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Osterode Archäologen finden Fundamente alter Stadtmauer
Die Region Osterode Archäologen finden Fundamente alter Stadtmauer
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12:00 10.04.2019
Kreisarchäologe Dr. Stefan Fllndt, David Junker von der Stadt und Grabungsleiter Bernhard Thiemann (von links) besprechen die Befunde. Quelle: Michael Paetzold
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Osterode

Grabungsleiter Bernhard Thiemann von der Grabungsfirma Arcontor mit Sitz bei Braunschweig, und Kreisarchäologe Dr. Stefan Flindt sind zufrieden: Seit Anfang des Monats graben sich die Archäologen am Standort des ehemaligen Johannistors in Osterode immer tiefer in die Stadtgeschichte und sind mittlerweile im 13. Jahrhundert angekommen. Fundamente des Stadttores und der alten Stadtmauer sind gefunden, in den kommenden Wochen der Grabungskampagne wird man das Bild über eine 1.000-jährige Stadt weiter komplettieren.

Kleine Funde am Rande

„Reich wird die Stadt davon zwar nicht“, schmunzelt der Grabungsleiter und zückt wohlverpackt einige Stadtpfennige aus dem 18. Jahrhundert, ausgegraben mit Resten von Gebrauchskeramik, kleine interessante Funde am Rande. Gegraben wird an einer hochsensiblen Stelle der Stadt: Burg, das ehemalige Barfüßerkloster, die Brücke über die Söse und ein offensichtlich mächtiges Stadttor lagen hier dicht beieinander. Darüber ist die Zeit weggegangen, die Stadt hat sich entwickelt mit entsprechenden baulichen Eingriffen, die Deutung der baulichen Überreste ist keine leichte Aufgabe, für Laien erschließt sich selbst bei genauer Inaugenscheinnahme der vielen Mauerreste wenig. Anders bei den Fachleuten: „Wir gewinnen hier einen Eindruck von der Entwicklung vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert“, erklärt der Grabungsleiter und verweist auf die Fundamente des Wachgebäudes der Polizei aus dem 19. Jahrhundert, das deutsche Soldaten beim Herannahen der Alliierten zusammen mit der Brücke und anderen Gebäuden durch eine überdimensionierte Ladung Sprengstoff in die Luft gejagt hatten. Teils stand es wohl auf uralten Fundamenten des Stadttores, die wiederum durch einen überdachten Kanal aus dem 19. Jahrhundert teilweise zerstört wurden. Auch der Mühlengraben verläuft hier.

Stadtplan Osterode von 1680 Quelle: Michael Paetzold

Die Archäologen gehen von einem mächtigen Tor aus, das eine Fläche von bis zu zehn Mal zehn Metern umfasste und dort mit der angrenzenden Mauer die Stadt schützte. Anfang des 13. Jahrhunderts wurden Osterode von Herzog und Pfalzgraf Heinrich die Stadtrechte verliehen. Der seit dem 13. Jahrhundert bestehende Ring der Stadtmauer konnte bis 1330 erweitert werden, um auch neuen Stadtvierteln Schutz zu gewähren.

Vorgriff auf Neugestaltung

Die Grabung geschieht im Vorgriff auf die Neugestaltung des Platzes am Johannistor, die bereits 2021 beginnen soll. Mit den Planern laufen Überlegungen, wie man die historischen Schichtungen am Johannistor inszenieren kann, erklärte David Junker vom städtischen Bauamt. Finanziert wird die Kampagne aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz mit Mitteln von Bund, Land und Stadt zu je einem Drittel.

Kreisarchäologe Dr. Stefan Flindt freut sich über die Eigeninitiative der Stadt. „Eingriffe an einem derart wichtigen Bereich Osterodes hätten ohnehin archäologisch begleitet werden müssen“, stellte er klar und sieht für die Osteroder eine einmalige Chance, einen Teil der eigenen Geschichte kennenzulernen. Die Grabungen werden noch einige Wochen andauern und an manchen Stellen ausgeweitet.

Von Michael Paetzold

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