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Osterode Gartenabfälle aus Osterode fast ohne Schwermetall
Die Region Osterode Gartenabfälle aus Osterode fast ohne Schwermetall
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14:42 26.12.2017
Die alten Aufzüge und Loren der Harzer Bergwerke stehen längst still, Schwermetalle aber sind noch lange in den Boden der gelangt. Für Pflanzen, Grünschnitt und Kompost spielen sie keine Rolle mehr. Quelle: dpa
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Göttingen/Osterode

Die Erleichterung war manchen Umweltpolitikern des Kreistages anzusehen: „Weder im zugeführten Material noch im fertigen Kompost sind Belastungen zu befürchten“, hatte zuvor Susanne Maruhn-Vladi vom Fachdienst Abfalle beim Landkreis Göttingen im Umweltausschuss festgestellt. Das sah vor fast 25 Jahren noch ganz anders aus. Bodenuntersuchungen hatten damals an mehreren Stellen im Raum Osterode Schwermetalle im Erdreich belegt. Sie stammten mit großer Wahrscheinlichkeit aus den massiv betriebenen Bergbau-Tätigkeiten auch am südwestlichen Harzrand - unter anderem in Bad Grund. Durch fliegenden Staub und Entwässerung waren sie unter anderem von Abraumhalden auch in bewohnte und auf landwirtschaftlich genutzte Flächen gelangt. „Sie waren also historisch bedingt da“, erklärte der stellvertretende Leiter vom Fachbereich Umwelt, Günther Helberg.

Und das mit Folgen: Als andere Kommunen anfingen, Müll getrennt zu sammeln und auch Bio- und Gartenabfall zu verwerten, entschied sich der damalige Landkreis Osterode dagegen. Nach den Bodenuntersuchungen von 1994 „war von potenziellen Belastungen“ auch in Pflanzen auszugehen - und damit auch im Kompost.

Volluntersuchung 2014, Stichproben 2017

Inzwischen gibt es aber neue Erkenntnisse: In den zurückliegenden Jahren seien Restmüll und Grüngut mehrfach von externen Gutachtern untersucht worden, so Helberg. Im Jahr 2014 habe es eine Volluntersuchung in allen Ortschaften des damaligen Landkreises Osterode am Harz gegeben. 2017 gab es eine ergänzende Untersuchungen in Bad Lauterberg, Osterode am Harz, Lasfelde und Gittelde, ergänzte Maruhn-Vladi.

Historischer Zirkelschacht im Mansfelder Land. Quelle: unbekannt

Ergebnis: Es wurden zwar Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Zink und Arsen im frischen Grüngut festgestellt, aber in sehr geringen Dosen. Ihr Anteil habe durchweg weit unter den Grenzwerten laut Bioabfallverordnung gelegen. In den Stichproben seien zum Beispiel 52 Milligram Blei je Kilogramm Material gemessen worden, der Grenzwert beträgt 150 Milligramm. Der Chromanteil habe 21 Milligramm je Kilogramm Grüngut ausgemacht, hier liegt der Grenzwert bei 100 Milligramm.

Hinzu komme, dass Grüngut und Bioabfall aus den Gärten in einer Komposttonne, in der auch anderer Bioabfall landet, nur noch einen geringen Anteil ausmacht. Und wenn daraus in den kreiseigenen Anlagen Kompost hergestellt wird, wird auch dieser unbelastet sein.

Kompostqualität uneingeschränkt

Fazit der Gutachter und der Kreisverwaltung: Schwermetallreste aus dem früheren Bergbau haben keine Auswirkungen auf Biomüll und Kompost, auch nicht auf die Qualität des Kompostes und seiner Vermarktung. Unterm Strich empfehlen die Gutachter, die „flächendeckende Einführung der Komposttonne“ im neuen Kreis Göttingen, so Maruhn-Vladi.

Mülldeponie und Kompostwerk des Kreises Göttingen bei Breitenberg. Strauchschnitt wird mit einem Radlader zusammengeschoben. Quelle: DLOK

Das ist eigentlich lange Vorgeschrieben und soll 2019 auch passieren. Die ersten formalen Weichen dafür sind gestellt. Dann sollen auch die Haushalte im Altkreis Osterode eine zusätzliche Tonnen bekommen und Biomüll getrennt vom Restmüll sammeln - wie schon lange im Altkreis Göttingen. Aber auch dann werde der Grünschnitt und Kompost regelmäßig untersucht, versichert die Verwaltung.

Von Ulrich Schubert

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