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Osterode Ehemalige Freundinnen: Todesangst vor dem Traummann
Die Region Osterode Ehemalige Freundinnen: Todesangst vor dem Traummann
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17:57 13.05.2019
Beide Frauen waren mehrere Monate mit dem Angeklagten zusammen. Quelle: dpa
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Herzberg

Im Prozess um eine einbetonierte Leiche in Herzberg hat das Landgericht Göttingen zwei weitere frühere Freundinnen des 47-jährigen Angeklagten als Zeuginnen vernommen. Die beiden 30 und 33 Jahre alten Frauen waren in den Jahren 2016/2017 jeweils einige Monate lang mit ihm liiert gewesen, bis sie merkten, dass der vermeintliche Traummann offenbar ein notorischer Lügner und Betrüger war. Die Enttäuschung, auf ein derartiges Lügenkonstrukt hereingefallen zu sein, war indes noch nicht das Schlimmste: Nachdem der Schwindel aufgeflogen war, soll der Angeklagte seine Ex-Partnerinnen derart terrorisiert haben, dass sie Todesangst ausstanden. Eine Frau hatte solche Angstzustände, dass ihr Arzt sie in eine Klinik einweisen wollte.

Angeklagter agierte anscheinend nach ähnlichem Muster

Der bereits mehrfach vorbestrafte Angeklagte muss sich in dem Prozess wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im September 2017 seine Mutter in ihrem Haus in Herzberg aus Habgier getötet zu haben. Um das Verbrechen zu vertuschen, habe er ihre Leiche in einer Blumenbank einbetoniert. Sie wurde erst sieben Monate später gefunden.

Ähnlich wie bei den Geschichten der früheren Partnerinnen und Ehefrauen des Angeklagten, die bereits vor Gericht ausgesagt haben, gab es auch hier wieder viele Parallelen und Gemeinsamkeiten. Offenbar agierte der Angeklagte stets nach einem ähnlichen Muster - und hatte damit Erfolg. Seine Opfer waren stets gut ausgebildete, intelligente Frauen, die eigentlich mit beiden Beinen im Leben standen und nicht auf einen Versorger angewiesen waren. Sie kannten sich zudem mit Finanzen gut aus, manche hatten Betriebswirtschaft studiert, andere arbeiteten als Bankkauffrau oder Vertriebsassistentin. Auffällig ist, dass der Angeklagte offenbar immer gezielt vorging und regelrecht in das Leben der jeweils avisierten Frau hineinplatzte.

„Er war plötzlich da“

Die 30-jährige Frau aus Leipzig lernte den Angeklagten im Februar 2016 bei einer Hundewanderung kennen. Zuvor hatte es schon Kontakte über Facebook gegeben. „Er kam aus dem Nichts“, sagte die Kauffrau. Ganz ähnlich schilderte es die nächste Freundin, eine 33-jährige Frau aus dem hessischen Kirchheim. „Er war plötzlich da“, sagte die Betriebswirtin. Erst später kamen die Zeuginnen dahinter, dass das alles kein Zufall gewesen war, sondern dass der 47-Jährige gekommen war, um zu bleiben. Kaum hatte er eine Frau kennengelernt, zog er auch schon bei ihr ein. Er begründete dies damit, dass er als freiberuflich tätiger Lektor überall arbeiten könne. Tatsächlich hatte er nie für einen Verlag gearbeitet und entgegen seiner großspurigen Behauptungen auch kein Buch von Hape Kerkeling lektoriert.

Auch eine andere Lügengeschichte tischte er immer wieder auf: Der 47-Jährige behauptete, das er unschuldig in Südafrika in Haft gesessen und dafür eine millionenschwere Entschädigung bekommen habe. Dass er inhaftiert gewesen war, stimmte – Unschuld und Haftentschädigung entpuppten sich als Lügenmärchen.

Unterschrift gefälscht

Der Angeklagte schreckte offenbar vor keiner Lüge zurück. Im Sommer 2016 erklärte er, dass sein Vater gestorben sei und er zur Beerdigung nach Herzberg müsse. Die Freundin wunderte sich, dass er schon einen Tag später zurück in Leipzig war. Tatsächlich lebt der Vater in einem Pflegeheim. Später kam die Freundin dahinter, dass der Angeklagte diverse Verträge und Bestellungen auf ihren Namen abgeschlossen und ihre Unterschrift gefälscht hatte. Als sie ihn zur Rede stellte, tat er so, als würde er einen Nervenzusammenbruch erleiden. Später wurde er so wütend, dass sie sich bedroht fühlte und ihren Vater anrufen wollte. Der Angeklagte habe ihr Handy an sich gerissen, das Festnetztelefon kaputt getrampelt, die Internet-Verbindung des Computers gekappt und ihr die Tür versperrt. „Ich hatte Todesangst“, sagte die 30-Jährige. Später gelang es ihr dann doch noch, den Vater und die Polizei zu verständigen.

Wenige Wochen später tauchte der Angeklagte bei der 33-Jährigen in Kirchheim auf, den Kontakt hatte er über Facebook angebahnt. Die Bankbetriebswirtin war so verliebt, dass sie schon kurz darauf Hochzeitspläne schmiedeten. Ihre Mutter war allerdings misstrauisch und stellte Nachforschungen über den Schwiegersohn-in-spe an. Just an dem Tag, als die Tochter das Brautkleid ausgesucht hatte, erfuhr sie, dass gegen den vermeintlichen Traummann mehrere Anzeigen wegen Betruges und Urkundenfälschung vorlagen. Für die 33-Jährige brach eine Welt zusammen: „Meine große Liebe war weg, schlimmer noch: Sie war erfunden.“

Von Heidi Niemann

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