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Osterode Corona-Ausbruch in Pflegeheim in Bad Sachsa
Die Region Osterode Corona-Ausbruch in Pflegeheim in Bad Sachsa
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12:33 17.04.2020
In einem Altenpflegeheim in Bad Sachsa am Südharz ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen: Alle 19 bislang vorliegenden Testergebnisse von Bewohnern seien positiv. Quelle: imago images/ZUMA Press
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Bad Sachsa

Im Altenpflegeheim Haus Feierabend in Bad Sachsa ist es zu einem Ausbruch von Covid-19 gekommen. Wie die Betreiberin Diakonie Wolfsburg mitteilt, habe man am Ostermontag alle insgesamt 72 Mitarbeiter und Bewohner des Seniorenheims getestet.

Bis zum Abend des 16. April „liegen uns Testergebnisse in 19 Fällen in Bezug auf Bewohnende vor. Sie alle sind positiv“, erklärt Bettina Enß­len, Leitung Kommunikation bei der Diakonie Wolfsburg. Zwei von den Positivgetesten befänden sich aktuell in medizinischer Behandlung in einem Krankenhaus.

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Der erste Verdachtsfall im Haus Feierabend lasse sich zurückverfolgen bis zum Sonntag, 5. April. An dem Tag hatte eine Bewohnerin im Haus Erkältungssymptome entwickelt. Vorsorglich wurde bei ihr umgehend eine Zimmer-Quarantäne veranlasst und die Schutzmaßnahmen erhöht. Am Tag darauf wurde der Arzt informiert, der einen Test am 7. April veranlasste. Das Ergebnis ging am Donnerstag, 9. April ein und war positiv.

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Auf dem Weg der Besserung

„Wir freuen uns sehr, dass sich diese Bewohnerin seit gestern wieder auf dem Weg der Besserung befindet“, betont die Pressesprecherin in der Mitteilung. Um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern habe man am 16. April damit begonnen, eine Trennung des Hauses in einen Schutz- und einen Infektionsbereich vorzunehmen. Die Ebene 2 wird zum Infektionsbereich. Die fünf positiv getesteten Bewohnenden, die auf Ebene 1 lebten, sind mittlerweile auf Ebene 2 umgezogen.

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Sieben Mitarbeiter positiv getestet

„Bei sieben von insgesamt 58 Mitarbeitenden aller Bereiche wissen wir von positiven Testergebnissen.“ Die Personalsituation, insbesondere im Bereich der Fachkräfte, sei deshalb angespannt. Bei 18 Mitarbeitern haben die zuständigen Gesundheitsämter häusliche Quarantäne angeordnet.

Um den Betrieb aufrecht erhalten zu können und auch das Team zu entlasten, habe man bereits einen Freiwilligenaufruf unternommen – und das mit Erfolg: „Es haben sich bereits Interessenten gemeldet. Wir hoffen, dass sich insbesondere Menschen mit Vorerfahrungen in der Pflege angesprochen fühlen und sich – zumindest vorübergehend – bei uns für die Bewohnenden engagieren“, erklärt Bettina Enßlen. Seit dem Bekanntwerden des ersten Corona-Falls wurden zudem die Schutz- und Hygienemaßnahmen zum Wohle der Bewohner und Mitarbeiter noch einmal deutlich erhöht.

„Wir hoffen, dass auch alle noch ausstehenden Testergebnisse schnell eingehen, um gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen zu können“, so die Pressesprecherin abschließend.

41 Tote in Einrichtung in Wolfsburg

Seit März war es in Alten- und Pflegeheimen mehrerer Träger in Niedersachsen zu Corona-Ausbrüchen gekommen. Im ebenfalls von der Diakonie Wolfsburg betriebenen Hanns-Lilje-Heim in Wolfsburg starben bislang 41 von insgesamt 74 infizierten Bewohnerinnen und Bewohnern.

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Todesfälle gab es auch im diakonischen Johannisheim in Stade sowie in Heimen privater Träger in Wildeshausen bei Oldenburg, Bramsche bei Osnabrück und Gadenstedt bei Peine. In einem privat betriebenen Heim in Herzberg bei Göttingen hatten sich ebenfalls zahlreiche Bewohner mit dem Virus angesteckt.

Von Thorsten Berthold