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Osterode Eine Woche im Zeichen von Kunst und Kultur im Denkmal
Die Region Osterode Eine Woche im Zeichen von Kunst und Kultur im Denkmal
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21:00 18.08.2019
Bürgermeister Klaus Becker mit dem Großmaul. Quelle: Michael Paetzold
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Osterode

Am Vormittag traf Osterodes Bürgermeister Klaus Becker in der Fußgängerzone auf das Großmaul (Theater der Nacht) und erläuterte im Zwiegespräch das Anliegen des Fachwerkfestivals.

Auf dem Martin-Luther-Platz war aus diesem Anlass viel Publikum zusammengekommen. Organisator Lutz Krätzschmar, Vorsitzender des Vereins Fachwerk-Kultur Osterode, betonte das Anliegen des Festivals, mit Kultur, mit bildender Kunst und Musik auf das soziokulturelle und städtebauliche Thema Fachwerk aufmerksam zu machen. „Wir dürfen Zustände nicht nur beklagen, sonder müssen für die Lösung der Probleme Konzepte entwickeln“, blickte er auf die historische Altstadt mit ihren vielen sanierungsbedürftigen Gebäuden. Man müsse überlegen, wie die Idee des Fachwerkfünfecks auf die Ebene der Bürgerschaft herunterzubrechen sei, um Nachhaltigkeit auch nach dem Festival zu erreichen.

Großes bürgerliches Engagement

Viel Lob gab es für die Organisatoren, die Helfer und Förderer des DKKD, die nach dem Fachwerkevent im Jahr 2017 aller Fünfeckstädte das Ereignis jetzt im Alleingang wagten. Übereinstimmend würdigten, begleitet von den kurzweiligen Beiträgen des Großmauls (Theater der Nacht), Bürgermeister Klaus Becker, Landrat Bernhard Reuter und Schirmherr Dr. Roy Kühne (MdB) das große bürgerschaftliche Engagement, das hinter der Veranstaltung steht. Nur so könnten derartige Veranstaltungen gelingen, sagte Reuter. „Es ist bemerkenswert, was in dieser alten Fachwerkstadt geleitet wurde“, lobte er und thematisierte auch den oft diskutierten Denkmalschutz, der nicht starr handeln dürfe, sondern im Dialog kompromissbereit sein müsse. Inzwischen habe man auch personelle Konsequenzen gezogen. Was, so fragte er aber, bliebe von dem Charme Osterodes ohne den Schutz der historischen Gebäude.

Dr. Roy Kühne, neben Sigmar Gabriel (beide MdB) Schirmherr des Festivals, vertiefte das Thema noch einmal. Denkmalschutz sei ein wertvolles Werkzeug. Gleichwohl aber müsse man den Bürgern im Altbaubestand modernes Wohnen ermöglichen. Er sei stolz auf den Fachwerkbestand, sagte Klaus Becker, viele Osteroder würden inzwischen den Wert ihrer Baukultur erkennen, und über DKKD: „Die Bürger der Stadt haben es geschafft, Osterode auf ein anderes kulturelles Niveau zu heben.“ Maßstäbe setzte am Sonnabendabend im Foyer der Stadthalle die Band JazzIntense aus Hamburg, die ihre Titel mit Sängerin Nina Majer einfühlsam interpretierte. Das Genre war für Osterode schon speziell, die Ausführung allerdings virtuos.

Das weitere Programm:

Montag, 19. August:

Das Theater der Nacht entführt die kleinen Besucher in die Welt der Magie. Die Puppenspieler zeigen das Stück „Der Hexenjäger“ von Elifius Paffrath, Beginn ist um 15 Uhr im Kornmagazin, Eisensteinstraße 1.

Gleich im Anschluss beginnt ein lyrisch-musikalisches Experiment mit Clifford Middleton und Richard Chajec. Der englisch- und deutschsprachige Literat arbeitet seit Langem als Übersetzer und Lyriker. Für den Auftritt hat er sich Verstärkung mit dem Jazz- und Rockgitarristen Chajec Verstärkung geholt. Beginn ist um 17 Uhr in der Tilman-Riemenschneider Buchhandlung, Martin-Luther-Platz 3.

Um 18 Uhr schließt sich der Auftritt der Akkordeongemeinschaft Osterode-Herzberg auf der Offenen Bühne an der Obermühle, Obere Mühlenstraße 5, an. Am Abend ist außerdem das Saz-Ensemble Bizim Eller im Kornmagazin zu hören. Das Sextett spielt unter der Leitung von Sedat Uzlu traditionelle Volkslieder und moderne Popsongs aus der Türkei.

Dienstag, 20. August:

Neben einem Comic-Workshop für Kinder (11 Uhr in der Grundschule am Jacobitor, auch am Mittwoch) und Vorführungen des mobilen Kinos an der Stadtbibliothek (16 Uhr für Kinder, 19 Uhr für Erwachsene) geht es am Dienstag vorwiegend musikalisch zu.

Susanne Wienecke und Eduard Luszas alias Monkey’s Daughter präsentieren ihre neue CD „Wir ziehen um“ ab 18 Uhr im Museum im Ritterhaus. Die Sängerin und der Gitarrist bezeichnen ihre Musik selbst als „authentisch, witzig und originell“.

Zeitgleich treten in der Osteröder Altstadt unter freiem Himmel die Mundharmonikaklasse der Kreismusikschule und die Miamaba-Trommelgruppe auf und leiten über zum Blechbläserensemble des Göttinger Symphonie Orchesters, das von 18.30 bis 20.30 in der St.-Aegidien-Marktkirche zu hören sein wird. GSO-Brass hat seit seiner Gründung vor fünf Jahren eine bunte Konzerthistorie hinter sich, die die Musiker bis nach China geführt hat.

Mittwoch, 21. August:

Das Seesener Saxophonquintett Elke auf dem Holzweg ist das musikalische Highlight auf dem Mittwochsprogramm. Das Repertoire erstreckt sich von Ragtime, Swing bis zu Rock- und Filmusik unserer Zeit. Das Konzert beginnt um 19 Uhr in der Marienvorstadt 31.

Übersetzerin Claudia Ott will das Publikum mit der szenischen Lesung Tausendundeine Nacht unterhalten. Gemeinsam mit dem Saz-Ensemble Bizim Eller steht sie um 19.30 Uhr im Kornmagazin, Eisensteinstraße 1, auf der Bühne.

Donnerstag, 22. August:

Den Auftakt am Donnerstag macht die Osteröder Band Letzter Instinkt um 18 Uhr in der Obermühle, Obere Mühlenstraße 5. Das Klezmer-Quartett A Glezele Vayn ist ab 19 Uhr in der Marienvorstadt 31 zu hören. Es vereint nach eigener Aussage musikalischen Entdeckergeist, schrägen Humor und unverwüstliche Spielfreude mit ungarischer Schärfe, jiddischer Melancholie und allgäuer Bergkäs.

Die Göttinger Sängerin, Klarinettistin und Loop-Performerin Sabine Mariss, tritt erstmals mit ihrem Solo-Programm auf. Ihr jazzig experimentelles Konzert beginnt um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek, Scheffelstraße 14. Im Café im alten Kino ertönt parallel Blues, Swing, Chansons und Country-Rock. Hier spielen Rich Swing’n Blues.

Freitag, 23. August:

Die Blues’n’Boogie Küche aus dem Göttinger Exil kommt zum DKKD nach Osterode. Gregor Kilian und Co. kochen ab 19 Uhr im Freiheiter Hof, Hauptstraße 9. Stefan Dehler und Christoph Huber, besser bekannt als die Stillen Hunde, präsentieren schwergewichtige wie leichthändig fabrizierte Fundstücke aus den Kriminalarchiven und Giftschränken der Weltliteratur. Das Literarische Roulette soll um 19.30 Uhr im Innenhof des Museums am Ritterhaus, Rollberg 32, beginnen. Haxe nennt sich ein Trio junger Musiker, die ab 20 Uhr auf der Bühne an er Obermühle zu hören sein werden.

Sonnabend, 24. August:

Zum Abschluss des DKKD-Programms finden sich um 14 Uhr an der Obermühle noch einmal alle Mitwirkenden zum zwanglosen Treffen zusammen.

Von Michael Paetzold

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