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Osterode Drogendealer im „Hauptberuf“
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00:19 12.07.2018
Zwei mutmaßlichen Dealern wird am 10. Juli in Göttingen der Prozess gemacht (Symbolbild). Quelle: dpa
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Göttingen / Bad Sachsa

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, spätestens Ende 2016 beschlossen zu haben, künftig ihren Lebensunterhalt im Wesentlichen durch gemeinsame Betäubungsmittelgeschäfte zu bestreiten, wobei der Angeklagte R. die Geschäfte geplant und gelenkt haben soll. Am Nachmittag des 14. Januar 2017 sollen sich die beiden mutmaßlichen Täter zu einer unbekannten Person in Berlin begeben haben, wo sie insgesamt etwa zehn Kilogramm Marihuana und etwa acht Gramm Kokain erworben haben sollen. Der Angeklagte C. soll diese Betäubungsmittel anschließend in seinem Pkw verstaut haben, wobei er gewusst haben soll, dass sich im Handschuhfach ein funktionsfähiger Taser befunden habe.

Kilogrammweise Drogen

Am 12. November 2017 soll C. gemeinsam mit dem gesondert verfolgten L. das Wohnhaus des ebenfalls gesondert verfolgten Rö. aufgesucht haben, in dem Betäubungsmittel gelagert worden seien. Dort soll C. 300 Gramm Marihuana an L. übergeben haben, für das dieser 1500 Euro bezahlt habe. Den Ermittlungen zufolge soll C. eine Woche zuvor in Absprache mit R. nach Polen gefahren sein und dort an eine unbekannte Person 200 Gramm Kokain verkauft haben. Am 2. Dezember 2017 sollen die beiden Angeklagten zusammen nach Hohenwarsleben gefahren sein und dort von einer unbekannten Person zehn Kilogramm Marihuana, vier Kilogramm „Haze“ (ein qualitativ höherwertigeres Marihuana), 300 Gramm Kokain, drei Kilogramm Amphetamin sowie eine weitere Sorte Betäubungsmittel erworben haben.

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In der Folge soll es schließlich zu verschiedenen Absatzgeschäften gekommen sein. Unter anderem soll C. am 1. und 2. Dezember 2017 mit einem unbekannten Abnehmer in Polen telefonische Verkaufsverhandlungen geführt haben und tags darauf nach Rücksprache mit R. nach Polen gefahren sein. Dort soll er dem unbekannten Abnehmer sechs Kilogramm des erworbenen Marihuanas sowie 2000 Tabletten Ecstasy übergeben haben, wobei die Übergabe zum Teil ein Umtauschgeschäft dargestellt habe. Der unbekannte Abnehmer und C. sollen sich nämlich darauf verständigt haben, dass C. das noch nicht weiterverkaufte Kokain (150 Gramm aus der Lieferung vom 4. November) zurücknimmt und dem polnischen Abnehmer dafür ein Kilogramm Marihuana und 1000 Tabletten Ecstasy überlässt.

Garagen in Bad Sachsa als Drogenlager

Anfang 2018 sollen die Angeklagten Betäubungsmittel an verschiedenen Orten gelagert haben. Beide sollen hierfür jeweils eine Garage in Bad Sachsa angemietet haben. C. soll in der von ihm gemieteten Garage knapp 700 Gramm Marihuana gelagert haben, R. soll etwa 1200 Gramm Marihuana, etwa 2900 Gramm Haschisch, 633 Tabletten Ecstasy, etwa 3200 Gramm Amphetamin und etwa 91 Gramm Kokain gelagert haben. Darüber hinaus soll R. in seiner Berliner Wohnung etwa 242 Gramm Haschisch, 52 Tabletten Ecstasy, etwa 21 Gramm Kokain und etwa ein Gramm Crystal aufbewahrt haben.

Der Prozess gegen die beiden Angeklagten beginnt am 10. Juli um 9.30 Uhr und soll am 31. Juli fortgesetzt werden. Weitere Verhandlungstermine sind für August vorgesehen.

Von Markus Riese