem Ortsteil von Bad Grund 1,4 Kilo Marihuana sichergestellt. Laut Anklage soll der 50-Jährige das Rauschgift dort verwahrt haben, um es weiterzuverkaufen.

100 Kilo Marihuana

In einem weiteren angeklagten Fall geht es um eine weit größere Drogenmenge. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen vor, dass er sich Anfang 2018 von bislang unbekannten Tätern 100 Kilo Marihuana nach Osterode habe liefern lassen. Da das Marihuana bei dem Transport nass geworden sei, habe er für die Lieferung nichts bezahlt. Später soll er damit weitere Geschäfte gemacht haben.

Die Abnehmer hätten zunächst in Osterode rund 50 Kilo Marihuana von einem Anhänger seines Geländewagens entgegengenommen. Anschließend seien sie mit dem in Reisekoffern verpackten Rauschgift im Flixbus nach Wismar gefahren. Später hätten sie noch weitere 30 Kilo Marihuana von dem 50-Jährigen geholt und nach Wismar gebracht.

Lieferadresse für zwei Marihuana-Pakete

Der 50-Jährige steht außerdem im Verdacht, den beiden aktuell vor Gericht stehenden Angeklagten eine Wohnung im Bad Lauterberger Ortsteil Barbis (Kreis Göttingen) zur Verfügung gestellt zu haben, die als Lieferadresse für zwei Marihuana-Pakete aus Italien diente. Die Angeklagten sollen die Pakete im Februar bei einer Spedition in Rom zum Versand an die Anschrift im Südharz aufgegeben haben. Anschließend waren die beiden Männer nach Deutschland gereist.

Der 50-Jährige soll die beiden Angeklagten nach ihrer Ankunft abgeholt, nach Barbis gebracht und ihnen dort den Schlüssel zu der Wohnung übergeben haben. Die Fahnder hatten damals das Haus observiert und dabei auch mehrfach den von dem 50-Jährigen genutzten Geländewagen gesichtet.

Polizei hatte Ware abgefangen

Einige Tage später wurden die Pakete an die angegebene Adresse in Barbis ausgeliefert. Beim Öffnen stellten die Angeklagten fest, dass sich statt des erwarteten Marihuanas nur Streusalz und Papiertaschentücher in den Paketen befanden. Was sie nicht wussten: Die Polizei hatte die Fracht vor der Auslieferung abgefangen. Damit dies nicht auffiel, hatten die Fahnder die Pakete mit anderem Inhalt aufgefüllt. Das sichergestellte Rauschgift soll einen geschätzten Straßenverkaufswert von 480.000 Euro gehabt haben.

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Von Heidi Niemann

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