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Osterode CDU Osterode stellt Eilantrag auf Öffnung des Aloha-Bades
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CDU Osterode stellt Eilantrag auf Öffnung des Aloha-Bades

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15:30 19.07.2020
Das Aloha-Bad in Osterode ist derzeit geschlossen. Quelle: Härtl, Mark
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Osterode

Durch die Corona-Pandemie entstanden zuletzt zahlreiche Einschränkungen: Viele Freizeitangebote entfielen und entfallen weiterhin, viele Familien können zudem nicht wie gewohnt in den Urlaub fahren. Die CDU-Ratsfraktion Osterode ist der Meinung, es müsse „in dieser schwierigen Lage die Aufgabe der Stadt sein, alles dafür zu tun, die Familien und Kinder zu unterstützen und zumindest einen Teil der Einschränkungen aufzufangen“. Auch darum fordert der CDU-Stadtverband, dass das Osteroder Aloha noch in den Ferien geöffnet wird. „Der freie Eintritt in das Schwimmbad war und ist immer ein wichtiger Bestandteil“ des Ferienpasses gewesen.

Die Christdemokraten haben nun einen Eilantrag gestellt, in dem sie die schnellstmögliche Öffnung des Bades fordern – unter den vorgegebenen Abstands- und Hygieneregeln aus Hannover. „Die vom Land Niedersachsen geforderten Maßnahmen sind nach unserer Meinung umsetzbar“, sagt der Fraktionsvorsitzende Jan-Steffen Wedemeier. In dem Antrag werden auch gleich Vorschläge für Hygienemaßnahmen gemacht. So könne beispielsweise das Infektionsrisiko beim Anstehen an der Kasse vermindert werden, wenn zeitlich begrenzte Eintrittskarten reserviert oder online gekauft werden.

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Umfangreiche Hygienemaßnahmen nötig

Ferner sollte die Besucherzahl des Schwimmbades begrenzt werden. Und „die Einrichtung von ,Einbahnstraßen’, die eine Bewegungsrichtung beim Betreten und Verlassen von Räumen vorgeben, werden im gesamten Bereich des Aloha hilfreich sein.“ Um Warteschlangen vor den Duschen zu vermeiden, könne das Duschen vor dem Baden in Kleinstgruppen durchgeführt werden.

„Selbstverständlich ist es nur zu begrüßen, dass die Geschäftsführung der Wibo sensibel und sorgfältig reagiert und der Schutz von Gesundheit und Leben der Gäste sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an oberster Stelle steht. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass die Öffnung des Aloha auch in dieser Hinsicht vertretbar ist“, heißt es weiter in der Begründung des CDU-Antrags. „Der Betrieb eines Schwimmbades ist für eine Kommune im Regelfall defizitär. Dennoch werden Schwimmbäder betrieben, um den Bürgerinnen und Bürgern ein beliebtes Freizeitangebot unterbreiten zu können.“

Energie- und Geldverschwendung?

Die Osteroder SPD-Ratsfraktion befürchtet hingegen „unzufriedene Gäste sowie Energie- und Geldverschwendung“. Nach Monaten der Schließung brauche es viel Arbeit und Zeit, das Aloha wieder betriebsbereit zu bekommen – vermutlich mehr als die sechs Wochen Sommerferien.

Die Sozialdemokraten schreiben: „Wenn dann doch der unwahrscheinliche Fall eintreten würde, dass das Bad vielleicht ein oder zwei Wochen vor Ende der Ferien betriebsbereit ist, dürften aufgrund der bestehenden Abstandsregelungen nur maximal 85 Gäste ins Aloha inklusive Sauna eingelassen werden. Ist das Bad voll, müssten die wartenden Gäste draußen vor der Tür Schlange stehen. Drinnen müssten sie auch im Wasser 1,50 Meter Mindestabstand halten und das Personal hätte die unangenehme Aufgabe, ,Corona-Polizei’ zu spielen und Gruppen spielender Kinder und Jugendlicher zu trennen, wenn der persönlich haftende Geschäftsführer keine rechtlichen Konsequenzen riskieren will.“

Hinzu kämen „die immensen Energiemengen, die es braucht, ein Bad, das für viele hundert Besucher ausgelegt ist, für 85 Gäste komplett zu heizen und zu belüften“. Die SPD sehe sich einer sicheren Bewirtschaftung des Aloha verpflichtet und „in der aktuellen Umbausituation keinen Spielraum für schlecht durchdachte und teure Experimente“. „Daher werden wir die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie im Hinblick auf eine Wiedereröffnung des Aloha verfolgen und bilden in der Zwischenzeit lieber Rücklagen, um die im Bau befindliche neue Schwimmhalle besser auszustatten.“

Von Kjell Sonnemann