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Osterode Mehrjährige Haft für Einbrecherbande
Die Region Osterode Mehrjährige Haft für Einbrecherbande
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16:16 21.06.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen/Osterode

Der 55-jährige Vater des Kioskbetreibers wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, der 19-jährige Bruder des 33-Jährigen zu vier Jahren Jugendstrafe. Außerdem ordnete das Gericht für alle Angeklagten die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Das Gericht befand sie unter anderem des gemeinsamen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie des gemeinschaftlichen Bandendiebstahls in vier Fällen für schuldig. Die Urteile lagen unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die Freiheitsstrafen von bis zu sieben Jahren gefordert hatte.
Das Verfahren habe nicht nur in Osterode für viel Aufsehen gesorgt, sagte der Vorsitzende Richter Michael Kalde. Die Einbruchsserie habe im vergangenen Jahr viel Verunsicherung in der Bevölkerung ausgelöst. Hauptursache der Straftaten seien die massiven Drogenprobleme der Angeklagten gewesen. Diese hätten aufgrund ihrer Drogensucht erhebliche Schulden gehabt und beschlossen, selbst in den Handel mit Betäubungsmitteln einzusteigen sowie durch Einbrüche zu weiteren Einnahmen zu kommen. Sie hätten damit ihre Schulden reduzieren und sich zudem selbst mit Drogen versorgen wollen.

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Die Angeklagten legten in einem Haus, das der 55-Jährige angemietet hatte, eine Cannabis-Plantage an und nutzten es als Depot für die Drogen und das Diebesgut. Während ein erster Einbruchsversuch in ein Gasthaus scheiterte, erbeuteten sie bei weiteren Einbrüchen in eine Fleischerei, ein Papierwarengeschäft, eine Bäckerei und einen Aldi-Markt zwei Tresore mit knapp 6000 Euro Bargeld sowie weiteres Diebesgut im Wert von 5500 Euro. Die Tresore vergruben sie später im Garten. Der 19-Jährige erbeutete ferner bei einem Raubüberfall auf eine Spielhalle 1000 Euro. Dabei schlug er einer Mitarbeiterin mit einer Pistole ins Gesicht. Die Zeugin leide heute noch unter den Folgen der Tat, sagte Kalde.

Der Richter konstatierte zwar einen „gewissen Dilettantismus“. Gleichwohl hätten die Angeklagten mit krimineller Energie gehandelt. Um in Zukunft weitere Straftaten zu verhindern, sei es entscheidend, dass sie von den Drogen loskämen. Sie sollten deshalb möglichst bald in therapeutische Behandlung kommen: „Wenn Sie diese Chance nicht nützen, können wir auch nichts machen. Dann gehen Sie in den Vollzug.“

Von Heidi Niemann